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Wenn zwei sich im Flecken Langwedel streiten ...

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Von: Jens-Peter Wenck

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Die neuen Langwedeler Schiedspersonen sind Axel Junge (li.) und Susanne Schwandt (2.v.re.). Sehr zur Freude von Bürgermeister Andreas Brandt (2.v.li.) und Ordnungsamtsleiter Frank-Peter Adam (re.).
Die neuen Langwedeler Schiedspersonen sind Axel Junge (li.) und Susanne Schwandt (2.v.re.). Sehr zur Freude von Bürgermeister Andreas Brandt (2.v.li.) und Ordnungsamtsleiter Frank-Peter Adam (re.). © Wenck

Langwedel – „Da lese ich in der Zeitung: Der Flecken Langwedel sucht noch eine stellvertretende Schiedsperson“, erzählt Susanne Schwandt. Dann steht da auch noch, dass Axel Junge der neue Schiedsmann in Langwedel ist. „Wir haben zusammen gelernt, in Verden und Hannover. Da hab" ich gedacht, da bewirb" dich mal.“ Neben Susanne Schwandt sitzt Axel Junge und schmunzelt, daneben Bürgermeister Andreas Brandt.

Und der strahlt so richtig. Hat der Flecken Langwedel doch jetzt zwei neue Schiedsleute, die aus ihrem Berufsleben in gehobener Position in der Kommunalverwaltung ein gerüttelt Maß an Erfahrung mitbringen.

Schwandt und Junge haben damit die Nachfolge von Christel Junge und Theda Henken angetreten, die beide etliche Jahre im Amt waren. Möge das auch bei den beiden Neuen so sein, hofft in der Gemeindeverwaltung auch Ordnungsamtsleiter Frank-Peter Adam. Die Schiedsleute haben im Langwedeler Rathaus ein Büro, werden ab der kommenden Woche dort zum ersten Mal nach langer Coronapause wieder eine Sprechstunde abhalten, sind aber nicht dem Ordnungsamt oder dem Bürgermeister, sondern dem Amtsgericht Verden unterstellt.

Wer Schiedsmann oder Schiedsfrau werden möchte, bewirbt sich bei seiner Gemeinde, der Gemeinderat stimmt über die Bewerber ab – und gibt seine Vorschläge an das zuständige Amtsgericht weiter, das dann die Ehrenbeamten bestellt.

„Schlichten statt richten“ ist der Leitspruch der Schiedsleute, der schon eindeutig darauf hinweist, dass es darum geht, aufwendige und teure Gerichtsverfahren zu vermeiden. Meistens geht es dabei um Nachbarschaftsstreitigkeiten. Axel Junge ist seit vergangenem September im Amt, Susanne Schwandt seit dem 1. November. Erste Gespräche mit Kundschaft gab es schon. Auch wenn sich die Neuen in bereits von ihren Vorgängern angefangene Fälle einarbeiten müssen – bei null fangen sie nicht an. „Die Akten von unseren Vorgängern sind ja noch da“, sagt Axel Junge.

Auch im Rathaus sind das eine oder andere Gesicht, die Geschichten und die Beschwerden durchaus bekannt, die Schiedsleute können informiert werden. Was übrigens auch Sinn und Zweck der ganzen Unternehmung ist. „Unser Ziel ist es ja, die Gerichte und die Verwaltung zu entlasten“, sagt Susanne Schwandt.

Dafür braucht es natürlich ein gutes Maß an Menschen- und Ortskenntnis, an Diplomatie – und auch an entsprechendem Fachwissen. Das haben selbst der ehemalige Erste Oytener Gemeinderat Junge und die einstige Leiterin des Haupt- und Personalamtes des Landkreises Rotenburg aufgrund ihrer großen beruflichen Erfahrung nicht in Gänze im Gepäck. Darum gibt es auch für Schiedsfrauen und -männer ständige Fortbildungen.

Wer als Bürgerin oder Bürger ein Anliegen, eine Frage an Axel Junge und Susanne Schwandt hat, bekommt am schnellsten Kontakt über eine E-Mail an axel.junge@schiedsmann.de oder susanne.schwandt@schiedsfrau.de. Ab dem kommenden Donnerstag, 12. Januar, gibt es aber wieder die regelmäßige öffentliche Sprechstunde (immer jeden zweiten Donnerstag im Monat), und zwar von 17 bis 18 Uhr im Besprechungszimmer im ersten Obergeschoss des Rathauses. Schwandt und Junge stehen dann für Fragen und Informationen zum Thema Schiedsverfahren allen Interessierten aus dem Flecken zur Verfügung.

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