Pflegeeinrichtung und Servicewohnungen

Vertrag für ehemaliges Mack-Gelände - Rat stimmt mit drei Enthaltungen zu

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So soll sieht der Entwurf für das „Quartier Alte Druckerei“ aus, der in den städtebaulichen Vertrag aufgenommen wird.

Langwedel - Für die große Mehrheit im Langwedeler Gemeinderat ist das Problem zumindest zufriedenstellend gelöst, Bedenken gibt es nur ganz vereinzelt. Das lässt sich als Fazit ziehen, nachdem der Rat am Dienstagabend dem städtebaulichen Vertrag zum Bebauungsplan Nr. 48 „Auf dem Sandberg“ zugestimmt hat. Dabei ging es um die Zukunft der Gebäude und des Grundstücks der ehemaligen Druckerei Mack und des benachbarten Netto-Marktes.

Hier will die Spechtgruppe aus Bremen eine Pflegeeinrichtung bauen. „Wir sind nach viel Hin und Her so weit gekommen“, befand Bürgermeister Andreas Brandt im Laufe der auch am Dienstag wieder aufgekommenen Diskussion.

In der wurde bedauert bis bezweifelt, dass sich das alte Verwaltungsgebäude oder zumindest dessen Fassade nicht doch erhalten lassen soll. Die Specht-Gruppe hatte geltend gemacht, dass dies für sie nicht wirtschaftlich zu machen sei, aber einen Neubau im Stil des gewohnten Gebäudes und dieses dann auch durch einen städtebaulichen Vertrag abgesichert angeboten.

Eine dritte Pflegeeinrichtung im Flecken Langwedel sei nachvollziehbar, so Sigrid Ernst (SPD). „Ich unterstütze das. Auch bezahlbare kleine Wohnungen für Senioren werden gesucht.“ Dass ein Investor Gewinne und wirtschaftliche Interessen verfolge, sei ja auch verständlich. „Aber zumindest die Fassade wäre zu erhalten gewesen.“

So wie jetzt die Planungen liefen, würde die Geschichte der Zigarrenmacher und der Drucker in Langwedel an dieser Stelle in Vergessenheit geraten.

Auch sei ihr der Vertrag in machen Bereichen nicht genau genug gehalten, so Ernst. Werden bestimmte Baumerkmale wieder auftauchen, die Baumreihe vor dem Gebäude? Auch sei die Versickerung des Regenwassers auf dem Grundstück sicherzustellen. „Das sehe ich in Teilen genauso“, erklärte Holger Thöle (WGL) und stellte den Antrag, stilprägende architektonische Elemente für den Neubau nicht nur durch eine Zeichnung des Planungsbüros in den Vertrag mit aufzunehmen, sondern ausdrücklich auch noch im Detail als Text ausformuliert. Was allerdings keine Mehrheit im Rat fand.

Lars Lorenzen (CDU) gab zu Bedenken, dass besagtes Gebäude in den 100 Jahren seiner Geschichte als Hotel, Tabakfabrik und Verwaltungsgebäude einer Druckerei mehrfach sein Äußeres verändert habe. „Das wurde den jeweiligen wirtschaftlichen Notwendigkeiten angepasst.“

„Wir müssen uns einmal deutlich machen, wo wir derzeit stehen“, meinte Gero Landzettel (WGL).

Aktuell sind die betroffenen Grundstücke noch als Gewerbegebiet ausgewiesen. „Da kann alles Mögliche hin.“ Bei der geplanten Seniorenwohnanlage sei er bereit, mitzugehen. „Denkbare Alternativen wären wesentlich unangenehmer, bei dem jetzigen planungsrechtlichen Zustand könnte uns das sehr weh tun.“

„Wir müssten noch einmal in die Beratung“, meinte Lars-Henrik Haase (SPD) zum Antrag von Holger Thöle „Dafür sehe ich die Notwendigkeit nicht.“ Und man müsse ja auch mal bedenken, dass die jetzt leer stehenden ungenutzten Gebäude nicht besser würden.

Bei drei Enthaltungen stimmte der Rat für den städtebaulichen Vertrag, der den Bau eines Seniorenpflegeheims mit circa 100 Plätzen und eines Mehrfamilienhauses mit 14 Servicewohnungen für betreutes Wohnen vorsieht.

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