Tomma Krull: Zeitungsserie kommt am Wochenende als Buch heraus

Ein Buch mit sieben Siegeln – entsiegelt

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Harald Gerken hat das Tagebuch der Tomma Krull aufgearbeitet.

Daverden - Als Buch mit sieben Siegeln bezeichnet man heute gelegentlich etwas, das man nicht versteht oder zumindest auf Anhieb nicht versteht. Die Redewendung ist der Bibel (Johannesoffenbarung) entnommen. Harald Gerken aber hat sich ein besonderes Buch vorgenommen – und es entsiegelt.

Gerken hat sich mit dem Tagebuch der Daverdener Pastorentochter Tomma Krull auseinander gesetzt – und in einer Serie aus 75 Folgen in dieser Zeitung Zeitgeschichte am Leben der einfachen Bevölkerung nachvollziehbar und anschaulich gemacht.

„Wer sich das Tagebuch anschaut, und sich nicht tief hineinkniet, der könnte geneigt sein, es gleich wieder zur Seite zulegen: Sütterlinschrift auf engstem Raum, Abkürzungen, unbekannte Namen aus dem persönlichen Umfeld, manchmal blasse Schrift, wenn die Tinte zur Neige gegangen und verdünnt worden war“, so Harald Gerken und erzählt weiter: „Das Tagebuch lässt sich entsiegeln, wenn man Zeit zum Lesen aufwendet und dann auch Zeitzeugen in Anspruch nimmt.

Zum Glück gab es während der Aufarbeitung vor wenigen Jahren noch wichtige Zeitzeugen, die Erklärungen und Ergänzungen liefern konnten.

Sophie Lührs (li.) war nach dem Krieg bei Tomma Krull und den Daverdenern nicht nur wegen ihrer Schneiderkünste ausgesprochen beliebt. „Tante Sophie“ wusste auch immer, was es an Neuigkeiten im Dorf gibt.

Da wäre an allererster Stelle die vor kurzem verstorbene Hilde Völkner zu nennen. Sie war durch besondere Umstände zwei Jahre lang in der „Kernzeit“ des Buches im Haushalt der Tomma Krull beschäftigt und wurde im Tagebuch auch immer wieder von der Tagebuchschreiberin gelobt. Viele Beiträge konnten mit Hilfe von Hildes Erinnerungen abgerundet werden. Zu weiteren Zeitzeugen mit wichtigen Erinnerungen gehören Hermann Lührs, Günter Homfeld, Hermann Bohlmann, die kürzlich verstorbene Annemarie Bischoff, geb. Lührs.

Sie war nicht nur die Nachfolgerin von Hilde Meyer im Krullschen Haushalt; sie war auch unmittelbare Nachbarin zur Haushaltsschule, der „Puddingschule“. Dazu konnte die kürzlich mit über 90 Jahren im Verdener Johannesstift lebende Frau Tacke noch vieles berichten. Durch ihre Schilderungen wird unter anderem der Tante Emma-Laden des Bäckers Lenthe wieder zum Leben erweckt.

Die in vorstehender Aufzählung der Zeitzeugen nicht genannte Gertrud Abegg-Cordes hat ihre Wurzeln in der weit verzweigten Krull- Familie, wohnt heute in einem Anbau des Krull-Hauses und konnte all das zum Buch beitragen, was untrennbar mit dem Haus verbunden ist: die Familiengeschichte der Krulls.“

Die 75 Folgen aus dieser Zeitung, angereichert mit zahlreichen Fotos, Hintergrundinformationen, Ergänzungen von Zeitzeugen gibt es jetzt auch in Buchform.

Soweit sich Bilder aus dem zugehörigen Zeitraum auftreiben ließen, ergänzen solche den Buchtext (93 Fotos bzw. Abbildungen). Herausgeber des Buches ist der Verein für Kultur und Geschichte Daverden.

Auch darum wird Harald Gerken sein Werk während des Kulturwochenendes (wir berichteten) im alten Daverdener Küsterhaus (an der Kirche) mit einer „Powerpoint“-Präsentation der geneigten Öffentlichkeit vorstellen. Sein Vortrag beginnt am Sonntag, 20. September, um 16.30 Uhr. Das Buch ist an diesem Sonntag dann auch zum ersten Mal käuflich zu erwerben – für 18 Euro.

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