Offizielles Angebot im Flecken Langwedel nicht in Sicht

Langwedel: Wohin mit dem Strauchschnitt?

Ein Osterfeuer an der Birkenallee in Langwedel oder sonst wo im Flecken dürfte es auch in diesem Jahr nicht geben.
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Ein Osterfeuer an der Birkenallee in Langwedel oder sonst wo im Flecken dürfte es auch in diesem Jahr nicht geben.

Langwedel/Völkersen – Osterfeuer? Wird es auch in diesem Jahr nicht geben, da muss man nun kein Prophet sein. Aber wohin mit dem Baum- und Strauchschnitt, der gerade im ländlichen Raum zum Ende des Winters immer anfällt? Da waren die großen Osterfeuer immer ein beliebter Anlaufpunkt. Offiziell als „Brauchtumsveranstaltung“ deklariert, damit es eine Genehmigung für das Abbrennen so großer Feuer gibt, waren die Veranstaltungen immer auch für die Entsorgung dessen gut, was zu anderen Jahreszeiten als Gartenabfall gilt.

2020 hatte es noch große Osterfeuerhaufen gegeben, die dann aber nicht abgebrannt, sondern vom Landkreis Verden bezahlt und von den Gemeinden organisiert gehäckelst wurden, wo es denn ging. Aber wohin mit dem Schnitt in diesem Jahr?

Die Frage war und ist auch in Völkersen Thema – und so stellte Ortsratsmitglied Frank Tödter (CDU) den Antrag, man möge der Bevölkerung im Flecken Langwedel die Möglichkeit geben, ihren Baum- und Strauchschnitt an den bekannten Osterfeuerplätzen abzugeben, wo sie dann im Rahmen von Feuerwehrübungen abgebrannt werden könnten. Alles quasi als Dienst am Bürger.

Die Feueridee brachte Wolfgang Ewert (SPD) jetzt auf einer gemeinsamen Sitzung von Ortsrat Völkersen und Umweltausschuss im Langwedeler Rathaus so richtig auf die Palme. Osterfeuer dienten nicht der Grünabfallentsorgung, sondern rechtlich betrachtet der Brauchtumspflege. Der Antrag Tödters ziele auf einen „aufgabenmäßigen Missbrauch der Feuerwehr“. Im Flecken Langwedel und im Landkreis Verden gebe es reichlich und ausreichend Möglichkeiten, Grünabfall legal zu entsorgen.

„Absolut recht“ gab Völkersens Ortsbürgermeister Andreas Noltemeyer (Grüne/WGL) seinem Vorredner in diesem Punkt. „Darum hat sich der Ortsrat zusammengesetzt und überlegt, wie wir die Kuh vom Eis kriegen“, so Noltemeyer. Viele Bürger hätten schon ihren Holzschnitt aus 2020 im Garten zwischengelagert, aber jetzt werde es zuviel. „Wir wollten helfen. Und verhindern, dass das in der Natur verklappt wird.“

In der Folge änderte Tödter den Antrag so ab, dass nun der Strauchschnitt gehäckselt werden solle – am einfachsten auf den altbekannten Osterfeuerplätzen. Die Gemeinde sollte dann dafür die Kosten tragen, so denn überhaupt welche entstehen. Weil es ja auch Firmen gäbe, die das anfallende Häckselgut als Rohstoff nutzen würden.

Bürgermeister Andreas Brandt erläuterte, warum die Gemeindeverwaltung dem Ortsrat und dem Unweltausschuss empfohlen hatte, Tödters Antrag abzulehnen. Der sei nämlich unter anderem bei Weitem nicht detailliert genug. Wo genau soll gesammelt werden? Wer sammelt überhaupt? An welchen Tagen und zu welchen Zeiten soll das passieren? „Die Untere Naturschutzbehörde hat schon angekündigt, dass sie länger stehenden große Haufen zur Brut- und Setzzeit nicht zulassen wird,“ so Brandt. Dann seien die wenigesten Plätze in der Hand der Gemeinde, die natürlich nicht für so eine Aktion über Privatgrund verfügen könne. Das Häckseln müsse eine Firma übernehmen, aber wer überwacht die Annahme? Wie wird sichergestellt, dass kein Müll mit in den Schnitt kommt? Man brauche vonseiten der Verwaltung schon mehr Vorgaben, um konkrete und entsprechende Angebote abfragen zu können.

Im Laufe der Diskussion zeichnete sich ab, dass es in den meisten Ortschaften im Flecken Langwedel wohl tatsächlich schwierig werden dürfte, überhaupt eine Häckselaktion auf die Beine zu stellen.

Der Ortsrat Völkersen war einstimmig für den Antrag Tödters, der Umweltausschuss lehnte mit großer Mehrheit ab. Die endgültige Entscheidung trifft am Dienstag der Verwaltungsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung.

Eine Anmerkung am Rande: Zumindest von einer Feuerwehr und einem Förderverein eines kleinen Ortes im Landkreis Verden wurde jetzt bekannt, dass sie, komplett in Eigenregie organisiert, unter Einhaltung der Corona-Auflagen und abgestimmt mit dem Gesundheitsamt des Landkreises, Strauchgut annehmen will.

Das wird dann von einem Gewerbebetrieb abgenommen, zerkleinert und wandert in eine Hackschnetzelheizung.

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