Besuchermagnet

Kunsthandwerkermarkt im Rathaus: Wohlgeruch, gute Laune und unzählige Besuche

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Elke Raddatz‘ Stand mit selbst hergestellten Glasperlen ist immer ein Besuch wert.

Langwedel - Was für ein Duft. Nach Honig, Lavendel und anderen Kräutern. Wer am Wochenende die Tür des Langwedeler Rathauses öffnete, wurde von aromatischem Wohlgeruch empfangen. Also immer der Nase nach und einmal quer durchs Foyer, dann stand man vor Seifensieder Klaus Müller. Er präsentierte seine Seifen zum ersten Mal auf dem Langwedeler Kunsthandwerkermarkt.

Die Veranstaltung des örtlichen Kulturvereins zog wieder einmal unzählige Besucher aus nah und fern an, und Marktmeisterin Elke Raddatz war voll und ganz zufrieden – es war inzwischen der zehnte Markt, den sie organisiert hat. „Die Vorbereitungen liefen wie geschmiert“, freute sie sich. 36 Aussteller kamen ins Rathaus und verbreiteten die gute Laune, die den Kunsthandwerkermarkt auszeichnet.

Klaus Müller hatte mehr als 30 Sorten Seife ins Regal gelegt, Amber-Orange, Atoll, Lavendelziege, Zimtziege, Saunaseife, Herrenseifen, Rosen- und Gewürzseife. „Immer gefragt sind Birkenhaar- und Kaffeeseife“, weiß der Cluvenhagener. Ruheständler ist er inzwischen, so hat er Zeit genug, sich ausgiebig mit der Seifensiederei und dem dazugehörenden Experimentieren zu beschäftigen.

Die Formel ist einfach: „Pflanzliche Öle und Lauge ergeben Seife.“ Aber – der Teufel steckt wie immer im Detail – es gehört eine Menge Erfahrung dazu. Die hat sich Müller inzwischen angeeignet, und dennoch: „Jede Seife wird anders“, sagte er. Ziel ist es, Fett und Lauge so einzustellen, dass die Seife sieben Prozent Fett erhält, sich also angenehm auf der Haut anfühlt. Anschließend gibt der Seifensieder Duftöle oder Kräuter hinzu. „Alle Zutaten unterliegen dem Lebensmittelrecht“, sagte er.

Beispielsweise verwendet er Kokosfett und Olivenöl, das zum Verzehr geeignet ist. Was die Duftnoten angeht, richtet er sich nach den Wünschen seiner Kunden, und er lässt sich von der Natur inspirieren: Je nach Saison verwendet er Fichtennadeln, Birkenwasser, pürierte Maiglöckchen und Honig. Sein Wahlspruch: „Lass das Träumen, lass es schäumen.“

Adventliche Dekoration zog die Blicke der Besucher auf sich. Aber beileibe nicht nur die. 

Im Bürgersaal hatte Inge Ehlert ihren Stand aufgebaut. Auch sie war das erste Mal in Langwedel und angetan von der exzellenten Betreuung: „Die Organisation ist hervorragend“, lobte sie. Die Bad Nenndorferin bot handgearbeitete Figuren aus Keramik an. Hühner und Hähne, Katzen, Raben, Frösche, Möwen, Eulen und Eisvögel. Allesamt, um den Garten zu verschönern. Aber auch einige sommerlich bekleidete Damen. „Die sollte man jetzt besser ins Haus holen“, sagte die Künstlerin lachend. Das Hobby begann mit dem Töpfen und Krügen. „Damals töpferten viele Hausfrauen“, sagte Ehlert schmunzelnd. Bald wollte sie weg von den Schüsseln und hin zu Stücken, die nicht jeder herstellt. Sie sah sich in der Natur um und formte Tiere, die sie trocknen lässt, dann brennt und anschließend glasiert.

Näh- und Stickarbeiten waren im ersten Stock des Rathauses zu bewundern – Christina Brunken präsentierte Duft- und Kräutersäckchen, Schürzen und Täschchen mit weihnachtlichen Motiven. Als Kind entdeckte sie ihre Liebe zur Handarbeit. Später begann sie zu sticken, der Kreuzstich hat es ihr besonders angetan. „Das ist entspannend“, meint die Westerstederin, die ihr Hobby erst als Ausgleich zu ihrer Arbeit als Landwirtin betrieb und, inzwischen hat sie die Landwirtschaft aufgegeben, mehr Zeit dafür findet.

Was wäre ein Kunsthandwerkermarkt ohne das Café, das dieses Mal der Förderverein der Langwedeler Oberschule organisiert hatte. Karola Woehl, Jana Howe und Ulrike Traichel haben dafür Eltern und Schüler zum Mitmachen gewonnen. Sei es, dass die Erwachsenen Torten und Kuchen beisteuerten, und auch die Aussteller spendeten Gebäck. Sei es, dass Mütter hinter dem Tresen standen und verkauften, während ihre Töchter frischen Kaffee servierten. „Das Café läuft gut“, freute sich denn auch Hauptorganisatorin Woehl. „Die Schüler sind hoch motiviert. Ich finde es prima, wenn sie etwas für ihre Schule tun“, sagte sie und sprach ihren Helfern ein dickes Dankeschön aus. J is

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