Eine Kräuterspirale und gelebte Integration als Ergebnis eines Wettbewerbs

THW-Jugend baut mit Waldheim-Wohngruppe

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Gelebte Inklusion: Mitglieder der THW-Jugend und WG-Bewohner aus der Stiftung Waldheim in Cluvenhagen bauen gemeinsam eine Kräuterspirale im Garten.

Cluvenhagen - Gemeinsam packen sie es. Steine schleppen, Kräuterbeet anlegen, Mast aufstellen und vieles mehr. Klingt nach schweißtreibender Arbeit. War es auch, und doch bereitete sie allen großen Spaß. Kein Wunder: war ja freiwillig. Aber der Reihe nach.

Die Jugend des technischen Hilfswerks (THW) vom Ortsverband Verden nahm am Jugendwettbewerb der Stiftung der Kreissparkasse Verden teil - „Vitamin S“ lautete der Titel. Marek Symanczyk, Helfer für Öffentlichkeitsarbeit beim THW und Mitarbeiter der Kreissparkasse, hatte den Jugendlichen auf einem Gruppentreffen im vorigen Jahr ein Infoblatt in die Hand gedrückt: „Wäre das nichts für euch?“ Und ob, die Idee begeisterte.

Jugendbetreuer Lucas Thoden und die Jugendlichen begannen, Ideen zu sammeln. Ergebnis: Die THW-Jugend Verden möchte mit behinderten Jugendlichen einer Wohngruppe der Stiftung Waldheim deren Garten verschönern - mit einer Kräuterspirale, die auch dazu beitragen soll, dass die Bewohner Zutaten für gesunde Ernährung bekommen. Zudem halfen die Bewohner beim Bau der Spirale, um ihre handwerklichen Fähigkeiten anzuwenden. „Das Besondere am Projekt ist es, dass die behinderten Jugendlichen bei und Gestaltung miteinbezogen werden. Das ist im Rahmen der Inklusion von Behinderten in die Gesellschaft wichtig“, sagte Symanczyk.

Jetzt wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Das heißt: Zum großen Teil, denn ganz fertig, so wie es die fünf THWler gedacht hatten, wurden sie nicht. Fünf Stunden am Sonnabend und sechs Stunden am Sonntag reichten bei aller Anstrengung nicht, und beim Einkauf von Steinen und Blumenerde hatten sie sich außerdem verschätzt.

Also kündigten sie an, am kommenden Wochenende wiederzukommen und das Projekt zu beenden. Zur großen Freude der fünf Jugendlichen in der Wohngruppe, die freiwillig geblieben waren um zu helfen - sonst verbringen sie die Wochenenden bei ihren Eltern.

Am Anfang stand schwere Arbeit: Zwei Tonnen Wesersandsteine, jeder so um die 15 Kilogramm schwer, wollten an Ort und Stelle transportiert werden. Genau: mit Muskelkraft. „Das ging schnell, nach 20 Minuten waren wir fertig“, erzählte Thoden. Die Brocken sollen als Einfassung der Kräuterspirale dienen. Bald war zu erkennen: Die Steine reichen nicht. „Wir brauchen noch eine halbe bis eine Tonne“, schätzte der Jugendbetreuer.

Anschließend machten sich die Jugendlichen daran, Grassoden auszustechen und beiseite zu legen, Teichvlies zu verlegen und einen Kübel einzusetzen - die feuchteste Stelle der Kräuterspirale war festgelegt. Oben ist der Boden trockener. Der höchste Punkt der Spirale soll 80 Zentimeter hoch liegen, und von dort wird das Beet schraubförmig nach unten angelegt.

Nebenbei betonierten die THWler den Mast ein, an dem die Hängematte der Wohngruppenbewohner befestigt werden soll. Und wenn man schon mal dabei ist, will man noch eine Feuerstelle mit Feuerkorb anlegen und einen Überstand für Feuerholz bauen. „Alles klappt reibungslos, jeder arbeitet fleißig mit“, bilanzierte Thoden am Sonntag, als alle gemeinsam beim Mittagessen im Garten saßen und sich die Würstchen schmecken ließen - bei dem schönen Wetter wurde gegrillt.

Übrigens: Die Verdener THW-Jugend bekommt zusätzlich zu den Materialkosten für ihr Projekt 1250 Euro Preisgeld für ihren zweiten Platz beim Publikumsvoting, das im Rahmen des Wettbewerbs veranstaltet wurde. 

is

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