Wildsaison hat begonnen / Jäger berichtet von seinem jüngsten Jagdglück / Zerlegt und zubereitet, landet Reh auf Teller

Gesunde Delikatesse für Fleischliebhaber

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Jäger Gerd Schmakeit (Mitte) sowie Christian Frank (links) und Detlef Nickel, letzte Gewinner der Aktion „Wildwochen“, lassen sich hier im „Waldschlößchen“ ein köstliches Wildmenü rund um ein von Schmakeit frisch geschossenes Reh schmecken.

Daverden - Die Wildsaison hat begonnen. „Von Oktober bis Ende Januar dürfen wir fast alles schießen“, sagt Gerd Schmakeit, Jagdpächter in Daverden. Feinschmecker, die Fleisch lieben, schnalzen jetzt mit der Zunge. Gut zubereitete Stücke von Hirsch, Reh oder Wildschwein sind für viele eine Delikatesse und ihr Verzehr gilt als weitaus gesünder als der von Fleisch aus Massentierhaltung. Schmakeit und andere Kenner wissen: Wildbret ist arm an Fett, aber reich an Eiweißen, Mineralstoffen und Vitaminen.

Kein Wunder. Denn Wildtiere genießen ihr Leben lang Bewegungsfreiheit, bekommen keine Antibiotika verabreicht und kennen kaum Stress. Nur ihren natürlichen Feinden oder eben dem Jäger dürfen sie nicht in die Quere kommen.

Gerd Schmakeit übt dieses Hobby mit staatlicher Lizenz und hoheitlicher Aufgabe schon lange aus. Seit Ende der 60er Jahre ist er nach eigenen Angaben in Wald und Flur unterwegs, um Nahrungsmittel und Jagdtrophäen zu gewinnen sowie seiner gesetzlich festgeschriebenen Pflicht zur Hege, also der Pflege und Bewahrung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, nachzukommen. Wildverbiss etwa kann in der Flora viel Schaden anrichten.

Von seinem jüngsten Jagdglück erzählte Schmakeit den letzten Gewinnern der „Wildwochen“. Christian Frank aus Uphusen und Detlef Nickel aus Eitze, die sich erfolgreich an der früheren Aktion des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes im Landkreis Verden, von Getränke Ahlers und der Mediengruppe Kreiszeitung beteiligt hatten, lauschten dem Waidmann im „Waldschlößchen“ aufmerksam, denn das von ihm erlegte Reh durften sie in dem Restaurant nun selbst mit Hilfe von Profikoch Axel Meyer zubereiten und anschließend genüsslich verputzen.

„Sonntag früh war ich in meinem Revier zwischen dem Kanal und der Weser auf Pirsch, da kamen mehrere Rehe mit ihren Kitzen aus Maisschlägen auf mich zu“, berichtete der Pächter. „Aber die schonen wir.“ Als er um 8 Uhr die Jägerkanzel habe verlassen wollen, sei plötzlich ein Jährling vor ihm aufgetaucht. „Da habe ich sofort drauf angelegt und perfekt getroffen.“

Anschließend brach Schmakeit das weibliche Tier auf. Es wurde „aus der Decke geschlagen“, wie der Jäger sagt, „ich habe ihm also das Fell über die Ohren gezogen und den Kopf und die Läufe abgetrennt“. Und es auch ausgeweidet, die Innereien entfernt.

Das 14-Kilo-Reh bot Gerd Schmakeit dem auf Wild spezialisierten „Waldschlößchen“ an. Wirt Fidel Uyar kam das angesichts des am Dienstag anstehenden Koch- und Verköstungstermins gerade recht.

Das Zerlegen des Tieres übernahmen Meyer und die Gewinner. „Das Fleisch von den Knochen zu schälen, ist nicht so einfach“, waren sich Frank und Nickel einig.

Die Strecke an Hasen, Kaninchen und Fasanen in seinem Revier sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen, informierte Schmakeit kurz bevor Gulasch & Co. serviert wurden. „Wildschweine kriegen wir kaum.“ Und von den 35 pro Jahr zum Abschuss freigegebenen Rehen falle mehr als die Hälfte dem Autoverkehr zum Opfer.

mm

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