Arbeitsgruppen gebildet

Völkersen hat Zukunft – da ist man sich ganz sicher

Nach der Erläuterung der Umfrageergebnisse hatte man in der von Klaudia Gerwien-Siegel (re.) moderierten Dorfversammlung eine Pause eingelegt, um in Gruppen die positiven und die negativen Seiten des Lebens in Völkersen zu sammeln. J Foto: Wenck
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Nach der Erläuterung der Umfrageergebnisse hatte man in der von Klaudia Gerwien-Siegel (re.) moderierten Dorfversammlung eine Pause eingelegt, um in Gruppen die positiven und die negativen Seiten des Lebens in Völkersen zu sammeln.

Völkersen - „Hat unser Dorf Zukunft?“, meinte Völkersens Ortsbürgermeister Andreas Noltemeyer leicht provokativ in die Runde. Das wird man auf alle Fälle ja wohl mal fragen dürfen. Noltemeyer hatte auch eine Antwort parat: „Wir meinen: Ja.“ Hinter dem „wir“ steckt ein Arbeitskreis, der im vergangenen Jahr die Völk’ser Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ organisiert hatte, auch nach dem Wettbewerb etwas bewegen will, und darum jetzt zu einer Dorfversammlung ins „Grashoff’s“ eingeladen hatte.

Die Völkerser waren Vierte im Landkreis Verden geworden. Bevor die Juroren in den Ort kamen, hatte es geheißen: bloß keinen künstlichen Aufwand... Im Nachhinein und angesichts der Präsentationen anderer Orte keimte bei Ortsbürgermeister Noltemeyer der Gedanke: „Die Kommission hat wohl doch mehr Zirkus erwartet.“

Sei es drum, Gewinnen war eh nicht die Hauptsache, man wollte Perspektiven für die Ortschaft mir ihren 1 500 Einwohnern gewinnen. Auch mit einer Umfrage, die man zum Wettbewerb durchgeführt hatte. Gut, man hätte diese Umfrage noch engagierter und mit mehr Nachdruck durchführen können, dann hätten bestimmt mehr als 84 von 600 Völkerser Haushalten geantwortet. So kann das Umfrageergebnis kaum als extrem repräsentativ gelten. Aber Trends lassen sich ablesen, wie bei der äußert ausführlichen Präsentation der Umfrageergebnisse durch Haberlohs Ortsvorsteherin Bijanka Müller deutlich wurde.

Der Zusammenhalt im Dorf stimmt (fanden 73 Prozent), die allermeisten (88 Prozent) fühlen sich in ihrem Dorf wohl. Das liegt an dessen überschaubarer Größe, dem noch funktionierenden Vereinsleben, der Lage quasi in der Natur. Da hat man dann aber gleichzeitig auch schon ein Problem.

70 Prozent würden für immer in Völkersen bleiben

Der gemeine Völkerser muss Autofahren können, wenn er mehr als die normale Grundversorgung braucht, die gerade so noch im Ort, wenn auch teilweise nur zu eingeschränkten Öffnungszeiten vorhanden ist. Aber wie kommt man zum Arzt? Was ist, wenn man nicht mehr mobil ist. Etliche machen sich Sorgen, wie es ihnen im Altern ergehen wird. Dabei können sich 70 Prozent der Umfrageteilnehmer vorstellen, für immer in Völkersen zu bleiben.

Das gilt auch für Kornelia Gerwien-Siegel, die den Abend moderierte. Sie ist vor 18 Jahren aus Bremen nach Völkersen gezogen. „Wir finden es gut hier und ich will hier mit meinem Mann alt werden.“

Klar fahren die Völkerser nach Posthausen, Verden und Langwedel zum Einkaufen. Aber nicht mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Den haben 85 Prozent gar selten bis noch nie benutzt, sodass Ergebnis der Umfrage. Dafür ist ein Bürgerbus immer wieder Thema, nicht nur in Völkersen, sondern auch bei seiner Sprechstunde für behinderte und eingeschränkte Menschen im Langwedeler Rathaus, berichtete Claus Willenbrock.

Einige Kritikpunkte

Die Internetverbindung könnte entschieden besser sein, die Verkehrssituation an den Ortseingängen auch, ein Dorfmittelpunkt fehlt... an Kritik kam einiges aus der sehr ordentlich besuchten Versammlung.

„Nur wir selbst als Völkerser haben es in der Hand, etwas zu verändern“ befand Kornelia Gerwien-Siegel. Wenn man sich umschaue, wie etwas in anderen Dörfern verändert, verbessert werde, stehe am Anfang immer: „Eigeninitiative“.

Die hatte der Arbeitskreis nicht nur allgemein, sondern auch mit der Gründung von Arbeitsgruppen zu bestimmten Themenfeldern im Hinterkopf. Die Besetzung der Gruppen drohte sich dann ausgesprochen zäh zu gestalten. „Ihr müsst keine Fachleute sein. Ihr müsst nur die Bereitschaft mitbringen, mitzuarbeiten und in diesem Dorf etwas zu bewegen“, warb Holger Flömer.

Es tat sich etwas

Und siehe da: Es tat sich etwas. So gibt es nun Arbeitsgruppen, die sich mit: einem Völk’ser Radweg/Historienpfad, einem zentralen Dorfplatz, Wohnen im Alter, Homepage, der Verbesserung der Verkehrssituation, der Pflege und evtl. Ausbau der Bouleanlage und dem Ausbau des Internets beschäftigen wollen.

Da können gern noch mehr Leute nach Lust und Laune mitmachen. Falls es irgendwo klemmen sollte und für die Koordination kann man sich an alle Mitglieder des Völkerser Ortsrates wenden. 

Stress und Druck wollen sich die Völk’ser aber nicht machen. Nach der Sommerpause könne man ja ein erstes großes Treffen andenken, so Andreas Noltemeyer. Der Ortsrat würde dann mal bei den Gruppen anfragen, ob so ein Treffen Sinn macht. - jw

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