„Wir machen es“

Völkersen bekommt Breitbandausbau – obwohl es nicht genug Vorverträge gibt

Sehen sich mit dem Breitbandausbau auf dem richtigen Weg (v.li.): Tobias Pietza, Marco Bungalski, Bijanka Müller, Frank Tödter, Andreas Brandt, Andreas Noltemeyer, Petra Henke, Inge Vogel und Heinrich Clüver. Foto: Wenck
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Sehen sich mit dem Breitbandausbau auf dem richtigen Weg (v.li.): Tobias Pietza, Marco Bungalski, Bijanka Müller, Frank Tödter, Andreas Brandt, Andreas Noltemeyer, Petra Henke, Inge Vogel und Heinrich Clüver.

Völkersen - „Wir haben noch keinen Ort erlebt, wo man sich selbst so engagiert hat“, sagt Marco Bungalski. Völkersen hatte, die Chance auf richtig schnelles Internet, auf einen Breitbandausbau durch die Firma Bungalski aus Verden. Die hatte angeboten, den Ausbau eigenwirtschaftlich durchzuführen. Also auf eigene Rechnung, ohne irgendwelche öffentlichen Zuschüsse.

Bungalski ist am Bau der Glasfaserstrecke zwischen Achim und Erxleben beteiligt. Im Flecken Langwedel verläuft die Leitung auch in Förth und Nindorf. Von hier ließe sich ein Abzweig nach Völkersen legen. Allerdings bräuchte man da schon 200 Vorverträge, machte das Verdener Unternehmen in Gesprächen mit der Gemeindeverwaltung und dem Ortsrat deutlich. Sonst würde sich das nicht rechnen.

Der Ortsrat und dazu noch engagierte Völkerser gingen Klinken putzen. Bungalski-Vertriebsleiter Tobias Pietza war im Ort unterwegs. „Wir sind bei 170 Vorverträgen gelandet“, so Marco Bungalski. Eigentlich zu wenig. Schließlich sind noch einige Tiefbauarbeiten nötig, 4 600 Meter Glasfaserkabel müssen verlegt werden. Sollte es also an 30 fehlenden Verträgen hängen? Man beriet sich – und fasste den Beschluss: „Wir machen es.“

Was, wie erwähnt, am Engagement etlicher Völkerser und der überaus guten Zusammenarbeit liegt, wie alle Seiten beim Pressegespräch im Langwedeler Rathaus versichern. Außerdem sind da die beiden kleinen Neubaugebiete am Heideweg und der Straße Am Bockhoop.

Dort liegen noch gar keine Leitungen. Die Deutsche Telekom ist dafür zuständig, hier die Grundversorgung sicherzustellen. Bedeutet: Mindestens ein schlichtes Kupferkabel für einen schlichten Telefonanschluss müsste her. Glasfaserkabel würde man dort nicht verlegen wollen, habe die Telekom signalisiert, berichtete Bürgermeister Andreas Brandt. Aber Bungalski wird Glasfaser legen – und hofft auf Anschlüsse. Und vielleicht springen ja noch Völkerser auf den Breitbandzug auf, wenn das Kabel verlegt wird.

„Das ist die Technik der Zukunft“, meint Bürgermeister Andreas Brandt. Von dieser Zukunft war Völkersen bisher größtenteils ausgeschlossen. Aktuell laufen in einem Teil des Ortes noch öffentlich geförderte Ausbaumaßnahmen der EWE, die in diesem Jahr dann endlich fertig werden sollen. Der große Rest des Dorfes hätte aber wohl jahrelang in die Röhre geguckt, wenn Marco Bungalski nicht auf den Plan getreten wäre. „Entscheidend ist, dass wir jetzt einen Fuß in der Tür haben und nicht für die nächsten zehn Jahre außen vor sind“, sagte Völkersens Ortsbürgermeister Andreas Noltemeyer. Seine vorläufige Bilanz: „Das war eine relativ runde Geschichte. Am Ende des Tages hat sich gezeigt: So wie wir es gemacht haben, war es richtig.“

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