Seit 20 Jahren Friedhofsgärtner auf dem Daverdener Friedhof / Pastor Lars Quittkat: „Er ist sensibel und hilfsbereit“

Werner Diekmanns Gespür für Pflanzen – und Menschen

Eine in Corona-Zeiten fast vergessene Geste ahmten Pastor Lars Quittkat und Werner Diekmann mit diesem Pappkameraden nach. Günter Röge vom Kirchenvorstand findet’s sichtlich komisch.
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Eine in Corona-Zeiten fast vergessene Geste ahmten Pastor Lars Quittkat und Werner Diekmann mit diesem Pappkameraden nach. Günter Röge vom Kirchenvorstand findet’s sichtlich komisch.

Daverden – Wer von der Kirche aus durch das kleine schmiedeeiserne Tor auf den Daverdener Friedhof geht, trifft nach kurzem Weg auf die Hauptallee. Über sie gelangt man unter anderem zu der Urnengemeinschaftsanlage und zu mehreren Urnenpartneranlagen, die es seit 2007 gibt. Und irgendwo auf dem alten, schönen parkähnlichen Friedhof trifft man dann auch ihn, Friedhofsgärtner Werner Diekmann.

Er feierte jetzt ein kleines Jubiläum. Seit 20 Jahren ist Werner Diekmann Friedhofsgärtner in Daverden. Um das zu würdigen, gratulierten Pastor Lars Quittkat und Günter Röge, im Kirchenvorstand für das Friedhofswesen zuständig, zum runden Arbeitsgeburtstag. Nach Corona-Manier näherten sich die Beteiligten einander in gebührendem Abstand. Dann reichten sie sich sogar in einer symbolischen Geste zwei grüne, aus Pappe ausgeschnittene Hand-Silhouetten.

Werner Diekmann, inzwischen fast 58 Jahre alt, machte 1982 in Norden (Ostfriesland) sein Abitur, leistete 15 Monate Wehrdienst bei der Bundeswehr in Jever. Von 1984 bis 1986 folgte die gärtnerische Ausbildung, danach folgte ein Jahr im Beruf. Anschließend nahm Diekmann an der Universität Hannover ein Gartenbaustudium auf, das er 1993 mit Diplom abschloss und seitdem ein „Dipl. Ing. agr.“ ist. Er arbeitete im Produktionsgartenbau, der sowohl Gartenbau als auch Pflanzentechnologie beinhaltet, wie auch als Landschaftsgärtner im Harz.

Über den Daverdener Friedhofsgärtner Johann Cordes, den Vater seiner damaligen Lebensgefährtin Martina Cordes, kam Diekmann 2001 nach Daverden. Johann Cordes ging in den wohlverdienten Ruhestand, seit Oktober 2001 ist nun Diekmann der Friedhofsgärtner. Damals war noch Karsten Vehr Pastor, bevor am 16. Juni 2002 Lars Quittkat Seelsorger in Daverden wurde. In der zwischenzeitlichen Vakanzzeit habe er viel von der Achimer Pastorin Gisela Stark gelernt. „Vor allem bei Bestattungen“, so Werner Diekmann. Und dann war da ja glücklicherweise auch noch Johann Cordes, der so manchen Rat geben konnte.

Werner Diekmann ist als Friedhofsgärtner sowohl kirchlicher Angestellter wie auch selbstständig.

Zu seinem Angebot gehört die Beratung, die Grabgestaltung, Pflege, jahreszeitliche Bepflanzungen mit anschließendem Gießdienst sowie der Heckenschnitt und die Grabsteinreinigung. Diekmann ist Vertragsgärtner der Treuhandstelle für Dauergrabpflege. „Der Daverdener Friedhof ist einmalig und hat Parkcharakter“, schwärmt Werner Diekmann von seinem Arbeitsplatz. Im sei daran gelegen, den Friedhof nachhaltig zu bewirtschaften. Pastor Lars Quittkat lobte die Sensibilität seines Friedhofwartes. „Er ist immer hilfsbereit und geht auf die Menschen zu, gerade in Zeiten, in denen diese die Trauer bewältigen müssen.“

Werner Diekmann geht auch auf Gartenausstellungen, gemeinsam mit zwei Kollegen stellt er auch auf Bundes- und Landesgartenschauen aus. Und bei so einer Gelegenheit – genauer: in Papenburg – hat er guten Wein schätzen gelernt. Werner Diekmann hat bisher zwei weitere Gärtner ausgebildet und beschäftigt aktuell Gärtner auf eineinhalb Stellen.

Seit 2010 lebt Werner Diekmann in Twistringen. Der doch ganz schön lange Anfahrtsweg zu seinem Arbeitsplatz ist immer mit Vorfreude auf den Daverdener Friedhof mit dem alten Baumbestand verbunden. „Gerade das ist das Schöne am Daverdener Friedhof, dass nicht alles genormt auf einer Höhe ist und es dort schöne Ecken gibt.“  hu

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