Nach fast 21 Jahren im Amt ist Kämmerer bald im Ruhestand

Langwedel: Uwe Fahrenholz geht von Bord

Die Zeit von Uwe Fahrenholz (Mitte) im Langwedeler Rathaus geht in dieser Woche zu Ende. Wolfgang Ewert (li.) verabschiedete den Kämmerer jetzt im Namen des Rates. Mit dabei: Bürgermeister Andreas Brandt (re.).
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Die Zeit von Uwe Fahrenholz (Mitte) im Langwedeler Rathaus geht in dieser Woche zu Ende. Wolfgang Ewert (li.) verabschiedete den Kämmerer jetzt im Namen des Rates. Mit dabei: Bürgermeister Andreas Brandt (re.).

Langwedel – Ganz locker hat er sich auf die Tischkante gesetzt. Wolfgang Ewert als Ratsvorsitzender und Bürgermeister Andreas Brandt stehen coronakonform ein ganzes Stück hinter Uwe Fahrenholz. Der lächelt – fast ein bisschen verlegen sieht das aus. Der Termin im großen und leeren Bürgersaal hat seinen Grund: Es ist die letzte Arbeitswoche von Uwe Fahrenholz.

Nach fast 21 Jahren verlässt der Kämmerer das Langwedeler Rathaus und geht in den Ruhestand.

„Herr Fahrenholz, Sie haben es nicht verdient...“, sagt Wolfgang Ewert mit dem gebotenen Ernst der Stunde, lässt die Kunstpause in die kühle Luft des Saales rieseln und fügt an: „...nur in diesem bescheidenen Ambiente verabschiedet zu werden.“ Statt vor versammeltem Rat mit seinen 26 Frauen und Männern wird der Kämmerer nur vom Ratsvorsitzenden gewürdigt. Die Zeiten sind eben so. „Ich bin erst Freitag dran“, meint Andreas Brandt. Dann sagen die Kolleginnen und Kollegen „Tschüs“. „Aber auch nur im ganz kleinen Rahmen“, so Brandt.

Wolfgang Ewert sagt, dass alle anderen Fraktionen und Gruppen im Rat ihn gebeten haben, zur Verabschiedung ein paar Worte zu sagen. „Dem komme ich gerne nach.“ Politisch und sachlich neutral sei der Umgang des obersten Finanzverwalters mit dem Rat gewesen. Durch seine Sachlichkeit habe Fahrenholz oft die Schärfe aus politischen Diskussionen genommen. „Ihre Stärke war die positiv schlichte, aber äußerst effektive Aufgabenwahrnehmung.“ Die eigene Außendarstellung sei nie Fahrenholz’ Sache gewesen. „Mit Ihren Zahlen haben sich oft andere geschmückt.“ Offen, immer hilfsbereit, unbeirrt und unbestechlich sei Fahrenholz in seiner Arbeit gewesen, das Verhältnis von Kämmerer und Rat durch großes gegenseitiges Vertrauen geprägt. Aber wie wird man Kämmerer, ein Herr der Zahlen, der dem Rat und den Bürgern immer versucht hat, die Haushaltszahlen möglichst verständlich darzulegen? So ein trockenes Metier wie Zahlen...

„Ein bisschen muss man hierfür geboren sein“, meint Wolfgang Ewert. Ein fertiger Haushaltsplan lese sich aber auch wie ein Krimi, wie ein Drama, wie ein Liebesroman. Es gehe um das „Erkennen von Abhängigkeiten, von Auswirkungen, von Perspektiven, von Visionen“, so Wolfgang Ewert. Und trifft damit den Nagel auf den Kopf.

1973 hat er bei der Stadt Achim die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten begonnen, erzählt Uwe Fahrenholz. Nach dem Wehrdienst kommt er zur Stadt Achim zurück, ist achteinhalb Jahre stellvertretender Ordnungsamtsleiter, zehn Jahre in der Kämmerei. „Ich bin da reingewachsen, habe eine Chance genutzt“, so Uwe Fahrenholz.

Er wollte beide Seiten kennen, die jeweiligen Fachbereiche, ihre Bedürfnisse. Dann das rein Finanzielle, die blanken Zahlen, die gar nicht nackt und trocken für sich allein stehen, sondern ganz konkret auf das Leben einer Gemeinde und ihrer Menschen wirken. „Ein Gefühl für die Zusammenhänge“ wollte Fahrenholz nach eigenem Bekunden.

Mit Stichtag 1. Juni 2000 wagte der Achimer noch einen weiteren Schritt in eine andere Gemeinde, wurde Leiter der Kämmerei im Flecken Langwedel. „Das war eine Umstellung. Definitiv.“ Schon bald hat die Kämmerei eine deftige Aufgabe vor der Brust: die Umstellung des Gemeindehaushaltes auf die Doppik, die doppelte Buchführung in Konten. „Ein immenser Aufwand. Da hatten wir etliche dicke Bretter zu bohren“, so Fahrenholz. Dann musste ein Finanzierungsplan für den Neubau der Oberschule aufgestellt werden – und immer wieder neu den Realitäten angepasst werden, weil es die bekannten Probleme beim Bau gab.

Aber den Schritt nach Langwedel hat der heute 63-Jährige nie bereut. „Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt.“ Was im Rathaus wohl öfter vorkommt. Neue Leiterin der Kämmerei wird Dunja Röttjer, seit 2016 Fahrenholz’ Stellvertreterin und quasi ein Eigengewächs der Verwaltung des Fleckens.

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