„Weichen sind gestellt – jetzt möchte ich Weg weitergehen“

Bürgermeister Andreas Brandt (SPD): Eigene Erfahrungen helfen bei Familienpolitik

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Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt – hier auf dem Balkon seines teils selbst ausgebauten Hauses in Völkersen – stellt sich zur Wiederwahl auf acht Jahre. 

Langwedel - Dass er und seine Frau noch relativ junge Kinder haben – einen sieben- und einen zehnjährigen Sohn –  sei für ihn auch als Bürgermeister wichtig, betont Andreas Brandt. Im Kreise anderer Eltern kämen immer auch drängende allgemeine Probleme zur Sprache, von denen ein Außenstehender womöglich gar nichts erfahre .

Der Bereich Familie und Schulen ist dem 46-jährigen Langwedeler Verwaltungschef und Sozialdemokraten somit sehr wichtig.

Brandt tritt am 24. September an, um auf weitere acht Jahre zum Bürgermeister gewählt zu werden. In den bisher siebeneinhalb Jahren Amtszeit seien schon wichtige Weichen für die Zukunft des Fleckens Langwedel gestellt worden, „und jetzt möchte ich diesen Weg weitergehen“, begründet er seine erneute Kandidatur.

Ein Verdiener im Haushalt reiche heutzutage bei galoppierenden Mieten und Wohnungspreisen sowie anderen Ausgaben oft nicht mehr, weiß der Bürgermeister. Kindererziehung werde da immer mehr zur gesellschaftlichen Aufgabe, und Eltern müsse die Arbeitsaufnahme erleichtert werden. Im Flecken Langwedel seien jetzt so viele Krippenplätze auch in gemischten Gruppen geschaffen worden, dass die Nachfrage derzeit wie gesetzlich verlangt gedeckt ist. Und im August stehe ja noch die Neueröffnung in Daverden an.

Großprojekt bereitet schlaflose Nächte 

Das finanziell klar dominierende Projekt ist aber eindeutig der Oberschul-Neubau in Langwedel. 16,3 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. Es wird die Pro-Kopf-Verschuldung im Flecken von bisher läppischen 34 auf gut 500 Euro hochtreiben.

Eine Sanierung des maroden alten Gebäudes am Goldbach wäre aber noch teurer gekommen, und die Alternative hätte gelautet, Langwedel als Schulstandort ganz aufzugeben, so Brandt. Er räumt ein, dass ihm das Großprojekt schon schlaflose Nächte bereitet habe.

Der Spielraum im Haushalt für weitere Vorhaben größeren Umfangs bleibt da nämlich vorerst gering. Das gilt zum Beispiel für die auf 12 Millionen Euro taxierte Erweiterung des Daverdener Gewerbegebietes an der Autobahn samt neuer Entlastungsstraße zwischen Feld- und Hollenstraße.

Der Standort an de A 27 sei schon jetzt sehr begehrt auch bei größeren Unternehmen, und alle sonstigen Gewerbeflächen seien bis ja auf eine Ausnahme schon veräußert, erläutert Brandt. Zur Erschließung des neuen Gebiets an der A 27 müsse aber voraussichtlich eine privatwirtschaftliche Lösung her. Wichtig sei dabei, dass den überwiegend aus der Landwirtschaft kommenden Besitzern der benötigten Areale gleich andere Flächen zum Tausch angeboten werden könnten.

Herzensangelegenheit: Stärkung der sechs Feuerwehren des Fleckens

Sehr am Herzen liegt dem früher bei der Bundesbahn als Industriemechaniker tätigen Langwedeler Bürgermeister auch die Stärkung der sechs Feuerwehren des Fleckens. Mit dem Neubau des Etelser Feuerwehrhauses sei die Reihe der Sanierungen im Prinzip abgeschlossen, freut er sich. Doch erweitern sich auch die Aufgaben der Wehren – durch das gewachsene Gewerbegebiet, steigendes Verkehrsaufkommen auch auf der Schiene und dem Wasser sowie durch große Einrichtungen wie Waldheim und Hof Meyerwiede. Daher soll ein Feuerwehrbedarfsplan neu erstellt werden.

Als Leistungen in der bisherigen Amtszeit stellt Brandt unter anderem noch die 180 Plätze zur Nachmittagsbetreuung von Grundschülern, flächendeckende Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten, Einrichtung einer Erdbeben-Messstelle im Rathaus, die Erstellung des Etelser Dorfplatzes, Verbesserung der Breitbandversorgung, Lärmsanierung an der Bahn und den Ankauf des Völkerser Sportplatzes mit Vereinsheim heraus.

Ziele bleiben dennoch neben schon genannten genug – etwa Realisierung von Baugebieten in Völkersen, Etelsen und Steinberg, Ausbau der Park & Bike-Anlagen am Bahnhof in Langwedel und Etelsen, Umsetzung des Kinderspielplatz-Konzeptes, weitere Breitbandversorgung, noch mehr Grundschul-Ganztagsangebote, Verbesserung der Verkehrssituation an der Daverdener Kreuzung – und natürlich die bundesweit auch von Brandts Partei geforderte Abschaffung der Kindergartengebühren. 

 la

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