Spuren des Moorkolonisators auch im Flecken

Touristikverein und Ortsrat: Langwedel soll einen Findorff-Platz bekommen

Die kleine Fläche hinter dem Straßenteiler und dem Mittelweg könnte der Langwedeler Findorff-Platz werden
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Die kleine Fläche hinter dem Straßenteiler und dem Mittelweg könnte der Langwedeler Findorff-Platz werden.

Langewedel – Im Touristikverein Langwedel/Weser sind pfiffige Leute unterwegs. Im vergangenen Jahr stellten sie am Herrenkamp/Ecke Gorch-Fock-Straße eine Gedenktafel zu Ehren von Jürgen Christian Findorff auf, dessen 300. Geburtstag sich jährte. Nun ist der gute Mann (der von 1720 bis 1792 lebte) vor allem als Moorkolonisator bekannt, weil er zu seiner Zeit im Auftrag des Kurfürsten von Hannover unterwegs war, um die Moore zwischen Wümme und Hamme zu vermessen und Moorsiedlungen zu gründen.

Spuren seines Wirkens lassen sich im Landkreis Verden im Flecken Ottersberg und da im ehemaligen Moor ausmachen. Allerdings gibt es auch eine Ausnahme, die erst vor Kurzem bekannt wurde, bei der Findorff eine Siedlung nach dem Moor-Muster gründete – allerdings auf sandigem, kargem Geestboden. Das war der Herrenkamp in Langwedel, wo nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) ehemalige Soldaten angesiedelt wurden.

Deswegen steht nun besagte Tafel am Herrenkamp, die sich sogar Besucher von außerhalb angucken kommen. Der Touristikverein Langwedel beantragte jetzt, in Langwedel eine Straße nach Findorff zu benennen oder gleich einen kleinen Platz. Dafür hatten die Touristiker sogar einen Vorschlag. Allerdings nicht für eine Fläche am Herrenkamp (hier ist auch kein Platz mehr), sondern für ein kleines Grundstück am Mittelweg, ungefähr dort, wo er auf die Gorch-Fock-Straße trifft. Also ganz in der Nähe vom Herrenkamp.

Am Langwedeler Herrenkamp hat der Touristikverein im vergangenen Jahr eine Infotafel über Jürgen Christian Findorff und den Herrenkamp angebracht.

„Wir können uns gut vorstellen, dass hier nahe am Mittelweg zwei Bänke sowie ein Tisch aufgestellt werden, um den Charakter des Platzes zu betonen. Ein Straßenschild mit Erklärungstafel würde auf Findorffs Wirken hier bei uns hinweisen“, hatte Christoph Meyer in dem Antrag des Touristikvereins erklärt. Schließlich habe Findorff nicht nur den Herrenkamp, sondern auch den heutigen Mittelweg angelegt.

„Wir wollen dem Antrag gern nachkommen“, erklärte Bürgermeister Andreas Brandt im Ortsrat Langwedel. „Aber nur mit Vorbehalt. Vielleicht soll da später ja mal etwas anderes hin. Im Moment ist da aber nichts geplant.“ Was der Bürgermeister nur andeutete: Hinter dem möglichen „Findorffplatz“ befindet sich eine freie Fläche, die zum großen Wohnhaus der Stiftung Waldheim in Langwedel gehört.

Die Gedenkinfotafel am Herrenkamp soll bleiben, wo sie ist. Tisch und Bänke am Mittelweg kann man sich bei der Gemeinde auch gut vorstellen – weil hier schon eine, wenn auch sehr in die Jahre gekommene – Bank steht.

„Ich finde die Idee gut, ich finde den Platz gut“, erklärte Ortsbürgermeister Marco Behrmann, blickte in das weite Rund des Bürgersaals, in dem sich kein Widerspruch rührte und ließ abstimmen. Das Ergebnis des Votums: Der Ortsrat ist einmütig dafür, dass Langwedel seinen Findorff-Platz bekommt.

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