Beim MTV Langwedel trainieren die ersten Gruppen wieder in der vereinseigenen Halle

„Das soll langsam wieder anlaufen“

Immer nur in eine Richtung, aber es geht wieder vorwärts. Marco Behrmann erläutert die Einbahnstraßen beim MTV.

Langwedel - Von Jens Wenck. Ja, ja. Vor dem Betreten Mund-Nase-Schutz auf. Abstandsmarkierungen auf dem Boden. Desinfektionsmittel im Spender für die Hände. Kennt man.

Wohltönende Rockmusik von AC/DC ist ordentlicher Lautstärke? Ein Blick nach rechts. Flatterband, Einbahnstraßenschilder, Raum- und Wegetrennung mit einem großen Mattenwagen? Andere Richtung. Die Musik wird lauter. Beim MTV Langwedel sind weit verstreut in der großen Halle die Zumba-Frauen in Aktikon. Am Rand steht der Vorsitzende Marco Behrmann mit seiner roten MTV-Maske – und ist zufrieden. Seit Dienstagabend gibt es in Langwedel wieder Hallensport. Wenn auch unter strengen Regeln.

Der gewohnte Eingang ist zum „Wartebereich 1“ geworden. Hier können und sollen sich die Sportlerinnen und Sportler kurz setzen, die Straßenschuhe gegen die Hallenschuhe tauschen. Umziehen müssen sich die Leute zu Hause. Umkleidekabinen und Duschen sind gesperrt.

Am Montagabend noch haben Marco Behrmann, Geschäftsstellenleiterin Sylvia Kornau und Erwin Mann das MTV-Vereinssportzentrum für den Neustart unter Corona-Bedingungen klar gemacht.

„Wir mussten niemanden fragen. Gehört ja uns“, so Marco Behrmann. Die alte Turnhalle am Vereinszentrum dürfen die Langwedeler mit Genehmigung der Gemeinde allerdings mitnutzen, während andernorts die Vereine noch darauf warten, dass die Hallen wieder geöffnet werden.

In Langwedel hat man alles dafür getan, dass sich die Sportler, auch die der verschiedenen Gruppen, nicht begegnen. Überall ist Einbahnstraßenverkehr eingerichtet. Zum Verlassen des Gebäudes werden in diesen Zeiten dann ausnahmsweise die Flucht- und Notfalltüren benutzt.

Sportarten, wo es Kontakt gibt, sind noch nicht erlaubt. Die Tänzer zum Beispiel müssen noch warten. Große Gruppen, in denen der Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann, sind auch nicht erlaubt. „Aber wir kriegen das hin“, ist sich Marco Behrmann gewiss. Da muss man eben kreativ werden, die Gruppen vielleicht teilen.

Okay, eigentlich gehen im Moment nur Sachen aus dem Bereich Gymnastik, Kräftigung – und ohne Geräte.

Während der Trainingsstunden werden alle Fenster und die große Dachluke geöffnet, die Lüftungsanlage angestellt. „Die springt sonst nur im Sommer bei großer Wärme an“, wirft Erwin Mann ein – und geht dann wieder arbeiten.

„Erwin und sein Team kommen auch jeden Morgen in die Halle, dann wird hier komplett gereinigt und desinfiziert“, so Behrmann. Desinfektionsmittel haben sie beim MTV schon zeitig und reichlich eingekauft. „Hier vor Ort“, berichtet Sylvia Kornau. „Im Internet hätten wir es nicht günstiger bekommen.“ Der MTV hat bei der Apotheke in Daverden eingekauft. „Die stellen selbst her.“

Komplett und schnell wieder hochfahren will man im Verein gar nicht. „Das soll langsam wieder anlaufen“, betont der Vorsitzende noch einmal. „Jetzt kann es wieder losgehen. Wenn die Übungsleiter und Mitglieder nicht wollen, müssen sie natürlich auch nicht. Aber ich glaube, dass alle froh sind, dass wir wieder in die Halle dürfen.“

In den neuen Regeln auch mit drin: Nach dem Sport gemütlich in der Vereinsgaststätte zusammensitzen ist noch nicht. Wer am Sport teilnimmt, wird in eine Liste eingetragen – und unterschreibt, dass er auf eigene Gefahr am Sport teilnimmt. „Die Übungsleiter sind informiert, was erlaubt ist und was nicht. Da ist jede Menge einzuhalten. Der MTV hat seinen Übungsleiterinnen und Übungsleitern ihr Geld in der Corona-Zeit weitergezahlt“, berichtet Behrmann. Bei anderen Vereinen soll das aber auch so gewesen sein, hat er gehört. Und die Mitglieder haben ja auch während der ganzen Sperre ihre Beiträge weitergezahlt. Zwei Austritte hat es gegeben, die explizit mit dem ausgefallenen Sportangebot begründet wurden, so Geschäftsstellenleiterin Sylvia Kornau. Bei fast 900 Leuten im Verein. „Nicht schlecht, was?“, findet der Vorsitzende.

Frühestens nach den Sommerferien könne man wieder die beliebten Kindergeburtstagsfeiern anbieten. Das Gleiche gilt fürs Kinderturnen. „Das wird also Ende August. Hoffen wir wenigstens.“ Man schaue von Verordnung zu Verordnung. „Aber wir sind gut vorbereitet. Wir planen und überlegen schon länger“, sagt Marco Behrmann.

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