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So viele Darsteller wie noch nie

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Geschafft: Die Damen und Herren des Theatervereins Völk'ser Platt haben ihre diesjährige Saison hinter sich – und eine äußerst erfolgreiche noch dazu. Foto: Hustedt
Geschafft: Die Damen und Herren des Theatervereins Völk'ser Platt haben ihre diesjährige Saison hinter sich – und eine äußerst erfolgreiche noch dazu. Foto: Hustedt

Völkersen – Was so ein Lottogewinn für Unruhe bringt, erlebten die Besucher der elf Vorstellungen des Theatervereins Völk'ser Platt. Der Vorhang für die letzte Vorstellung des Stückes „Nix Geld, nix Liebe“ ist gefallen – im Waller Dörpshus. Seit 2015 sind die Völk’ser mit ihrem Theater, nachdem das Völkerser Gasthaus „Zur Post“ geschlossen wurde.

„Alle elf Vorstellungen waren restlos ausverkauft, es mussten sogar Stühle hinzugestellt werden“, so ein vollends zufriedener Vorsitzender Reinhard Körte nach dem Ende der Saison. An drei Sonntagen bot man ein Frühstückstheater an. Das Büfett richteten die Völkerser nicht selbst her, das ließ man sich von Silvis Grillrestaurant kommen.

Vor dem Kaffeetheater stellten sich weibliche Vereinsmitglieder an den Ofen und zauberten leckere Torten. Ein von Ulrike Meyer geleitetes Serviceteam aus circa 40 Damen und Herren kümmerte sich um die Gäste.

Im vergangenen Jahr feierte der Theaterverein sein 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hatte Reinhard Körte Kontakt zum NDR aufgenommen. Am 3. Februar waren dann Regisseur Jörg Meyer, seine Assistentin Ilse Meinken sowie Reinhard Körte im Funkhaus Hannover, um in der NDR-Plattenkiste im Gespräch mit Martina Gillica ihren Verein vorzustellen. Eine tolle Werbung für die rührigen Völkerser – aber eher für die nächste Saison. „Zu diesem Zeitpunkt waren bereits alle Vorstellungen ausverkauft“, so der Vorsitzende Reinhard Körte zufrieden.

„In den vier Jahrzehnten haben wir noch nie so viele Darsteller auf die Bühne gebracht“, sagt Körte mit Blick auf die vergangene Saison. Zehn Amateurspieler waren im Einsatz. Es sei eine grandiose Spielzeit gewesen, das Publikum vollauf begeistert.

Das Stück selbst war Theater im Theater, es handelte von der Generalprobe eines Dramas im Gasthaus „Zum Ochsen“. Unzählige Kostüm- und Rollenwechsel sorgten für Abwechslung und Aufregung. Die Maskenbildnerinnen Elisabeth Poetukat, Christel Meyer, Christina Fehsenfeld und Almut Aßmann hatten hinter der Bühne ordentlich zu tun, aber auch die Requisiten, die Jutta Kastens und Bernd Galensa beisteuerten, waren toll anzusehen.

Bei „Nix Geld, nix Liebe“ spielen Uwe Behrmann als Willi Mammut und sein Freund Georg (Jens Sarrasch) die Hauptrollen, die einen geknackten 26-Millionen-Jackpot vor ihren Frauen Ruth (Linda Strepkowski) und Julia (Stefanie Bokeloh-Brischke) verheimlichen.

Opa Rudi (Reinhard Körte) hat seinen großen Auftritt im antiken weißen Gewand – er spielt im Drama den Göttervater Zeus, und zwar auf Stöckelschuhen. Gerd, Willis Sohn (Peter Vogel), taucht mit rosa Ballettröckchen auf der Bühne auf und macht Ballettsprünge – zur Gaudi der Zuschauer.

Vogel gab sein Debüt auf der Bühne und wusste gleich zu begeistern, auch als er später in Merkel-Manier mit der typischen Haltung der Hände auf der Bühne stand. Dazu gesellte sich Oma Rosa (Erika Schorling) – ebenfalls im rosaroten Ballettröckchen. Ein Kunststück vollbrachten die Maskenbildnerinnen bei Heike Volk. Sie spielt eine ungeliebte Zicke, die hofft vom Lottogewinn etwas für eine Schönheitsoperation abzubekommen. Als echte Vogelscheuche hatte sie das aber auch nötig.

Der Bürgermeister Robert (Erhard Kettenburg) kommt in Begleitung der aufreizenden Russin Tamara Molotow (Jana Wöhler). Mit ihrem russischen Akzent war Jana Wöhler wie alle anderen Darsteller spitze. Ganz stark auch, als die beiden Ehefrauen, die natürlich auch kostümiert waren, Georg das Ballettröckchen anzogen, da Sohn Gerd einen Bandscheibenvorfall hatte und er einspringen musste.

Jens Sarrasch ist schon länger Amateurdarsteller, er spielte schon auf der Theaterbühne in Holtum/Marsch und bei den Verdener Domfestspielen. Linda Strepkowski erschien auf der Bühne zunächst als Haremsdame im goldenen Dress, später trug sie ein Hasenkostüm, während Stefanie Bokeloh-Brischke sowohl im langen weißen Gewand wie auch als Hebamme gefiel.

Als Souffleuse brauchte Ingrid Heimsoth nicht oft eingreifen. Regisseur Jörg Meyer und Assistentin Ilse Meinken hatten die Darsteller in Hochform gebracht. Für die Technik sorgten wieder Rainer Labrenz und Rainer Scharnhusen, den Bühnenbau machte Hartmut Struhs.  hu

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