Die andere Berufsorientierungswoche

Langwedel: Oberschüler in der virtuellen Realität

Wenn denn jetzt alle eingeloggt sind und die Leitung steht, könnte sie losgehen, die Videokonferenz der O8 a mit der Firma Desma.
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Wenn denn jetzt alle eingeloggt sind und die Leitung steht, könnte sie losgehen, die Videokonferenz der O8 a mit der Firma Desma.

Berufspraktikum in der 8. Klasse in Coronazeiten? Geht nicht. Geht doch. Die Oberschule Langwedel hat Mittel und Wege gefunden - mit Onlinekonferenzen und VR-Brillen.

Langwedel – Gerade ist mal wieder ein bisschen Leben in die Oberschule Langwedel eingezogen. Es gibt Unterricht vor Ort, wenn auch nicht in vollen Klassen. Nehmen wir mal den Jahrgang 8 – da ist nur die Hälfte direkt vor Ort im Klassenzimmer, alle mit Maske vor dem Gesicht, das gilt auch für Lehrerinnen und Lehrer.

Eigentlich hätten die jungen Damen und Herren in dieser Woche sowieso alle nicht in der Schule sein sollen. Nein, ausnahmsweise einmal nicht wegen Corona. Das Berufspraktikum hätte sein sollen. In Betrieben und Unternehmen hätten die Jugendlichen auskundschaften sollen, was es da für Ausbildungsberufe gibt, was für Anforderungen die Firmen an ihre Auszubildenden haben. Und ob die Arbeitsstelle, wo gerade das Praktikum absolviert wird, überhaupt etwas für einen ist. Geht in diesem Frühjahr alles nicht.

Aber darum komplett auf eine Berufsorientierung in diesem Schuljahr verzichten? Kommt für die Langwedeler Oberschule am Goldbach und die maßgeblichen Leute dort überhaupt nicht in Frage. Wie aber stellte die Schule in dieser Wochen nun überhaupt etwas auf die Beine? Antwort: online und virtuell.

Die altbekannten grünen Tafeln, die mit Kreide beschrieben werden, kann man dafür natürlich nicht gebrauchen. Da sind die sogenannten Whiteboards gefragt, die auch Internet können. Für die entsprechenden Anschlüsse und Leitungen hat der Flecken Langwedel als Schulträger beim Neubau der Oberschule natürlich gesorgt.

Plant die Lehrkraft eine Videokonferenz mit den Schülerinnen und Schülern zu Hause und denjenigen, die im Klassenraum sitzen, braucht es noch ein bisschen Technik mehr: eine Kamera und ein Mikrofon. Die kleine Kamera mit dem großen Winkelblick kommt oben auf das Whiteboard, das Mikrofon auf einen Tisch davor. „Davon haben wir jetzt sechs Paar angeschafft und noch einmal sechs bestellt“, berichtet der stellvertretende Schulleiter Derik Eicke. „Die funktionieren wirklich gut, auch das Mikrofon. Da wird schon so etwas wie Eins-zu-Eins-Unterricht möglich. Auch mit den Leuten zu Hause.“

Das mit dem Unterricht hat Eicke dem Reporter im Klassenraum der 8 a erklärt. Aufmerksam wie Schüler in Langwedel heutzutage sind, kommt prompt die unter Umständen leicht gestöhnte Frage: „Wer will denn so was?!“ Für den Pädagogen ist das klar. „Na, wir alle doch.“

Aktuell war das in dieser Woche aber gar nicht so gefordert. Die Oberschule hatte sich die Stadt Verden, die Lebenshilfe Verden und die Desma aus Achim mit ins Boot geholt, um allen vier achten Klassen wechselweise eine Berufsorientierung online bieten zu können. Das Ganze ging als Videokonferenz vonstatten.

Allerdings nutzte man nicht das offene Internet, sondern das schuleigene Internetportal IServe, in das sich die Klassen, die Jugendlichen von daheim und die Arbeitgeber einwählten. „Da ist dann auch der Datenschutz gewährleistet“, erklärt Eicke.

Die potenziellen Lehrbetriebe stellten sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten vor, machten ihre Anforderungen an Bewerber deutlich. Dabei hatte man in der Oberschule die drei Partner schon mit Bedacht angesprochen. „So hatten wir aus allen drei Bereichen – also Technik, Soziales und Wirtschaft – jemanden. Vorher lief das schon mit der Agentur für Arbeit. „Die haben sich, ihre Arbeiten und die Möglichkeiten vorgestellt“, so Derik Eicke. Dann gab es die Gelegenheit zu 75 Minuten persönlicher Berufsberatung.

Komplett online ging die Berufsorientierungswoche dann aber doch nicht über die Bühne. Das Lehrerteam aus Kristin Börner, Kristin Holdorf-Schiffner, Rebecca Oelkers, Matthias Vogel und eben Derik Eicke schickte die achten Klassen auch auf einen Parcours mit drei Stationen zum Thema „Schlüsselqualifikationen“.

Was ist das denn? „Damit sind bestimmte Fähigkeiten und Kompetenzen gemeint, die wir alle im Laufe unseres Lebens trainieren und die in manchen Berufen als wahre ,Türöffner’ gelten“, bekamen die Jugendlichen mittels Aufgabenblatt mit auf dem Weg. Dabei sollten sie herausfinden, welche Qualifikationen in dem Beruf besonders wichtig sind, den sie sich für ihre virtuelle Berufserkundung ausgesucht hatten.

Virtuell? Jawohl: Die Jugendlichen bekamen eine VR-Brille aufgesetzt. Die lässt das Auge und das Hirn ein ganzes Stück weit glauben, man beträte einen ganz anderen Ort als den, an dem man sich konkret befindet. Im Falle der Oberschule Langwedel ging es also vom Klassenraum direkt in einen „Betrieb“.

Und so etwas soll funktionieren? Zumindest kam es hervorragend an. „Die VR-Brillen waren der Hammer“, meinte Maiko Henke aus der 8a. „War echt ganz cool.“

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