Verein zahlt bei Kultursommer drauf – und freut sich

„Ziel ist erreicht“

„Wilhelm Busch trifft die Klassik“ – und zwar im Grünen. Jedenfalls galt das an diesem Wochenende für das Programm von Ihno Tjark Folkerts in Langwedel.
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„Wilhelm Busch trifft die Klassik“ – und zwar im Grünen. Jedenfalls galt das an diesem Wochenende für das Programm von Ihno Tjark Folkerts in Langwedel.

Langwedel – Nach Monaten voller Absagen, ohne eine einzige Veranstaltung, wollte es der Langwedeler Kulturverein wissen: Sechs Veranstaltungen an einem verlängerten Wochenende unter Coronabedingungen im Garten des Häuslingshauses wurden geplant und auch durchgeführt. Was bedeutete: Am Zugang zum Garten wartete eine Liste, in die sich die Besucher nach vorheriger Anmeldung einzutragen hatten, Handdesinfektion stand bereit und war zu benutzen.

„Kultursommer“ hatte man die Reihe getauft – und das Wetter spielte in den vergangenen Tagen nicht immer mit. Am Donnerstag drückten sich die Blindfische beim Familienkonzert immer weiter unter das Dach des Geräteschuppens. Natürlich wollten sie spielen. „Es waren auch bei dem Regen Leute gekommen“, so die zweite Vorsitzende des Vereins, Silke Fronzek. Für die Besucher standen Pavillons im Garten, die wenigstens von oben ein bisschen Schutz vor der Witterung boten. Und die Menschen hatten bei Musik und Comedy der Blindfische richtig Spaß.

Belinda di Keck stellte ihre Bilder ab Freitag im Häuslingshaus aus. Ihno Tjark Folkerts trat mit seinem Programm „Wilhelm Busch trifft Klassik“ auf, Jutta Winter las aus ihrem Buch „Wir haben es wieder zu etwas gebracht“.

Christoph Bendikowski, Tina Badenhop, Merle Freund und Martin Bogus sind zwar allesamt in Langwedel keine Unbekannten, traten aber nie zuvor mit einem gemeinsamen Programm hier auf. So geschah es aber, zudem großartig abgestimmt, am Sonnabend. Theater, Tanz, Jonglage und Akrobatik war angesagt, erarbeitet hatte das Quartett eine Art Corona-Programm. Puppen mit Mund-Naseschutz, szenische Auftritte von Künstlern beim Arbeitsamt waren zu erleben, trotz allem Ernst mit einem Augenzwinkern. Weil die Feuerwehr Langwedel zu Hilfe kam, konnte Tina Badenhop auch ihre Tuchakrobatik vorführen – die sie trotz Regen und Wind nicht abbrach.

„Das Ziel ist erreicht“, wagte Sigrid Ernst aus dem Vorstand des Kulturvereins schon vor der einzigen komplett ausgebuchten Veranstaltung, dem Sonntagabend mit Nagelritz (Dirk Langner), eine Bilanz. Der Verein und seine Mitglieder sollten aus einer gewissen Lethargie geholt werden. „Wir sind da, wir können unter diesen Bedingungen etwas tun“, lautete eine Erkenntnis. Man wollte zudem den Künsterinnen und Künstlern eine Auftritts- und eine kleine Verdienstmöglichkeit verschaffen.

„Wir haben alle Fördermittel ausgegeben“, so Ernst. Außerdem müsse der Verein für den Kultursommer an die Rücklagen gehen. „Aber ein großer Gewinn war auch gar nicht das Ziel“, so Ernst.

Keine erklärte Absicht, aber ein sehr positiver Effekt, jedenfalls nach den Beobachtungen von Sigrid Ernst: Die Künstlerinnen und Künstler waren sehr auf das Miteinander aus. „Und sie waren untereinander unglaublich hilfsbereit, selbst wenn sie sich bis dahin noch gar nicht kannten.“

Von Jens Wenck

Unter dem Pavillondach und schön angekuschelt ließ sich auch ein bisweilen frischer und feuchter Kultursommer gut angucken.
Puppenspiel in Coronazeiten: mit Maske.
Selbst Regen und Windböen hielten Tina Badenhop am Samstag nicht von ihrer Tuchakrobatik ab.

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