Langwedeler gelingt Sensationsfund

Urwal-Skelett in Kiesgrube mit entdeckt

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Skelett eines Urwals in Groß Pampau freigelegt

Langwedel - Uwe Havekost aus Langwedel hat zusammen mit weiteren Hobbyforschern ein Urwal-Skelett entdeckt. Paläontologen sprechen von einem Sensationsfund in der Kiesgrube von Groß Pampau im Kreis Herzogtum Lauenburg. Im Sommer hatte Havekost dort bereits, wie berichtet, mit der Gruppe eine urzeitliche Robbe ausgegraben.

Der neuerliche Coup ist aber noch spektakulärer. Denn die „Walgräber“ aus Norddeutschland, die die Überreste eines etwa sechs Meter langen Meeressäugers zu Tage förderten, haben im Verband des Skeletts auch einen rudimentären Beckenknochen des Tiers gefunden.

„In Mitteleuropa ist so ein Fund gar nicht bekannt“, sagt Wirbeltier-Paläontologe Oliver Hampe vom Berliner Museum für Naturkunde. „Das ist schon fantastisch.“ Er sprach von einer „bedeutenden Entdeckung“ an einer „einzigartigen Lagerstätte“. „Das Sensationelle an diesem Fund ist, dass wir ein relativ vollständiges Skelett haben.“

Den Beckenknochen des Bartenwals entdeckte Andreas Malchow, ein guter Freund von Havekost. Der Beckenknochen wird Hampe zufolge meist nicht mehr gefunden, „da er sich isoliert im Gewebe des Wals befindet und oftmals beim Verwesungsprozess der Tiere verdriftet“.

Uwe Havekost aus Langwedel war an der Entdeckung 

Vor etwa elf Millionen Jahren war das Tier in der Ur-Nordsee verendet. „Für einen Walgräber ist das fast wie ein Sechser im Lotto“, sagt Grabungsleiter Gerhard Höpfner stolz. Gemeinsam mit weiteren Hobby-Paläontologen sucht er in der Kiesgrube bereits seit 1984 nach fossilen Überresten.

Uwe Havekost, der als Industriemeister für Metallbearbeitung tätig ist, stieß 2012 zu der Gruppe hinzu. Jahrzehntelang hatte der frischgebackene 50-Jährige in einer Kiesgrube zwischen Achim und Thedinghausen nach Fossilien gesucht und dort unter anderem Haizähne und Walknochen gefunden. Er freue sich natürlich über sein neuerliches Forscherglück, sagte er gestern auf Nachfrage. In der Grube in Groß Pampau will der Langwedeler an diesem Wochenende mit der Gruppe „noch den Schädel des Wals aus dem Sediment bergen“.

Eine geologische Besonderheit macht den Ort für die Forscher so interessant. In der Grube liegt der ehemalige Meeresboden nicht wie andernorts in rund 150 Metern Tiefe, sondern nur wenige Meter unter der Erdoberfläche.

Die Tonschicht, in die die Tiere nach ihrem Tod vor Millionen Jahren eingesunken sind, liegt über einem Salzstock. „Das Salz drückt das Gestein langsam nach oben“, sagt Hampe. Durch den Kiesabbau vor Ort gelangen sie schließlich ans Tageslicht.

Auch die neuen Funde kommen in das Lübecker Museum für Natur- und Umwelt. Dort sind bereits die Robbe und mehr aus Groß Pampau zu sehen. - dpa/mm

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