Kamerun zu Gast beim Langwedeler Kulturverein

Es soll nicht für immer Deutschland sein

Deutsche und Kameruner standen am Langwedeler Häuslingshaus für die Spezialitäten aus dem westafrikanischen Land an. Bei gutem Essen kam man schnell miteinander ins Gespräch. - Foto: Sommerfeld

Langwedel - „Langwedel hat gewusst, dass wir kommen, und begrüßt uns mit Temperaturen wie bei uns zu Hause“, sagte Eric Gomdjim mit strahlendem Lachen. „Bei uns zu Hause“ – das ist Kamerun. „Dort haben wir das ganze Jahr über solch eine Hitze“, erzählte er. Winter gibt es in dem westafrikanischen Land nicht, sondern die Regenzeit. Aber auch dann bleibt es heiß.

Der Langwedeler Kulturverein hatte am Sonntag „Kamerun zu Gast“. So war der Tag am und im Häuslingshaus überschrieben. Auf den ersten Blick wirkte es schon ein wenig ungewohnt: Fröhliche afrikanische Musik, farbenprächtige exotische Gewänder und der Duft von würzigen fremdländischen Speisen im gediegenen, rustikalen Gebäude.

Es herrschte ein Kommen und Gehen. Nicht nur von Mitgliedern des Langwedeler Kulturvereins und des Vereins Cameroonian Community Bremen (CCB), sondern auch von Eingeborenen und Einwohnern. Und bei gutem Essen kam man schnell miteinander ins Gespräch.

Viele wollen zurück in die Heimat

Beispielsweise mit dem eingangs erwähnten Eric Gomdjim. Er ist Vorsitzender der CCB, lebt und arbeitet in Bremen. Doch so gut ihm Deutschland auch gefällt – er möchte wieder zurück nach Kamerun, zu seiner Familie. Wie viele andere Vereinsmitglieder auch. Allerdings geht das nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. „Der Großteil unserer Vereinsmitglieder sind Studenten und Akademiker. Nach ihrem Studium arbeiten sie eine zeitlang in Deutschland, um in ihrem Job Erfahrungen zu sammeln und Geld zu verdienen“, berichtete er. Nicht zu unterschätzen: „Die meisten der Rückkehrwilligen verließen ihr Land vor zehn oder mehr Jahren – sie müssen sich also erst wieder über das Leben und die Verhältnisse in Kamerun informieren“, ergänzte er. Kurz gesagt: „Sie müssen ihre Rückkehr vorbereiten.“

Eine Spezialität: Krapfen mit Bohnen und Fleischspieße

Das Essen ist eine Spezialität, die in ganz Kamerun geschätzt wird. „Es sind Krapfen mit Bohnen und Fleischspieße, die überall beliebt sind: bei jedem Volk, in der Stadt und auf dem Land, bei Jung und Alt. Das besondere daran ist die Gewürzmischung“, berichtete der stellvertretende Schriftführer Martial Nana, Hauptorganisator der Veranstaltung.

Mittendrin saß Maschinenbaustudent Fabien Diffé und malte. „Bei solchen Veranstaltungen habe ich immer Farben und Pinsel dabei“, sagte er lachend. Aquarellfarben. Damit portraitierte er Besucher, die sich Zeit nahmen und Modell saßen. Drinnen im Häuslingshaus waren seine Werke ausgestellt.

Göbbert zeigt eine andere Seite der Migration

Wie kommt man auf die Idee, „Kamerun zu Gast“ haben zu wollen? Zum einen hatte Rolf Göbbert, Vorsitzender des Langwedeler Kulturvereins, vor sieben Jahren Ghana besucht. „So habe ich Westafrika kennengelernt“, erzählte er. In Kamerun war er zwar nicht, aber einer Reise dorthin wäre er nicht abgeneigt. „Ich bin nun mal ein neugieriger Mensch“, bekennt er. Speziell Kamerun bot sich an, weil die Geschichte beider Länder während der Kolonialzeit eng miteinander verwoben war.

Zum anderen wollte Göbbert zeigen, dass es noch eine andere Seite von Migration gibt als die von Kriegsflüchtlingen aus dem Nahen Osten.

Göbbert informierte sich und stieß bald auf die CCB. „Die Idee kam bei uns sehr gut an“, sagte Vorsitzender Gomdjim. Denn der Verein hatte vor, mehr auf die Deutschen zuzugehen.

Nun war es Zeit für den Vortrag über Kamerun, und die meisten Besucher strömten ins Häuslingshaus. Derweil setzte draußen die Regenzeit ein – nur, im Gegensatz zur Regenzeit in Kamerun, mit fallenden Temperaturen.  

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