Etelsen feiert im zweiten Jahr in der Corona-Variante

Waldweihnacht in Etelsen: „Diese Tradition wollen wir nicht aufgeben“

Schon irgendwie auch romantisch, so eine Waldweihnacht mit Fackelschein.
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Schon irgendwie auch romantisch, so eine Waldweihnacht mit Fackelschein.

Etelsen – Seit Jahren kommen die Menschen immer am dritten Advent auf dem Etelser Dorfland rund um den großen Tannenbaum zusammen, um sich mit ihrer „Waldweihnacht“ auf das bevorstehende Fest einzustimmen. „Diese Tradition wollen wir auch in schwierigen Zeiten nicht aufgeben“, so Pastor Martin Beckmann. Wie schon im vergangenen Jahr fand jetzt die Waldweihnacht unter Corona-Regeln statt. „Heute haben wir eine hohe Luftfeuchtigkeit“, sagte Martin Beckmann in seiner Begrüßung, es nieselte leicht.

Immerhin bestand am Sonntag die Gelegenheit, sich um den geschmückten Weihnachtsbaum zu versammeln. Martin Beckmann bat die Besucher, Abstand zu halten und nicht leichtsinnig zu sein. Und alle Gäste gingen verantwortungsbewusst mit der aktuellen Corona-Situation um.

Der „Wald“ besteht seit all den Jahren auch immer aus einer einzigen, aber großen und wunderbar geschmückten Tanne. Es gibt also auf dem Dorfland keinen Wald, bei der Waldweihnacht handelt es sich um einen Gottesdienst unter freiem Himmel. „Es ist eine Generalprobe für Weihnachten“, erklärte Martin Beckmann wie schon im vergangenen Jahr, denn auch dieses Mal wird der der Festgottesdienst in Etelsen wegen der Pandemie wieder unter freiem Himmel stattfinden.

Nachdem um 18 Uhr die Kirchenglocken geschlagen hatten, begrüßte Martin Beckmann die vielen Besucher, die trotz des Nieselregens gekommen waren, um wenigstens für eine halbe Stunde die täglichen Coronazahlen zu vergessen.

„Vom Himmel bis in die tiefsten Klüfte ein milder Stern herniederlacht. Vom Tannenwalde steigen Düfte und hauchen durch die Winterlüfte und kerzenhelle wird die Nacht. Mir ist das Herz so froh erschrocken, das ist die liebe Weihnachtszeit. Ich höre fernher Kirchenglocken, mich lieblich heimatlich verlocken in märchenstiller Herrlichkeit. Ein frommer Zauber hält mich nieder, anbetend, staunend muss ich stehn. Es sinkt auf meine Augenlider ein goldener Kindertraum hernieder. Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehen“ – heißt es im Weihnachtslied von Theodor Storm.

Und von diesem Wunder der Weihnachtsnacht erzählte Pastor Martin Beckmann in seiner kurzen Ansprache, von dem großen „Aber“, das sowohl die Weihnachtsnacht als auch die jetzige Zeit begleitet. Mit den beiden Worten „einerseits aber andererseits“ verband er dazu mehrere Gedanken. Einerseits ein menschliches Kind in der Krippe, andererseits aber Gottes Sohn. Einerseits sollen die Kontakte reduziert werden, andererseits aber ist es schön, hier so zusammenzukommen. Einerseits und andererseits sei jedoch nicht zu verwechseln mit entweder oder. Einerseits und andererseits ergänzen sich und lassen etwas Neues entstehen. „Das ist Weihnachten!“, sagte Beckmann.

Zusätzlich trugen Sylke Beckmann und Tochter Ida sowie zwei Mitglieder des Kirchenvorstands besinnliche Verse vor.

Eine Bläsergruppe spielte im Pavillon zwischendurch immer wieder Weihnachtslieder. Zwar sollte nicht mitgesungen werden, aber so manch einer der Besucher summte die schönen Weihnachtslieder doch mit. Viele Fackeln und Taschenlampen beleuchteten den Platz. Der große Adventskranz aus der Kirche, auf dem drei Kerzen brannten, stand neben dem Weihnachtsbaum.

Einen Wald gibt es auf dem Dorfland nicht. Aber eine wirklich große und prächtig geschmückte Tanne, vor der Pastor Beckmann auch in diesem Jahr die Andacht hielt.

Beim letzten Lied „O Tannenbaum“ bat Martin Beckmann die Besucher, zumindest eine Strophe vorsichtig mitzusingen. Dieses wurde entsprechend auch gemacht.

Und der Etelser Weihnachtsbaum ist in diesem Jahr wieder eine richtige Pracht. Günther Minder und seine Helfer hatten die große Tanne toll geschmückt.

Minder verriet, wie sie das gemacht haben: „Wir schmücken den Baum, wenn er noch am Boden liegt“, erläuterte er. Rolf Meyer rückte mit technischen Hilfsmitteln an, um den Baum aufzurichten. Irmtraud Kutscher, ehemalige Ortsbürgermeisterin, kam mit wärmenden Getränken vorbei.

Zum Schluss bat Pastor Martin Beckmann um eine Kollekte für Brot für die Welt. Gegen eine entsprechende Spende konnte ein Glas Marmelade mitgenommen werden, die Schüler der Berufsbildenden Schulen in Verden für diese Aktion gefertigt und gespendet hatten.  whu

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