„Wir stellen uns quer“

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Möglichst viele rote Kreuze als Symbole des Widerstands gegen die bisherige Art der Erdgasförderung will die BI Langwedel ab Sonntag unters Volk bringen.

Langwedel - „Wir sind noch in einer Phase, in der wir uns bekannt machen müssen“, findet Gero Landzettel. „Die meisten Leute denken bei Bürgerinitiativen an Völkersen und Intschede.“ Dabei haben sich im Raum von Cluvenhagen bis Langwedel auch schon an die 40 regelmäßige Mitstreiter in der Bürgerinitiative „Flecken Langwedel gegen Gasbohren“ zusammengefunden. In der nächsten Zeit will man ganz konkret Zeichen setzen.

Von den Anti-Fracking Gruppen kennt man mittlerweile die rote Hand als Symbol. „Aber es geht ja nicht nur ums Fracking“, erzählt Landzettel beim Treffen der BI im Langwedeler Gasthaus Klenke. „Das setzt noch einen oben drauf. Wir haben hier zum Beispiel auch die Lagerstättenwasserproblematik.“

In der Langwedeler Bürgerinitiative treibt sie die Sorge um die Reinerhaltung ihres Trinkwassers um. Dann sind da noch die Erdbeben, deren Folgeschäden und die Frage nach deren Regulierung. Den Versprechen der Energieunternehmen, im Flecken Langwedel ist es die RWE-Dea, traut man dabei schon lange nicht mehr.

Die Förderunternehmen hätten die Risiken der Erdgasförderung stets verschwiegen und verharmlost, so der Vorwurf der BI, die für sich daraus die Konsequenz gezogen hat, grundlegende Änderungen der gesetzlichen Regelungen für die Erdgasförderung zu verlangen. „Unsere Ziele sind durchaus stark formuliert“, meint Gero Landzettel. Erdgas um jeden Preis? Und dann auch noch aus einem neuen Feld, dass neben dem bekannten Förderfeld Völkersen unter Cluvenhagen, Daverden und Langwedel vermutet wird? „Wir stellen uns quer“ lautet die Ansage. Das will man im Ortsbild deutlich sichtbar machen, in Anlehnung an die Anti-Atomkraftbewegung im Wendland, die mit gelben Kreuzen Zeichen setzte.

Die BI Langwedel will dabei mit roten Kreuzen auf ihre Haltung aufmerksam machen. Das Symbol findet sich auf Flugblättern und Aufklebern der Initiative, mit dem dort ein Bohrturm durchgestrichen wird. Man ist eben gegen das Bohren nach Erdgas unter den heutigen Bedingungen. „Weil es zu sauberem Wasser keine Alternative gibt. Zu Erdgas schon...“, findet Susanne Osthoff-Klein.

Beim Ölmühlentag in Hagen-Grinden am Sonntag wird die BI Langwedel auch dabei sein – und unter anderem versuchen, ihre roten Symbole in verschiedenen Größen an möglichst viele Sympathisanten (für eine kleine Spende) weiter zu geben.

Wenn sich danach möglichst viele rote Kreuze gut sichtbar in Langwedeler Gärten finden – das alleine soll es natürlich nicht gewesen sein. Die Langwedeler wollen gemeinsam mit den anderen Bürgerinitiativen für Politiker und Unternehmen spürbar für ihr Anliegen streiten. jw

http://www.bi-langwedel.de

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