Stromausfall: Und dann geht nichts mehr

Landfrauen treffen sich in Daverden

Zu ihrer traditionellen Erntedankveranstaltung trafen sich die Landfrauen aus Achim und umzu im Daverdener Waldschlößchen.
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Zu ihrer traditionellen Erntedankveranstaltung trafen sich die Landfrauen aus Achim und umzu im Daverdener Waldschlößchen.

Daverden – Der Landfrauenverein Achim und Umgebung hatte ins Waldschlößchen Daverden zu seiner Erntedankveranstaltung eingeladen. Die Vorsitzende Sigrid Hustedt begrüßte die Damen passend mit einem Gedicht „Korn und Heu ist nun geerntet, überreif ist längst der Mais …“

Dank sei für die Erträge zu sagen, so Hustedt, ist es doch ein langer Arbeitsweg bis zur Ernte. Danke müsse man auch für die modernen Düngemöglichkeiten, die Chancen zum großflächigen Bewässern der Ackerflächen, aber auch für den Fortschritt bei der Pflanzenforschung sagen. „Ein Saatgut von vor 50 Jahren würde heute keine große Ernte hervorbringen.“ Nicht zu vergessen seien die Landwirte, die oft bis weit in die Nacht mit ihren Maschinen auf den Feldern tätig waren.

Als Referenten hatten die Landfrauen Marc Maack aus Bispingen eingeladen, Diplom-Journalist, Autor, Moderator und Vortragsredner. Sein Thema an diesem Nachmittag: „Blackout – kann ein Stromausfall unser Land ins Chaos stürzen? Kommt es zur Massenpanik? Geschehen Katastrophen? Oder kommen wir damit klar und es gibt sogar genügend Vorsorgemaßnahmen, sodass es gar nicht zum Blackout kommt?“ Mit diesen Fragen wolle er keine Panik verbreiten, sondern nur die Menschen für dieses Thema sensibilisieren, so der 46-Jährige.

„Wir leben in einer globalisierten Welt, das deutsche Stromnetz ist mit anderen Netzen vernetzt“, erklärte Maack. Was ist bei einem plötzlich auftretenden Stromausfall, der überregional ist und länger dauert? Ist das überhaupt denk- und planbar?

Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Vorfalls lasse sich nicht berechnen, es gebe aber Risikofaktoren wie Unwetter oder einen immer höheren Stromverbrauch. Auch ein Cyberangriff könne zu Stromausfall führen.

Ohne Strom geht mal gar nichts. Marc Maack war an diesem Nachmittag der Referent.

Seit 1970 sei der Stromverbrauch enorm durch immer mehr elektrische Geräte wie Fernseher oder Gefrierschrank im Lande gestiegen. Erst nachdem stromsparende Geräte angeschafft wurden, flache die Kurve nach oben ab. Doch durch den Betrieb von Elektroautos werde der Stromverbrauch wieder steigen, so Maacks Prognose.

Marc Maack berichtet von einigen überregionalen Stromausfällen wie etwa 1965 und 1971 in New York. 1970 gab es zwei verheerende Orkane in Europa, 2005 ein Schneechaos im Münsterland. Dieses alles war lokal begrenzt. 2006 gab es aber einen Stromausfall in mehreren europäischen Staaten, zehn Millionen Menschen waren betroffen.

Was passiert bei einem so großen Stromausfall, einem Blackout konkret?, fragte der Referent in die Runde und lieferte die Antworten: Es wird dunkel, ohne Strom geht keine Heizung, kommt kein Wasser aus den Leitungen, die Toilettenspülung funktioniert nicht. Das Telefon geht nicht, es gibt keine Zeitungen, der Informationsfluss versiegt. Auch Tanken ist nicht mehr möglich, es kommen keine Lebensmittel zu den Supermärkten, Kühlware verdirbt. Es komme zu einem Ansturm auf die Supermärkte bis hin zu Plünderungen. „Und wie komme ich an Bargeld, denn auch der Geldautomat braucht Strom?“ Die Kartenlesegeräte in den Geschäften sowieso. Krankenhäuser funktionieren für eine Übergangszeit mit Notstromaggregaten. Bei längerem Stromausfall müsse der Katastrophenschutz eingreifen, schon um die Abfallentsorgung aus den Krankenhäusern sicherzustellen und Seuchen zu verhindern. Patienten müssten evakuiert werden. Bundeswehr und Technisches Hilfswerk würden helfen müssen. Und in der Landwirtschaft klappe die Versorgung der Tiere nicht mehr.

Zwar gibt es die Empfehlung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Vorräte für mindestens zehn Tage im Haus zu haben, doch in Panik verfalle er nicht, versicherte Maack. In Zeiten der Corona-Pandemie habe es Hamsterkäufe gegeben. Einige Menschen hätten sich total eingeschlossen und seien nicht mehr aus dem Haus gegangen, andere hätten sich radikalisiert. „Aber dieses negative Verhalten betrifft nur einen kleinen Teil.“

Zum Schluss war Marc Maack nicht nur der Dank von Sigrid Hustedt gewiss. Die Landfrauenvorsitzende überreichte ihm eine Flasche „Solidahrwein“. Der Wein wurde von Winzern aus Rheinhessen aufgelegt. Mit dem Erlös wird der Wiederaufbau des Weinbaus an der Ahr nach der großen Flutkatastrophe unterstützt.  whu

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