Die Raupe eines kleinen Falters fällt über Buchsbäume her

Friedhof Etelsen: Vollständige Zerstörung

Eine unschöne Bescherung: Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher und Friedhofsgärtner Andreas Noltemeyer vor vom Zünsler befallenen Buchsbäumen auf dem Friedhof in Etelsen.
+
Eine unschöne Bescherung: Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher und Friedhofsgärtner Andreas Noltemeyer vor vom Zünsler befallenen Buchsbäumen auf dem Friedhof in Etelsen.

Etelsen – Der Zünsler schlägt nun auch im Flecken Langwedel gnadenlos zu. Zum Beispiel auf dem Friedhof in Etelsen, wo sich jetzt Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher mit Friedhofsgärtner Andreas Noltemeyer traf, um Ratschläge für den Umgang mit dem invasiven Schädling zu erhalten.

Der Zünsler (Cydalima perspectalis) ist ein aus Südostasien eingeführter Schädling, erklärt Andreas Noltemeyer. Vor gut 15 Jahren tauchte er in Süddeutschland über den weltweiten Pflanzenhandel auf. Durch den fortschreitenden Klimawandel verbreitet er sich immer weiter Richtung Norden und sogar bis nach Nordeuropa. „Bei uns ist sein Vorkommen seit vier bis fünf Jahren nachgewiesen“, so Noltemeyer.

Der Zünsler befällt ausschließlich Buchsbaum und zerstört diesen durch Kahlfraß vollständig. Der kleine, bis zu fünf Millimeter große schwarz-weiß gemusterte Falter legt seine Eier an den Blättern des Buxus ab. Pro Sommer entwickeln sich etwa drei bis vier Generationen. Die grün-schwarzen Raupen fressen sowohl die Blätter als auch die Rinde ihrer Wirtspflanzen und überwintern in einen Kokon gehüllt trotz oder gerade wegen der leider nicht mehr so kalten Winter. Ab Temperaturen über sieben Grad werden sie im Frühjahr aktiv.

Die ausgewachsenen Raupen sind leicht erkennbar.

Obwohl immer wieder Tipps zur Bekämpfung im Internet kursieren – sie sind in der Regel kaum praxistauglich – kann man das Schadinsekt nicht entscheidend reduzieren. Und chemischer Pflanzenschutz, auf Friedhöfen generell verboten, mache im Interesse der Natur keinen Sinn, erläutert Andreas Noltemeyer. Aber die heimische Fauna mache Hoffnung. Singvögel wie Meisen oder Stare, aber auch Wespen hätten den Zünsler als Beute zu nutzen begonnen.

Zurzeit helfe eigentlich nur das Roden von befallenen Pflanzen, so Noltemeyer. Als Buchsbaumersatz hätten sich als Solitär oder Hecke Ilex (crenata), der Löffelilex (Lonicera milda), die Heckenkirsche oder der Bloombux, eine kleine Rhododendronart, als gute Alternative erwiesen.

Ein Gutes habe die Sache allerdings auch: Man könne den befallenen oder schon ganz abgestorbenen Buchs bedenkenlos in den Grünabfall geben. Im Gegensatz zu dem vor Jahren grassierenden und durch die Sporen hochansteckenden Buchsbaumpilz könne der Pflanzenabfall nach dem Zünslerbefall kompostiert werden, ohne weitere Pflanzen zu schädigen, so Andreas Noltemeyer.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Leckeres Essen zu einem Rabatt: Sparen Sie 50 Prozent auf Ihre Bestellung bei Bofrost

Leckeres Essen zu einem Rabatt: Sparen Sie 50 Prozent auf Ihre Bestellung bei Bofrost

Meistgelesene Artikel

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus
Historischer Moment in Verden: Auftrag vergeben für neue Nordbrücke

Historischer Moment in Verden: Auftrag vergeben für neue Nordbrücke

Historischer Moment in Verden: Auftrag vergeben für neue Nordbrücke
„Royals“ suchen noch Verstärkung

„Royals“ suchen noch Verstärkung

„Royals“ suchen noch Verstärkung
Embser monieren Straßen-Zustand und Verkehrsdichte

Embser monieren Straßen-Zustand und Verkehrsdichte

Embser monieren Straßen-Zustand und Verkehrsdichte

Kommentare