Verein plant Kindergruppe und hofft auf neuen Standort in Langwedel

Hoffnung auf eine Zukunft als Volksternwarte

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Schriftführer Peter Kreuzberg, der stellvertretende Vorsitzende Andreas Vogel und Vorsitzender Andreas Kaczmarek (v. li.) – machen sich für den Erhalt der Volkssternwarte Langwedel stark.

Langwedel - Die Situation: Die alte Langwedeler Oberschule wird abgerissen, die Sternwarte muss weichen. Das Ziel: Letztere soll erhalten bleiben. Die Frage: Wie ist das zu leisten? Die Antwort: im Verein. Wortwörtlich.

Im Dezember gründeten Andreas Kaczmarek, Manuela Kaczmarek, Andreas Vogel, Sandra Vogel, Peter Kreuzberg, Hanna Struckmann und Harald Osmers den Förderverein Volkssternwarte Langwedel. Im März beschloss die Mitgliederversammlung die Änderung des Namens in: Volkssternwarte Langwedel. „Wir wollen die Astronomie in Langwedel fördern, also den Schülern etwas bieten und die Freunde der Astronomie zusammenführen“, beschreibt Vorsitzender Andreas Kaczmarek das Vorhaben. Und das geht nun mal nur mit einer vernünftigen Sternwarte.

Die wurde bisher privat betrieben. „Doch einen Neubau können wir privat nicht stemmen“, sagt Kaczmarek. Ziel des Vereins ist es, auf dem Schulgrundstück ein Eckchen zu bekommen, um dort zwei Sternwarten zu bauen. Aber nicht wie jetzt als Holzhütten, sondern in Kuppelform.

Um die Astronomie in Langwedel zu erhalten, haben die Sieben ihr Engagement neu ausgerichtet. So soll, sobald der Verein ins Vereinsregister eingetragen ist, eine Kindergruppe gegründet werden, die Astro-Kids. Neun- bis Zwölfjährige erfahren Wissenswertes über das Weltall und blicken durch Teleskope - einmal im Monat.

„Kinder haben zum Weltraum eine ausgeprägte Affinität“, hat Schriftführer Kreuzberg beobachtet, informierte er doch bei der Sonnenfinsternis im März Sechstklässler mit einem Bildervortrag über die Sonne. Mit dem Thema „Urknall und Schöpfungsgeschichte“ war Kreuzberg zudem zu Gast im Religionsunterricht.

Hintergrund: Der Verein will die Astronomie in die Kultur- und Bildungslandschaft der Gemeinde einbinden - einmal im Monat soll die Sternwarte für Groß und Klein geöffnet sein. Und: Bei astronomischen Ereignissen wie Sonnen- und Mondfinsternissen, Sternschnuppenströmen, Kometenereignissen und anderen Himmelserscheinungen, aber auch am jährlichen bundesweiten „Tag der Astronomie“ wird die Bevölkerung eingeladen, auf dem Flachdach der Oberschule am Goldbach die Wunder des Sternenhimmels zu erleben.

Außerdem will der Verein eine Teleskop-Beratung anbieten. „Wir werden öfter gefragt, was für ein Gerät am besten für Anfänger geeignet ist“, sagt Kaczmarek. Aber auch, wer mit seinem Teleskop nicht klarkommt, ist bei den Experten an der richtigen Adresse.

Seit 1986 befindet sich, geschützt in vier Rolldachbauten, das Instrumentarium der Sternenfreunde Langwedel auf dem Dach der Oberschule.

Unterstützt von Gemeinde und Schulleitung gelang es damals Heinz und Hanna Struckmann, Andreas Kaczmarek und Günther Blümel, eine leistungsfähige Amateursternwarte einzurichten, die in der Vergangenheit an diversen professionellen Forschungsprojekten mitwirkte, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Aeronomie (Erforschung von Meteoriten) und der Universität Bremen (Erforschung der Hochatmosphäre), heißt es auf der Homepage der Volkssternwarte.

Weitere Highlights waren bisher Analysen für die Erforschung der Atmosphäre des Saturnmondes Titan als Beitrag für die Huygens-Mission, die Dokumentation der Passage des Asteroiden Toutatis, die Beobachtung diverser Planetenoppositionen und die damals noch neue Einführung computergestützter Teleskopsteuerungen.

Weit über die Langwedeler Region hinaus bekannt waren die Norddeutschen Treffen der Amateurastronomen, die viel Vor- und Nachbereitungsaufwand erforderten. Der Kontakt zur Schule lief über Lehrer Frank Pfeifer, der die Astronomie-AG leitete.

Im Mittelpunkt der aktuellen Arbeit stehen die visuelle und die fotografische Beobachtung des Weltalls und die Vermittlung astronomischer Grundinformationen in der Öffentlichkeit. Regelmäßige Beobachtungsberichte in den Olbers-Nachrichten, Volkshochschulkurse, öffentliche Beobachtungen, Vorführungen und Besichtigungen in Kleingruppen sind mittlerweile selbstverständlich.

is

www.volkssternwarte-langwedel.de.

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