Nächtlichen Aktivitäten in Coronazeiten mit Infrarotkamera auf der Spur

Wenn die Dunkelheit kommt...

Zugegeben, es ist kein ideales Fahndungsfoto. Aber es ist eindeutig ein Fuchs, den die Infrarotkamera hier inmitten einer menschlichen Behausung erwischt hat. Foto: Göbbert

Langwedel - Von Rolf Göbbert. Obwohl das Nachtleben im Zuge der aktuellen Corona-Maßnahmen stark eingeschränkt ist, halten sich nicht alle Bewohner im Flecken Langwedel an die Vorgaben der Bundes- und Landesregierung. Und damit sind nicht etwa Menschen gemeint, die die Dunkelheit der Nacht nutzen, um sich an den Rändern der Besiedlungen zu spätabendlichen Aktivitäten zu treffen – natürlich nur in trauter Zweisamkeit. Was dieser Tage beziehungsweise Abende durchaus beobachtet werden konnte, wie absolut vertrauenswürdige Quellen glaubhaft versichern.

Insbesondere die nachtaktiven Tiere wie Fuchs, Marder oder Eule starten ihre Aktivitäten, nachdem sich Otto Normalverbraucher ins Bett gelegt hat. Vielleicht profitieren sie sogar von der nächtlichen Ruhe und wagen sich immer weiter in die menschlichen Siedlungen hinein – und bleiben nicht nur an deren Rändern.

So zieht es beispielsweise den Fuchs gerade jetzt, wo die Jungtiere aufgezogen werden müssen, in die Nähe der Menschen. Dort findet der Fuchs seine Hauptnahrung Mäuse und Ratten sowie Essenreste, Früchte und Vögel. So kann ein aufgerissener Gelber Sack durchaus die Folge eines nächtlichen Besuches durch einen sogenannten Beutegreifer sein.

Was waren die Zeiten für Meister Reineke noch schön, als der Fuchs Omas prall gefüllten Hühnerstall besuchen konnte oder Schlachtabfälle von der Mistkuhle holte.

Wer aber heutzutage Katzen oder Hunde außerhalb des Hauses füttert, muss sich nicht wundern, wenn auch Wildtiere vom gedeckten Tisch naschen.

Der Fuchs hat nicht überall Freunde und steht aktuell im Verdacht, den Bodenbrütern zuzusetzen und wird deshalb mit Fallen gejagt. Er kennt die Bejagung allerdings aus der Vergangenheit, als man ihn als gemeinen Dieb getreu dem Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ den Gar ausmachen wollte.

Um überhaupt einen Effekt auf die Population zu erzielen, müssen mindestens zwei Drittel des regionalen Bestandes getötet werden, denn auf die Bejagung reagiert der Fuchs mit einer erhöhten Reproduktionsrate.

Außerdem besetzen umherwandernde Artgenossen sofort freigewordenen Reviere. Obwohl der Fuchs bis zu 15 Jahre alt werden kann, sind allenfalls fünf Prozent der Population älter als vier Jahre.

Beginnend mit einer hohen Sterblichkeit im ersten Lebensjahr fallen viele Füchse dem Straßenverkehr und der Bejagung zum Opfer. Aber auch eine Begegnung mit dem Wolf endet meistens tödlich. Mit Haustieren wie Katze und Hund führt der Kulturfolger eine friedliche Koexistenz.

Der auf dem Foto abgebildete Fuchs wurde am Ortsrand von Langwedel fotografiert. Seine Aktivitäten wurden zwischen Mitternacht und 4.30 Uhr dokumentiert.

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