Band 3 von „Liebe ohne Ende“ vorgestellt

Das wahrscheinlich längste Liebesgedicht der Welt

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Dichter Roland Pöllnitz und Laudatorin Barbara von Wedelstaedt mit dem neuen Buch, das am Wochenende im Hofcafé zu Haberloh vorgestellt wurde.

Haberloh - Von Inka Sommerfeld. Das Wetter war wie gemacht für einen lauschigen Leseabend. Einen Abend in gemütlicher Runde, entspannter Atmosphäre und mit einem guten Essen. Das alles boten am Sonnabend Lydia und Roland Pöllnitz in ihrem Hofcafé in Haberloh. Denn der Dichterwirt hat seinen dritten Gedichtband vollendet und präsentierte das Werk dem Publikum. „Liebe ohne Ende“ lautet auch dieser Titel.

Draußen klatschte der Regen hernieder, knallten Eicheln auf das Vordach. Drinnen plauderten die Gäste angeregt, ließen sich das Menü schmecken und freuten sich auf Poesie. Alles bei Kerzenschein. Dazwischen der Dichterwirt, der geschäftig hin und herlief: Er bediente die Gäste und bereitete die Lesung vor. Seine Lesung.

Überraschung fällt aus - die Technik spielt nicht mit

„Ich freue mich ganz doll, dass ihr bei diesem Regenwetter bei uns eingetroffen seid“, begrüßte Pöllnitz die Besucher, fügte aber ein wenig enttäuscht hinzu: „Ich hatte eine Überraschung vorbereitet, doch die Technik hat mich im Stich gelassen.“

Er wollte dem Publikum seine beiden Fernsehauftritte zeigen: der eine im Regionalmagazin „Buten un binnen“ zum Tag der Poesie, der andere bei „Außenseiter Spitzenreiter“ im MDR. Aber Pöllnitz wäre nicht Pöllnitz, wenn solch ein Zwischenfall seine gute Laune verderben würde. „Das holen wir nach, spätestens bei der Präsentation meines vierten Gedichtbands“, kündigte er an.

Barbara von Wedelstaedt stimmte das Publikum auf Poesie ein: „Wir haben heute das seltene Privileg, einer Weltpremiere beizuwohnen, einer Buchpremiere, um den dritten Band des wahrscheinlich längsten Gedichts der Welt mit 1000 Strophen.“

Das ganze Gedicht in drei Bänden umfasse 3000 Strophen und sei damit guinessbuchverdächtig. Der Inhalt: Liebe. „Dem Autor gelingt es, sich in dieser Fülle von Gedichten nur sehr selten zu wiederholen, und das auch nur dann, wenn es für das Gefühl, das er ausdrücken möchte, keine anderen Worte gibt“, würdigte die Achimer Autorin.

Wedelstaedt setzt konsequent auf Schweifreime

Jedes Gedicht besteht aus sechs Zeilen. Was Wedelstaedt besonders beeindruckt: „Roland Pöllnitz schafft es, alle Gedichte in sogenannten Schweifreimen zu schreiben. Das heißt, die ersten beiden Zeilen sind ein Paarreim, dann folgt ein sogenannter umfassender oder umarmender Reim, also ein Paarreim umarmt einen anderen. Wir kennen es aus dem Gedicht ‚Der Mond ist aufgegangen‘ von Matthias Claudius.“ Sie staunte: „Wie viel Gefühl muss in einem Menschen stecken, der diese schwierige Reimform über drei dicke Bände durchhält?“

Pöllnitz nehme sich in seinen Gedichten viel Zeit, um Blumenwiesen, Bienenflug und Schattenspiele zu betrachten. „Mit großer Zuneigung reimt er über Tiere, über die Schöpfung, aber vor allem über Menschen, und da sicherlich zu 90 Prozent über seine eigene Liebe zu einer bestimmten Frau“, sagte Wedelstaedt schmunzelnd und blickte Richtung Küche, wo Lydia Pöllnitz agierte.

Autor schreibt täglich eine Strophe

Ihre Empfehlung: „Lesen Sie das Buch nicht in einem Rutsch durch, sondern gönnen Sie sich jeden Tag ein paar Gedichte, und ihr Tag wird heller und auf ihrem Gesicht ein Lächeln stehen.“ Ihr Fazit: „Das Buch trägt sicher dazu bei, dass der eine oder andere Nebensächlichkeiten etwas sorgfältiger betrachtet, dass manch einer vielleicht ein besserer und positiv denkender Mensch wird, und dass man die Welt ein bisschen heller sieht.“

Dann knipste Dichter Pöllnitz die Leselampe an und legte los – er präsentierte den dritten Band im Schnelldurchlauf. „Es ist das längste Liebesgedicht“, stellte er klar. Das ist zugleich ein poetisches Tagebuch, denn er brachte und bringt jeden Tag eine Strophe zu Papier, bestehend aus den beschriebenen sechs Zeilen. Liebe in allem, was er wahrnimmt, und zu allem, was er tut. Los ging’s am 3. Oktober 2014, dem Tag der deutschen Einheit, und er sieht Ost und West vereint in Kochkunst und Poesie. Pöllnitz reimt über Speisen, seine Enkeltochter, Theaterbesuche, den Himmel bei Nacht, die Jahreszeiten, Weihnachten, Vögel im Garten, das Steuerzahlen, die Kunst des Zen, Besuche beim Arzt, seinen Hochzeitstag, Veranstaltungen im Hofcafé, Urlaube – kurz gesagt, über sein Leben. In dessen Mittelpunkt eines steht: Liebe, Liebe, Liebe. Charmant und elegant formuliert, oft humorvoll, manchmal auch recht keck. Dem Publikum gefiel’s, und es dankte mit lang anhaltendem Applaus.

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