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„Völkersen an einem Tisch“ ist gut angelaufen

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Gruppenbild mit Gästen und Dorfzeitteam. Anschließend war dann auch Schluss mit der Knipserei, bevor die Suppe kalt wurde.
Gruppenbild mit Gästen und Dorfzeitteam. Anschließend war dann auch Schluss mit der Knipserei, bevor die Suppe kalt wurde. © Wenck

Völkersen – „Was sagst Du? Wie wird das angenommen?“, will Inge Vogel wissen. „Ja, sehr gut“, sagt Jutta Kastens und sucht nach ihrer Schürze. Schließlich ist das ganz kurz vor 12 Uhr, gleich beginnt „Völkersen an einem Tisch – Gemeinsames Mittagessen mit Seniorinnen und Senioren“. Seit Mai bietet die Dorfzeit an jedem zweiten und vierten Freitag im Monat im Völkerser Gemeindehaus dieses Essen an. Die Dorfzeit, das sind 14 ehrenamtlich engagierte Frauen, eine Initiativgruppe des eingetragenen Vereins Dorfgemeinschaft Völkersen. „Kreative Angebote für alle Generationen schaffen, um das Miteinander und die Gemeinschaft zu fördern“, ist das Ziel, heißt es im Internetauftritt der Dorfzeit unter voelkersen.de.

„Sollen wir nicht das ganze Brot aufschneiden?“. Das Küchenteam nimmt Fahrt auf, gleich soll das Essen da sein. „Da kommt es schon.“ Vorbestellt und frisch geholt von der Fleischerei Badenhop in Völkersen. Heute gibt es Gulaschsuppe. Die Temperatur wird kontrolliert, protokolliert. Alles ist so, wie es das Gesundheitsamt haben möchte. Die Suppe kommt aber trotzdem noch einmal auf den Herd. Die Teller werden jetzt vorgewärmt. Damit auch jeder Gast ein warmes Essen bekommt, wenn aufgetragen wird. Das war anfangs ohne temperierte Teller nicht immer so.

Die Tür zum Gemeindehaus geht pünktlich auf. „Kriegen wir noch einen Platz?“ Aber sicher. „Aaah. Die fleißigen Küchenfeen. Guten Tag, guten Tag. Ich bin der Gerd“, grüßt der nächste Gast in die geschäftige Küchenecke des Gemeindehauses. „Bin ich heute der einzige Mann?“ „Nein. Da kommen noch mehr.“

Obwohl „Völkersen an einem Tisch“ erst im zweiten Monat läuft, gibt es schon eine Stammkundschaft aus zehn Gästen. Sie müssen sich nicht immer wieder neu anmelden, sondern nur noch abmelden, wenn sie nicht kommen. Das erledigen die Damen und Herren bei Ulrike Meyer (Telefon 04232 / 1624) und Jutta Kastens (04232 / 1249). Das sind die beiden Hüte für das Mittagessen, sagt Inge Vogel.

„Bei unseren Angeboten haben immer zwei den Hut auf, bestimmen, sie sind die Hüte. Und die anderen helfen, wo und wann sie können“, erklärt Inge Vogel. Die Dorfzeit-Frauen haben einen gemeinsamen Handy-Kalender, auf dem sie sich eintragen können. Regeln gibt es auch: Die Hüte haben das Sagen. Wenn einer etwas gegen den Strich geht, wenn ihr etwas nicht gefällt, darf und soll sie es sofort sagen.

Nebenan haben sie schon an der große Tafel Platz genommen. „Ihr steht hier nicht gerade günstig“, sagt Jutta Kastens. Recht hat sie. Interviews führt man eindeutig besser nicht im Durchgang der Küche, wenn Essen aufgetragen werden soll. Das Küchenteam saust hin und her. Hut Kastens klopft uns leicht auf die Schulter. Wir sollen aufhören. „Essen steht auf dem Tisch.“

Der ist hübsch hergerichtet, mit frischen Blumen auf dem Tisch. „Wo kommen die denn her?“ „Aus dem Garten.“ Was auch für eine Frage, auf dem Dorf, in Völkersen. Obwohl – in diesem Sommer ist das auch gar nicht so einfach. Alles viel zu trocken. Aber wer von den Gästen möchte, der kann sich immer gern Blumen mit nach Hause nehmen. Der Sommerflieder heute duftet kräftig. „Muss man mögen.“ Es beschwert sich aber niemand.

Bei „Völkersen an einem Tisch“ gibt es mal Suppe, mal Menü. „Aber immer lecker“, versichern die Stammgäste.
Bei „Völkersen an einem Tisch“ gibt es mal Suppe, mal Menü. „Aber immer lecker“, versichern die Stammgäste. © Wenck

Alles löffelt, auch die Küchenmannschaft sitzt mit am Tisch. Die Gespräche werden weniger, dann verstummen sie ganz und für kurze Zeit ist es ganz still. Bis das Geräusch von Löffeln ertönt, die sorgfältig über immer leerer werden Teller gezogen werden. „Noch einen Nachschlag?“ Ach, Gott. Mann möchte ja auch nicht verfressen wirken. Also: Och. Ja. „Aber nur einen kleinen.“ Schließlich gibt es hinterher noch Rote Grütze mit Vanillesoße.

Und danach Kaffee. „Wir haben auch noch Kekse hingestellt“, kommt die Ansage einer Küchenfee. „Genau. Gab ja auch sonst noch nix zu essen“, erwidert ein Herr aus der Runde. Dann wird wieder geschnackt, über dies, das und jenes. „Eigentlich könnten wir ruhig noch mehr werden“, findet eine Teilnehmerin. „Hier ist doch noch Platz.“ Nach gut anderthalb Stunden sind alle satt und zufrieden. Es geht ans Bezahlen, das Mittagessen gibt es für einen fairen Dorfpreis, die Gemeinschaft ist extra und die gibt es kostenlos dazu.

Die Dorfzeit hat noch einiges mehr in Planung. Am 3. September gibt es am Gemeindehaus einen Flohmarkt von Privatleuten. Nachdem der erste ausgebuchte Nähkurs vorbei ist, tüfteln die Frauen noch an einem neuen Thema. Aber der nächste Kurs kommt bestimmt. Am 15. Oktober wird es ein Coaching mit Elisabeth Kroeber geben, Titel „Mehr Leichtigkeit und Freude im Alltag“. Den alten Aushang der Gemeinde am ehemaligen Gasthaus Intemann („Zur Post“) darf in Zukunft die Dorfzeit nutzen. Der wird wieder schön gemacht und dann sind da auch alle Kurse und Angebote angeschlagen. Außerdem wird im Internet auf voelkersen.de informiert – und natürlich in dieser Zeitung.

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