Speelkoppel Hoyerswege im Rathaus Langwedel

Was so ein Stromschlag alles anrichten kann

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Sollte sich am Ende der Komödie doch tatsächlich alle Verwirrung entwirren und es gar ein Happy End geben? Aber sicher doch, und bis dahin hat einen Riesenspaß gemacht.

Langwedel - Lag es am sonnigen Winterwetter? Als die Speelkoppel Hoyerswege am Sonntag auf Einladung der Freilichtbühne Daverden ihr Gastspiel im Rathaus gab, war der Bürgersaal nicht wie in den Vorjahren ausverkauft. Trotzdem freute sich Günter Kothe, Vorsitzender des Fördervereins der Freilichtbühne Daverden, über viele Gäste, die schon vor der Aufführung im Sozialraum des Rathauses mit Kaffee und selbst gebackenen Torten verwöhnt wurden.

„Wir wollen die plattdeutsche Sprache pflegen und die Freilichtbühne unterstützen“, erklärte Günter Kothe. Er dankte für die vielen Tortenspenden, schließlich benötigt die Freilichtbühne in diesem Jahr besonders viele Einnahmen, da die Toilettenanlagen im Daverdener Holz erneuert werden sollen.

Zu sehen gab es in Langwedel die Komödie „Wer is dor in mien Lief togang?“, geschrieben von Hans Schimmel, in die plattdeutsche Sprache von Wolfgang Binder übersetzt.

Zum Auftakt lümmelt sich Charlie Westermann auf seiner Couch, studiert den „Playboy“... In der Rolle des Verkäufers und Vollblut-Machos glänzte Herwig Kunst.

Charlie meint, ein 100-prozentiger Mann zu sein, den so leicht nichts aus der Bahn werfen kann. Frauen haben in seinem Weltbild den ausdrücklichen Daseinszweck, für ihn da zu sein. Auch seine Haushaltsgehilfin Luise Stehen, die von Heike Kroog gespielt wurde.

Mit dieser Einstellung eckt Charlie natürlich bei seinen Mitmenschen an, insbesondere bei seiner Nachbarin Jana Herzig, die als Redakteurin arbeitet und von Sandra Stöver verkörpert wurde.

Harry Schlicht (Rainer Vosteen) teilt Charlies Ansichten und Kneipenbesuche. Charlies selbst ernannte Freundin Sabine Wilms (Alexandra Körner) ist ein ganz spezielles Exemplar. Ihrem vorgetragenen Kinderwunsch setzt er ein „Kinder werden nicht bestellt, sondern geboren“ entgegen. Ihr Konter: „Dann bohr mir doch eins.“

Alles läuft so in seinen Bahnen bis zu dem Tag, an dem Charlie mal wieder zu laut Musik hört. Nachbarin Jana beschwert sich, es kommt zum Kampf um den Stecker der Anlage, beiden kriegen einen Schlag – und finden sich im Körper des jeweils anderen. Das hat Folgen.

„Charlie“ fühlt sich plötzlich weiblich und bestellt morgens bei seiner Haushälterin Tee, während „Jana“ zu früher Stunde dem Alkohol zuspricht. Nach dem anfänglichen Schock beschließt das Duo, erst einmal Stillschweigen zu bewahren, in der Hoffnung, dass sich der Tausch bald wieder von selbst erledigt. Tut er aber nicht.

Und das Leben wird nicht einfacher, wenn keiner der beiden mit dem Umfeld des anderen vertraut ist und man seine ursprünglichen Charaktereigenschaften auch nicht einfach so ablegen kann.

Es entstehen peinliche Situationen und Verwicklungen. Janas Chef Bruno Grootkopp (Harald Schrön), baggert seine Redakteurin an. Die reagiert ungehalten, schlägt ihn zu Boden, denkt und behauptet aber, ihr Chef wolle sie heiraten. Als dann Harrys Freundin, die Kosmetikberaterin Anna Bell (Anja Brinkmann) auftaucht und zu einer Dessousparty einlädt, ist Charlie ganz aus dem Häuschen. Und hat dann mit einer pflegenden Gesichtsmaske seinen großen Auftritt.

Und auch Erika Siems, Charlies Chefin (Linda Tönjes-Hanitz), wird aus den Verwechslungen nicht mehr schlau. Redaktions-Azubi Rita Feddern (Iris Timmermann) kommt mit der Situation nicht klar.

Jana (also eigentlich Charlie) hat die Hochzeit schon geplant, die Verwandtschaft aus Sizilien ist im Anmarsch. Blöd nur, dass Grottkoop noch verheiratet ist und sich nun von der Mafia bedroht fühlt.

Es kommt zu Rangeleien, Grootkopp und Sabine Willms (Charlies Freundin) greifen beide zur Stehlampe, bekommen einen Stromschlag... Auf einmal ist Grootkopp ganz wild darauf, Charlie zu heiraten.

Natürlich lösen sich zum Schluss alle äußerst unterhaltsamen Verwicklungen auf. Die Schauspieler aus Hoyerswege wurden mit viel absolut berechtigtem Applaus bedacht. Für Rainer Vosteen gab es noch ein Ständchen, er hatte am Sonntag Geburtstag.

Das wurde dann im „Waldschlößchen“ gefeiert, da trafen sich die beiden befreundeten Bühnen zum Abendessen.

hu

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