Viele Pläne für die Zukunft

Stiftung Waldheim: Neubau in Thedinghausen bezogen

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Carl-Georg Issing und Dieter Haase informierten über das Waldheim, Pläne für die Zukunft und aktuelle rechtliche und sozialpolitische Belange.

Cluvenhagen - Während einer Informationsveranstaltung informierten die beiden Vorstandsmitglieder der Stiftung Waldheim, Dieter Haase und Carl-Georg Issing, über aktuelle Geschehnisse der Waldheim Gruppe, rechtliche sowie sozialpolitische Veränderungen im Bereich der Hilfen für behinderte Menschen. Viele Eltern, Angehörige und Betreuer nutzten jetzt diese Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch.

350 Menschen ( davon 337 Erwachsene) wohnen zurzeit in der Stiftung Waldheim sowie in externen Wohngruppen. „Die Nachfrage nach stationären Wohnplätzen ist weiterhin sehr hoch“, so Carl-Georg Issing. Allerdings gibt es in Niedersachsen die politische Entscheidung, keine neuen Wohnheimplätze mehr zu genehmigen.

Die Nachfrage nach den ambulanten Diensten der Stiftung Waldheim für Menschen mit Beeinträchtigung, die in einigen Bereichen des täglichen Lebens auf Unterstützung angewiesen sind, ist nicht ganz so stark gestiegen wie in den Vorjahren, bewegt sich aber mit derzeit 135 Kunden in den Landkreisen Diepholz und Verden auf einem guten Niveau, so Issing.

2017 wurden 50 junge Erwachsene im Rahmen einer Ausbildung, eines Freiwilligen Sozialen Jahres und des Bundesfreiwilligendienstes neu eingestellt, sodass jetzt insgesamt 76 Nachwuchskräfte ausgebildet und beschäftigt werden. Auch freut es die beiden Vorstandsmitglieder, dass so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Fortbildungsmöglichkeiten der Stiftung Waldheim nutzen.

Moderne Wohnform für Menschen mit Unterstützungsbedarf

Vorgestellt wurde auch die neue Wohnstätte der Waldheimgruppe in Thedinghausen. Das moderne, selbstverständlich barrierefreie Haus wurde im Oktober von 28 Bewohnerinnen und Bewohner bezogen. Leider sind die Arbeiten an den Außenanlagen nicht so weit fortgeschritten, wie man es sich wünschte.

Vor Bezug der neuen Wohnstätte, die konzeptionell eine moderne Wohnform für Menschen mit Unterstützungsbedarf darstellt, fanden mehrere Kennenlern- und Informationstreffen statt, teilweise in Räumen der Kirchengemeinde Thedinghausen.

Die 28 jungen Erwachsenen haben sich in vier Wohngemeinschaften aufgeteilt. Jeder hat sein eigenes und persönlich eingerichtetes Zimmer. Zwei Bewohner teilen sich jeweils ein Bad. Die Farben und Wohnmaterialien konnten alle frei wählen. Gemeinschaftlich genutzt werden jeweils ein offener Küchen- und Essbereich sowie der große Wohnbereich. Es gibt gemeinschaftliches Zusammenleben und Rückzugsmöglichkeiten ins private Reich. Die Baukosten des neuen Hauses blieben im gesetzten Kostenrahmen.

Modern, hell, selbstverständlich barrierefrei – ist der Neubau der Waldheim-Gruppe in Thedinghausen. 2018 will man in Langwedel im gleichen Stil bauen.

Auch in Langwedel plant die Stiftung Waldheim eine neue Wohnstätte zu errichten. Baubeginn soll im ersten Halbjahr 2018 sein. Architektur und Ausstattung sind wie in Thedinghausen vorgesehen. „Wir wollen uns bei der Planung genügend Zeit nehmen, um aus den Erfahrungen im Haus Thedinghausen zu lernen“, so Issing. Parallel sollen die Wohnhäuser „Achim“ und „Verden“ auf dem Stammgelände der Stiftung Waldheim in Cluvenhagen saniert werden.

Darüber hinaus ist ein Neubau für die Helene-Grulke-Schule angedacht. Dafür wurde bereits ein Grundstück in Achim auf dem ehemaligen Gelände der Steubenkaserne gekauft, wo auch ein neues Wohngebiet entstehen soll.

Die Schulräumlichkeiten an der Helene-Grulke-Straße in Cluvenhagen sollen dann später zusätzlich den Tagesförderstätten zur Verfügung stehen. Hier erhalten Menschen mit Behinderung bedarfsgerechte Beschäftigung und Förderung, da sie aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten können. Für all diese Bauvorhaben wünscht sich Issing eine gute Beteiligung an den noch ausstehenden Ausschreibungen.

Neue Finanzierungsstruktur ab 2020

Issing widmete sich außerdem dem neuen Bundesteilhabegesetz, das noch handwerkliche Fehler habe, weshalb es bereits mehrere Ergänzungsgesetze gab. Unter anderem wurde der Begriff „Behinderung“ neu definiert. Ab 2020 wird es eine neue Finanzierungsstruktur geben, getrennt nach einzelnen Fachleistungen.

Um den Betroffenen eine unabhängige Teilhabeberatung zukommen zu lassen, beteiligte sich die Stiftung Waldheim im Verbund mit anderen sozialen Einrichtungen an der Gründung eines gemeinnützigen Vereines. Sobald diesem Verein die Genehmigung seitens der zuständigen Behörden erteilt wird, können sich Interessenten informieren. Auch das Niedersächsische Heimgesetz wurde geändert und durch eine Heimpersonalverordnung ergänzt.

Vorstandsmitglied Dieter Haase berichtete über die Waldheim Werkstätten in Achim-Bierden, für die kürzlich ein neuer Werkstattrat („fast wie ein Betriebsrat“) und eine Frauenbeauftragte gewählt wurden. Die Waldheim Werkstätten sind derzeit zudem mit der Planung einer Werkstatt für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen beschäftigt, deren Sitz auch in Achim sein soll. - hu

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