Energiekontor verkauft Anlagen

Windpark in Völkersen: Zuwendung fließt in Gemeindekasse

Der Projektentwickler Energiekontor will in Völkersen-Haberloh zwei Windenergieanlagen bauen. Baubeginn soll im ersten Quartal 2022 sein.
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Der Projektentwickler Energiekontor will in Völkersen-Haberloh zwei Windenergieanlagen bauen. Baubeginn soll im ersten Quartal 2022 sein.

Völkersen-Haberloh – Der Windpark-Projektentwickler und -betreiber Energiekontor hat die beiden Anlagen, die in Völkersen-Haberloh entstehen sollen, an einen österreichischen Energieversorger verkauft. Das geht aus einer Pressemitteilung von Energiekontor hervor. Das Bremer Unternehmen behält aber nach eigenen Angaben die technische und kaufmännische Betriebsführung. Auch beim Bau der Windenergieanlagen vom Typ Vestas 150 behält Energiekontor die Fäden in der Hand. Der Bau soll im ersten Quartal 2022 beginnen, die Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte geplant, sagt Energiekontor-Pressesprecher Till Gießmann.

Die Leistung des „Windparks Völkersen“ gibt der Projektierer mit etwa 11,2 Megawatt an. Der Jahresertrag werde voraussichtlich bei mehr als 28 Millionen Kilowattstunden liegen. Damit könnten umgerechnet nahezu 10 000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Gemäß einem Vertrag mit dem Flecken Langwedel wird die Gemeinde an den Einnahmen beteiligt – zu erwarten ist Bauamtsleiter Bernhard Goldmann zufolge eine Zuwendung in Höhe von etwa 45 000 Euro pro Jahr.

Der Käufer des Windparks ist laut Till Gießmann „ein österreichisches Energieversorgungsunternehmen, welches bei der Stromerzeugung bereits seit vielen Jahren auf die Nutzung erneuerbarer Energiequellen setzt“. Für Energiekontor gehöre es zum Kerngeschäft, Windparks zu entwickeln und dann zu veräußern. „Mit dem Verkauf des Windparks Völkersen setzt sich unsere erfreuliche Geschäftsentwicklung in 2021 auch in den letzten Tagen des Jahres weiter fort. Mit einer Vielzahl von Wind- und Solarprojekten, die sich aktuell im Bau befinden, sowie einer gut gefüllten und attraktiven Projekt-Pipeline sind wir sehr optimistisch, dass wir diesen positiven Trend im Jahr 2022 fortsetzen werden“, wird Peter Szabo, Vorstandsvorsitzender der Energiekontor AG, zitiert.

Im März 2021 hatte der Landkreis Verden die Baugenehmigung erteilt. Weil nun ein anderer Windkraftanlagentyp gebaut werden soll, wurde laut Kreis-Baubehörde Ende November eine Änderungsgenehmigung notwendig. „Solche Änderungen kommen häufiger vor wegen der Lieferzeiten“, sagt Rolf Thies, Leiter des kreisverdener Bauamts. Till Gießmann spricht von einer allgemeinen Marktverzögerung, die sich pandemiebedingt noch verstärkt habe. „Es kam ja aufgrund von Corona auch zu Staus an den Häfen“, so Gießmann.

Für die beiden in Haberloh geplanten Windräder investiert Energiekontor Gießmann zufolge rund 22 Millionen Euro. Sie sind vom Typ Vestas 150 und haben eine Gesamthöhe von 202 Metern. Dies entspricht der ursprünglich geplanten Höhe, allerdings ist laut Gießmann die Nabenhöhe mit 125 Metern niedriger (zuvor lag sie bei 139 Metern), dafür sind die Rotorblätter länger als beim zunächst geplanten Anlagentyp Vestas 126.

Die geplante Erschließung erfolgt ausgehend von der Autobahnabfahrt Posthausen über die L155, die K234, die Verdener Straße und dann die K24. Gemeindeeigene Wege oder Straßen sind also nicht involviert.

Dass Kommunen am finanziellen Ertrag der Stromerzeugung beteiligt werden, sei gang und gäbe, so Gießmann. „Den Vertrag haben wir im Oktober unterschrieben“, sagt Langwedels Bauamtsleiter Goldmann. Darin befinde sich auch eine Klausel, die die Rechtsnachfolge regelt, also, dass auch der neue Inhaber verpflichtet sei, die Vergütung zu zahlen.

Beteiligt ist nicht nur der Flecken Langwedel (mit etwa 81 Prozent), sondern auch der Flecken Ottersberg (12,4 Prozent) und die Gemeinde Hellwege (6,4 Prozent), weil die Gemeinden in einem Umkreis von 2 500 Metern an die Windräder angrenzen.

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