Suche nach neuem Erdgas

DEA und Partner planen Erkundungsbohrung bei Förth

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Direkt an der A 27 zwischen Holtebüttel und Langwedel-Förth soll auf Langwedeler Seite der neue Bohrplatz „Nindorf Z1“ eingerichtet werden.

Langwedel - Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Flyer von der DEA (Deutsche Erdoel AG), der da kurzfristig im Langwedeler Rathaus zu haben war, nicht vom Internetauftritt des Unternehmens zu „Nindorf Z1“. Auf den zweiten Blick dann aber doch. Im Druckwerk gibt es nämlich einen Zeitplan zur Einrichtung einer neuen Erdgasbohrstelle in Sichtweite von Langwedel-Förth.

Zu Beginn des Jahres hatte das Hamburger Energieunternehmen seine Bohrplanungen für 2018 publik gemacht. „Entweder beginnen zum Ende des Jahres 2018 nordöstlich der Ortschaft Scharnhorst bei Verden/Aller die Arbeiten für die neue Förderbohrung „Völkersen Z12“. Mittels dieser Bohrung möchte DEA einen weiteren Bereich der Erdgas-Lagerstätte erschließen“, heißt es dort in der entsprechenden Pressemitteilung. Die öffentliche Empörung war ebenso prompt wie unüberhörbar. Der Grundtenor dabei: „Keine Erdgasbohrung im Wasserschutzgebiet.“

Wilhelm Hogrefe, der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, und der örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt forderten eine unabhängige Untersuchung zu den Folgen der Erdgasförderung hinsichtlich seismischer Ereignisse, sprich Erdbeben. Eine Ausweitung der Gasförderung könnte eine zunehmende Gefährdung durch weitere Erdstöße bedeuten, so die CDU-Politiker.

Von Langwedel-Förth wird, wenn die DEA ihre Pläne umgesetzt hat, hinter dem Wäldchen in Richtung Holtebüttel der Bohrturm stehen.

Währenddessen sind die DEA und ihre Partner DOW, Wintershall, Shell und EMPG, dabei, die Planungen zur Erkundung eines möglichen neuen Erdgasfeldes voranzubringen. Gebohrt werden soll auf der „Nindorf Z1“, und zwar „auf Höhe der Linie zwischen Holtebüttel und Langwedel am südwestlichen Rand der Autobahn A27 im freien Gelände“, so die DEA in ihrer Erklärung und weiter heißt es, die so genannte Explorationsbohrung „soll der Erkundung der Erdgas-Reserven in Richtung Süden dienen“.

Ab Sommer wolle man denn Bohrplatz errichten und anschließend die Bohrung „mit einer rund 60 Meter hohen Bohranlage niederbringen“, so das Unternehmen. Hatte die DEA andernorts durchaus schon einmal Probleme, an die entsprechenden Grundstücke zu kommen, so konnte man in Langwedel die benötigten Flächen schon anpachten. Anfahren will man den Bohrplatz über die Hollenstraße und dann über einen längs der Autobahn einzurichtenden Weg.

Genehmigung steht noch aus

Nun gilt für „Nindorf Z1“ das Gleiche wie für die angestrebte Bohrung in Scharnhorst: Die DEA braucht noch die Genehmigung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Im Zuge des Genehmigungsverfahrens werden dann auch noch der Flecken Langwedel bzw. seine politischen Gremien zur Stellungnahme aufgefordert.

Bei der DEA ist man sich aber – laut Flyer – recht sicher ab Sommer 2018 in rund 15 Monaten soweit zu sein, Erdgas fördern zu können. „Voraussichtlich ab Ende 2019 sorgen dann die Mitarbeiter des DEA-Förderbetriebes Niedersachsen....auch aus der Förderbohrung „Nindorf Z1“ für eine sichere, zuverlässige und umweltgerechte Erdgasproduktion“, so die Kommunikationsabteilung des Unternehmens.

Das dürfte sich dann nicht einmal von zum Teil schon aufhängten Transparenten sowie kleinen und großen roten Kreuzen gegen das Fracking angesprochen fühlen. „Es handelt sich um eine klassische, konventionelle Bohrung bei der das Fracking Verfahren nicht eingesetzt wird“, heißt es zu „Nindorf Z1“. - jw

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

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