Am helllichten Tag

Jagender Wolf beunruhigt Pferdehalterin in Völkersen

Mit wachsender Ausbreitung nehmen auch die Wolfssichtungen immer mehr zu – und damit auch die Verunsicherung vieler Menschen. Dieser Wolf schaut übrigens nicht in freier Wildbahn hinter einem Baum hervor, sondern in einem Wildpark.
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Mit wachsender Ausbreitung nehmen auch die Wolfssichtungen immer mehr zu – und damit auch die Verunsicherung vieler Menschen. Dieser Wolf schaut übrigens nicht in freier Wildbahn hinter einem Baum hervor, sondern in einem Wildpark.

Völkersen – „Am helllichten Tag. Auf dem Nachbarfeld war der mit einem Affenzahn hinter zwei Rehen her.“ Susanne Worthmann wohnt in Völkersen, betreibt eine Nebenerwerbslandwirtschaft mit acht Pferden auf dem Hof. Auch in der Nachbarschaft werden Pferde gehalten. Wenn dann auf der benachbarten Wiese ein Tier, mutmaßlich ein Wolf, Rehe jagt, „dann ist das schon sehr besorgniserregend“, findet Susanne Worthmann. Und für sie ein Anlass, auch andere Pferdehalter zu informieren und zu warnen. Was, wenn der Wolf nicht mehr nur Rehe jagte, sondern auch an die Pferde geht?

Überhaupt sorge der Wolf in der Region für einige Unruhe und Besorgnis. In der Nachbarschaft sei sogar schon eine Wildkamera aufgehängt worden, um ein mögliches Wolfsaufkommen dokumentieren zu können. Susanne Worthmann möchte nicht nur andere Pferdebesitzer in und um Völkersen warnen, sie hat sich auch an den Jagdpächter des Völkerser Reviers gewandt, an Martin Stiller.

„Wölfe sind schon länger im Revier unterwegs“, erklärt der Jäger. Vor drei oder vier Jahren sei in der Gegend ein Kuhkalb gerissen worden. Man hatte den Wolf schwer im Verdacht, was sich bei entsprechenden Untersuchungen aber nicht nachweisen ließ. Bei einem anderen Fall, wo erst ein Damwildkalb mit Kehlbiss gefunden wurde „und nur wenig weiter das Muttertier halb aufgefressen“ so Stiller war der Fall nach der Untersuchung eindeutig: Wolf.

Es käme immer wieder vor, dass Spaziergänger im tot aufgefundenes meldeten, berichtet Stiller. Bei der Nachsuche nach einem angeschossenen Wildschwein habe der Schweißhundführer dann plötzlich einen starken Wolfsrüden ausgemacht – in 30 Meter Entfernung.

Wolfsspuren finden sich schon länger. Dieses

Grundsätzlich sind Wolf und Hund Konkurrenten, so der Jäger. Käme es zu einem Kontakt, einer Auseinandersetzung würde der Hund eindeutig den Kürzeren ziehen. „Der Wolf würde den Hund töten.“ Grundsätzlich gehört ein Hund in Feld und Flur sowieso an die Leine, in Gegenden mit Wolfsvorkommen aber erst recht.

„Bei mir kommt ja nicht alles an“, erklärte der ehrenamtliche Wolfsberater Wolfgang Mohr. Aber die Zahl der Wölfe nimmt überall zu, damit steigt logischerweise auch die Zahl der Wolfssichtungen. Dass es im Völkerser Revier und im benachbarten Rotenburger Gebiet Wolfsrisse gibt, ist bekannt, schon länger.

„Aber eine Rudelbildung gibt es dort mit Sicherheit nicht“, so Wolfgang Mohr. „Was sich allerdings in Zukunft entwickelt, weiß man nicht.“ Wenn es, wie gesagt, immer mehr Wölfe gibt, kann man letztlich nichts ausschließen.

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