Udo Smorra stellt im Häuslingshaus zu Langwedel aus / Großes Interesse

„Dann bin ich zufrieden und dann geht es mir gut“

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Udo Smorra (li.) und Dr. Wolfgang Ernst eröffneten die Ausstellung – und gönnten eine ungewöhnliche Vorführung in Sachen Rost.

Langwedel - Mit einer Vernissage wurde am Wochenende eine Ausstellung des Langwedeler Bildhauers und Metallkünstlers Udo Smorra im Häuslingshaus eröffnet. Sehr zum Wohlgefallen zahlreicher Besucher.

Für den veranstaltenden Langwedeler Kulturverein hielt Dr. Wolfgang Ernst die Eröffnungsrede, musikalisch umrahmt wurde die Vernissage wie so oft im Häuslingshaus von Gerd Alsleben. Der ist nicht nur ein Nachbarn des Hauses, sondern auch ein Freund Udo Smorras.

Der 1953 geborene Langwedeler ist hauptberuflich Personal- und Organisationsentwickler. Da ist Kreativität auch nicht verkehrt, künstlerisch brach sich dies ab 2010 bei Smorra mit plastischen Arbeiten mit Stahl(schrott) bei Smorra immer mehr Bahn. „Schweißen, schweißen und schweißen“, so Wolfgang Ernst. In mehreren Workshops stellte Udo Smorra seine autodidaktischen Bemühungen auf eine mittlerweile mehr als solide Basis. So könne er jetzt sein künstlerisches Schaffen gleichberechtigt neben seiner sonstigen beruflichen Tätigkeit platzieren, so Dr. Ernst.

Seit 2012 geht Udo Smorra mit Ausstellungen an die Öffentlichkeit, auch in seinem eigenen Skulpturgarten. Smorras Werke können natürlich auch gekauft werden – und Wolfgang Ernst verkündete, dass schon um 14.01 Uhr, eine Minute nach Beginn der Vernissage, das erste Kunstwerk, ein kleiner Pelikan, verkauft worden war. Im Laufe des Nachmittags fanden noch weitere Ausstellungsstücke ihre Liebhaber, ein Paradiesvogel etwa wird nach Braunschweig gehen.

Das Material für seine Kunstwerke sammelt Udo Smorra auf einem ,,wohlsortierten Schrottplatz“ in Dibbersen und auf Flohmärkten. Seine rostigen Skulpturen veredelt er mit einem konservierenden Öl, denn das gebe den Objekten einen „salonfähigen“ Touch. Was Udo Smorra gleich bewies, indem er ein Objekt ungeniert am weißen Oberhemd von Wolfgang Ernst rieb – und es gab keine Rostflecken.

Aus vielen Einzelteilen werde ein Kunstobjekt, aus verrostetem Werkstoff Neues geschaffen, so Wolfgang Ernst in seiner Laudatio. „Auf den ersten Blick kunstfremdes Material wird als Assoziationsfeld genutzt, Formen neu interpretiert.“ Es werde nicht nur eins zu eins nachgebildet, sondern die besonderen Charakteristika erkannt und herausgearbeitet.

In einem kurzen Statement freute sich Udo Smorra über die vielen bekannten Gesichter auf der Vernissage, aber auch über Gäste aus Hamburg.

„Ein Künstler darf nicht seine eigenen Arbeiten interpretieren“, befand Smorra, der sich fragte, ob seine neuen Arbeiten in die alten Räumlichkeiten des Häuslingshauses passen würden. Dieses Haus sei aber auch heruntergekommen gewesen, auch hier wurde Altes bewahrt – und dadurch eine Berührung zu seinen Kunstobjekten hergestellt.

„Dieses Bewahrende und gleichzeitig Neue ist für mich zutiefst befriedigend. Wenn es mir gelingt, die innewohnende Ästhetik über den künstlerischen Prozess sichtbar werden zu lassen, dann bin ich zufrieden und dann geht es mir gut. Das gelingt nicht immer, aber immer öfter.“

Viel Fantasie beweist Udo Smorra, wenn er aus dem alten Eisen neue Ideen schmiedet. In den Räumen des Häuslingshauses bekamen die Besucher den keckernden Kakadu, Fisch, Krähe oder die „Africa Queen“ zu sehen. Über allem schwebte der „Nightbird“.

Doch schon bevor der geneigte Ausstellungsbesucher das Häuslingshaus betrat, wurde er von einem großen Marabu empfangen, auf einem grünen Podest stand eine Ziege, bei der Udo Smorra sogar die Hinterlassenschaften nicht vergessen hatte.

Ein Besuch dieser kleinen Ausstellung lohnt sich auf jeden Fall. Die Skulpturen sind noch bis zum 30. August an jedem Sonnabend von 14 bis 18 Uhr und an jedem Sonntag von 10 bis 18 Uhr im Häuslingshaus zu sehen und der Künstler wird fast immer da sein und gern Fragen beantworten.

hu

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