Hinter den Kulissen der Holtebütteler Plattsnackers

„Spaßig ist es, die Pampe wieder runterzukriegen“

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Aus dem neuen Technikraum der Plattsnackers werden die Mikrofone der Schauspieler gesteuert.

Holtebüttel - Nur noch am Samstag und Sonntag wird auf der Freilichtbühne Holtebüttel die Komödie „Chaos in’t Bestattungshuus“ von Winnie Abel gespielt. Unverzichtbar sind dabei einmal mehr die vielen Helfer hinter den Kulissen. Sei es bei der Bewirtung, der Technik oder in der Maske.

In diesem Jahr bekommen fast alle Spieler eine Perücke verpasst, nur Jörg Grimm nicht. Warum, kann er selbst gar nicht sagen. Vielleicht passt das etwas lichte Haar zu den Sorgen, die ihn in dem Stück als Bestatter plagen. Groß ist die Verwandlung dagegen bei Dietmar Tomhave. Seit 13 Jahren spielt er bereits Theater, erstmalig jedoch in Holtebüttel. Dort verkörpert er den Fabrikanten Udo Kemp. Ein Mann, der das Leben zu genießen weiß. Gut zu erkennen am Wohlstandsbauch, den sich Tomhave aber nicht anfuttern musste, sondern nur umbinden muss.

Die Verwandlung ist enorm. So wie alle anderen Schauspieler bekommt Tomhave vorab eine dicke Schicht fettiges Make up aufgetragen und wird dann abgepudert. „Spaßig ist es, die Pampe wieder runterzukriegen“, merkt Ursel Haase derweil an. Mit Melkfett funktioniert es ganz gut. „Fett hilft gegen Fett“, erklärt Sabine Gerkens. 

Seit mehr als 20 Jahren in der Maske aktiv

Seit über 20 Jahren schminkt sie die Holtebütteler Plattsnackers. Mehre Jahre schon gemeinsam mit Marion Intemann. Beide sind zwar nicht vom Fach, haben sich aber im Laufe der Jahre die Techniken angeeignet und Lehrgänge beispielsweise beim Goethe-Theater in Bremen besucht.

Bei Vineta Grimm darf es bei den Augen dieses Jahr gern ein biss’l mehr sein, denn sie spielt im Stück einen Grufti. „Unter der Perücke wird es ziemlich warm und fängt irgendwann an zu jucken“, berichtet sie. Doch der Sitz ist perfekt.

Marion Intemann und Sabine Gerkens schminken schon seit Jahren die Schauspieler der Holtebütteler Plattsnackers – und die machen so vor der Vorstellung bisweilen eine bemerkenswerte äußerliche Wandlung durch.

Wer noch warten muss, riskiert schon mal einen Blick auf den Zuschauerbereich. Die Reihen füllen sich immer mehr. Freude macht sich breit. Bei Sylvia Grimm eher Nervosität, daran hat sich auch nach 13 Jahren nichts geändert. Der Zuschauer merkt davon jedoch nichts, als sie kurz darauf die souveräne Gerichtsvollzieherin mimt.

Binnen einer Stunde sind alle zehn Schauspieler fertig geschminkt. Als Letztes werden die neuen Mikrofone angelegt. Wichtig ist, dass jeder immer das ihm zugewiesene Gerät bekommt, denn die werden aus dem neuen Technikraum gesteuert. Dieser befindet sich in einem Container oberhalb der Zuschauerränge und von dort haben die dafür zuständigen Helfer, Clemens Jacobs, Frederik Meyer, Matthis Gerkens, Heiner Lindhorst, Jonas Lindhorst und Jürgen Lindhorst, den freien Blick auf die gesamte Bühne.

Der Ton muss jedes Mal neu eingestellt werden, denn die Mikrofone sitzen immer ein bisschen anders. „Die Lautsprecher sind nur zur Unterstützung“, erklärt Jacobs. Der Zuschauer soll sie gar nicht bemerken. Klappt gut, und wer sich davon selbst überzeugen will, hat dazu noch heute und morgen Gelegenheit. Jeweils ab 20 Uhr wird die absolut sehenswerte Komödie aufgeführt.

wb

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