Trotz geplanter neuer Wache kommt man in Cluvenhagen um einen Anbau nicht herum

Langwedel: Viel Geld für den Brandschutz

In die Jahre gekommen, zu klein für das neue Löschfahrzeug und mit baulichen Mängeln behaftet, wird es an der Wache in Cluvenhagen Bauarbeiten geben – auch wenn man sie in ein paar Jahren nicht mehr braucht.
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In die Jahre gekommen, zu klein für das neue Löschfahrzeug und mit baulichen Mängeln behaftet, wird es an der Wache in Cluvenhagen Bauarbeiten geben – auch wenn man sie in ein paar Jahren nicht mehr braucht.

Langwedel/Cluvenhagen – Das Thema liegt allen Beteiligten schwer im Magen. Es geht schließlich um eine Menge Geld. „Ob wir mit unserer Entscheidung richtig gelegen haben, wissen wir frühestens in zehn Jahren“, meint Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt. Dass die Feuerwehr Cluvenhagen eine neues Löschfahrzeug braucht, ist unbestritten. Damit das LF 10 vorschriftsmäßig untergebracht werden kann, muss nach heutigem Stand der Dinge das Feuerwehrhaus Cluvenhagen ausgebaut werden. Obwohl gemäß Feuerwehrbedarfsplan die Feuerwehrstandorte Cluvenhagen und Etelsen in einer neu zu bauenden Wache zusammengelegt werden sollen – und die soll laut Plan einen möglichst zentralen Standort bekommen.

Es habe Vorgespräche gegeben, erklärte Bürgermeister Andreas Brandt jetzt im Feuerschutzausschuss. Mittelfristig sei kein Grunderwerb möglich, so Brandt. Was soll das heißen, „mittelfristig“?, kam die Frage aus dem Ausschuss. Antwort: „Die nächsten fünf Jahre sicher nicht.“

Gewiss ist aber, dass das 1987 in Cluvenhagen gebaute Feuerwehrhaus erhebliche Mängel aufweist, wie eine Begehung mit der Feuerwehrunfallkasse bestätigt hat, so Andreas Brandt. Das Treppenhaus ist zum Beispiel zum Gruppenraum hin offen – heute nicht mehr erlaubt. In Cluvenhagen gibt es nicht einmal eine Dusche. Das Feuerwehrhaus hier, wie andernorts im Flecken übrigens auch, ist den modernen Zeiten meilenweit hinterher. Längst tun überall in den Wehren auch Frauen ehrenamtlich ihren Dienst. Was sich aber nicht in in getrennten Sanitärräumen niederschlägt. Dier Ortswehr Cluvenhagen hat für Einsätze auf dem Kanal und der Weser ein Boot – das nicht mit in die Fahrzeughalle passt und darum hinten im Gerätehaus am Übungsplatz der Wehr steht. Auch nicht optimal.

„Könnte man nicht die Einfahrt in die Halle größer machen?“, hatte Holger Thöle (WGL) überlegt. „Könnte man nicht ein niedrigeres neues Fahrzeug bestellen?“, so eine weitere Überlegung Thöles.

Die Gemeindeverwaltung prüfte und erklärte anschließend: Der sichtbare Klinker an der Fahrzeughalle lässt sich nicht wegnehmen, weil er den Sturz bildet, und der wird für die Statik nun mal gebraucht. Man könnte in der Tat ein niedrigeres Fahrzeug bauen lassen. Allerdings sei davon abzuraten, weil man sich nicht sicher sein könnte, dass so ein Fahrzeug überhaupt eine Zulassung für den öffentlichen straßenverkehr bekommen würde.

„Könnte man nicht eine einfache Halle anbauen und einen Zugang zur alten Wache schaffen?“, war eine weitere Überlegung um Geld zu sparen. „Kann man nicht“, lautete der Bescheid nach der bereits erwähnten Begehung mit der Feuerwehrunfallkasse. Das Feuerwehrhaus Cluvenhagen weise nämlich schon bauliche Mängel auf, die gegen die Arbeitsstättenverordnung verstoßen, und die darum behoben werden müssen.

Nach Absprache mit der Feuerwehr und einem Planer stellte die Gemeindeverwaltung dem Feuerschutzausschuss in drei Varianten vor: Es werden eine neue Fahrzeughalle und Sozialräume angebaut. Bekommt die Halle eine Trapezblechverkleidung (wie man sie öfter in Gewerbegebieten sieht) und die Sozialräume Verblender, sei mit Kosten von etwa 900 000 Euro zu rechnen. Wird alles mit Blech verkleidet, wird es nur 5 000 Euro günstiger. Wird alles in Verblendbauweise ausgeführt, kostet das 950 000 Euro. Der Auschuss empfahl dem Gemeinderat bei einer Enthaltung (Holger Thöle/WGL), sich für die erste Variante zu entscheiden.

290 000 Euro hatte man bislang für das neue LF10 in Cluvenhagen eingeplant. Schließlich hatte man 2017 für Holtebüttel ein ähnliches Fahrzeug zum Preis von 265 000 Euro gekauft. Aktuell zeichnet sich aber ein wesentlich höherer Preis für das (noch nicht bestellte) Fahrzeug ab. Im Haushalt 2021 soll die Summe von 347 000 Euro stehen.

Wenn dann in Cluvenhagen angebaut wird, müssen sich Feuerwehr, Gemeinde und Planer noch genau absprechen. Die Sonderaufgabe der Ortswehr Cluvenhagen ist die Erdung der Oberleitungen der Bahnstrecke zwischen Bremen und Hannover. „Da können wir die Wehr nicht einfach abmelden, sie wird gebraucht“, erklärt Andreas Brandt.

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