Das Wagnis Radsportabzeichen mit der Betonung auf Sport

Etelser wegen Corona auf der Straße

Reife Leistung: Beim RV Etelsen schafften 2020 elf Erwachsene das Radsportabzeichen – die Ehrung nahm Günter Steffens (li.) mit 40 Jahre alter Didi-Thurau-Mütze vor.
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Reife Leistung: Beim RV Etelsen schafften 2020 elf Erwachsene das Radsportabzeichen – die Ehrung nahm Günter Steffens (li.) mit 40 Jahre alter Didi-Thurau-Mütze vor.

Etelsen – Mein lieber Herr Radfahrverein, das sind mal Anforderungen. 100 Kilometer Radfahren am Stück, und das gefälligst in verdammt wenig Zeit. Immerhin nach Altersklassen gestaffelt. Sprints fahren über 200 und 1000 Meter, natürlich auch auf Zeit. Geschicklichkeitsfahren, etwa über die Wippe, Slalom, langsam fahren wurde auch noch verlangt. Dann noch einmal 20 Kilometer Radfahren, auch auf Zeit.

„Da musstest du als 50er zum Beispiel einen 30er-Schnitt fahren“, berichtet Tobias Steffens vom Radfahrverein (RV) Etelsen. Soll heißen, wer in der Altersklasse der 50-Jährigen an den Start ging, musste auf seinem Rad im Schnitt mit 30 Stundenkilometern im Schnitt unterwegs sein, um die Aufgabe zu schaffen.

Was hier beschrieben wurde, gehört zu den Anforderungen, die es zu erfüllen gilt, wenn man das Deutsche Radsportabzeichen erwerben möchte. Je höher das Alter, umso leichter die Bedingungen. Im RV Etelsen schaffen 2020 genau 27 Vereinsmitglieder dass Abzeichen. Alle in „Gold“. 16 waren Kinder und Jugendliche, elf Erwachsene.

Die Kinder hatten ihre Urkunden schon zum Ende des vergangenen Jahres bekommen. Die Erwachsenen erst jetzt im Etelser Klönschnack, wo die Radfahrer direkt nach ihrer wöchentlichen Runde, dieses Mal 50 Kilometer lang, einkehrten. „Eigentlich wollten wir das für alle zusammen schon im letzten Oktober machen“, erzählt Tobias Steffens. Dann kam Corona das zweite Mal. Und genau genommen ist der erste Pandemie-Lockdown dafür verantwortlich, dass sie sich an das Radsportabzeichen gewagt haben.

Zum Verein gehören nicht nur die Rennfahrer und die Tourenfahrer, sondern auch die Hallensportler, die Radballer. Gerade hatte man hier im Jugendbereich wieder eine ordentliche Teilnehmerzahl beisammen – und dann sollte nichts mehr gehen. Also raus, mit den Jungs, an die frische Luft. Kam richtig gut an. „Da haben wir gedacht, das ist auch was für die Erwachsenen“, so Tobias Steffens. „Hallensportler, Väter, RTFler und die etablierten Radsportler“, so Christian Junge, taten sich in der Trainigs- und Radsportabzeichengruppe zusammen. In der Tat eine bunte Truppe. Auch was das anfängliche Leistungsspektrum betrifft. Die RTFler sind übrigens die Radtourenfahrer.

Die Verleihung der Urkunden, Nadeln und Trikots im Klönschnack übernahm Günter Steffens. Urgestein des RV Etelsen und vor genau 40 Jahren Mitbegründer des Mittwochstrainings. „Wir wollten an den Bodensee.“ Das haben sie 1982 dann auch gemacht. 892 Kilometer in acht Tagen. Auch eine Radsportabzeichenabnahme gab es dann ab 1982 im Verein. Da kann sich Günter Steffens definitiv ein Urteil über die aktuellen Leistungen erlauben: „Stark! Das waren knüppelharte Bedingungen, eigentlich für Rennfahrer gemacht und nicht für Tourenfahrer.“

Er selbst mochte jetzt nicht mehr aktiv dabei sein. Mit 72 Jahren hat er es sich tatsächlich erlaubt, aufs Pedelec umzusteigen.

„Aber bei der Abnahme bleibst Du uns doch erhalten?“, kam es aus der Runde. „Unbedingt. Selbstverständlich“, so die Antwort. „Läuft bei uns“, meinte ein zufriedener Senior Steffens noch. „Wir haben einen tollen Verein.“

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