Stiftung informiert Eltern, Angehörige und Betreuer 

Was tut sich im Waldheim?

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Karl-Georg Issing vom Vorstand der Stiftung Waldheim hatte allerhand zu berichten. 

Cluvenhagen - „Man soll so leben, wie man am Ende des Lebens gelebt haben möchte“, diesen morgens im Radio gehörten Satz stellte Carl-Georg Issing, Vorstandsmitglied der Stiftung Waldheim, an den Anfang seiner Informationsveranstaltung für Eltern, Angehörige und Betreuer über aktuelle Projekte und Entwicklungen in der Waldheim Gruppe.

Momentan leben 346 Menschen im Bereich des stationären Wohnens des Waldheims – bei 350 Plätzen eine fast 100-prozentige Belegung.

Die ambulanten Dienste des Waldheims gewinnen stetig an Bedeutung, werden im Landkreis Verden wie im Landkreis Diepholz angeboten. Zur Zeit werden 129 Menschen mit Behinderung ambulant betreut.

In diesem Zusammenhang lobte Issing auch die Arbeit der WABE (Waldheim Begegnungs- und Beratungsstelle), die mit ihrem vielfältigen und inklusiven Freizeitangebot einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe am Leben in der Gemeinde leiste.

Neben einer Handicap-Fußballmannschaft beim TSV Achim gibt es mittlerweile viele Freizeitprojekte, an denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam teilnehmen.

Issing informierte auch darüber, dass in diesem Jahr alle Ausbildungsplätze besetzt werden konnten und derzeit 67 junge Erwachsene in der Waldheim Gruppe eine Ausbildung, einen Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren.

Dann kam er auf ein Projekt zu sprechen, das alle Anwesenden besonders interessierte: den Bau der neuen Wohnstätten in Thedinghausen und Langwedel.

In Thedinghausen begann der Neubau für 28 Wohnplätze im Sommer dieses Jahres, nachdem seitens des Landessozialamtes 466.000 Euro Zuschuss geflossen war. Inzwischen ist aber der Topf des Landes Niedersachsen für die Projektförderung nahezu ausgeschöpft, so dass der Baubeginn für Langwedel zurzeit noch nicht zu 100 Prozent feststeht. Erst nach der Zuschussbewilligung kann dort mit dem Bau begonnen werden, er hoffe nach wie vor auf das Jahr 2017, erklärte Carl-Georg Issing.

Mit Fertigstellung beider neuer Wohnstätten mit insgesamt 55 Wohnplätzen werden die Doppelzimmer in den Wohnhäusern „Verden“ und „Achim“ auf dem Gelände in Cluvenhagen aufgelöst, so dass nach der Sanierung der Altbauten deutlich mehr Einzelzimmer zur Verfügung stehen werden.

Carl-Georg Issing berichtete außerdem über das neue Gesetz für unterstützte Wohnformen, das am 1. Januar 2016 in Kraft trat. Das Modell der Optionskommune, das auch vom Landkreis Verden praktiziert wurde, ist am 31. Dezember 2015 ausgelaufen. Jetzt ist das niedersächsische Landessozialamt in Hildesheim allein zuständig.

Mit dem geplanten Bundesteilhabegesetz soll die Versorgung behinderter Menschen verbessert werden. Formulierungen im Gesetzestext lassen für Issing den Schluss zu, dass es auch Ziel sei, den steigenden Kosten im sozialen Bereich entgegen zu wirken. Sämtliche Leistungen würden umgebaut und dies bedeutet viel Arbeit für die Einrichtungen und auch die Betreuer.

An einer Demonstration gegen dieses neue Bundesteilhabegesetz am 7. November in Berlin haben auch Bewohner und Beschäftigte der Waldheim Gruppe teilgenommen. Wenn das Gesetz wie geplant bleibe, habe das schwerwiegende Folgen für viele Menschen mit einer geistigen Behinderung. Deren Lebensumstände könnten sich verschlechtern. So könne es sein, dass der Zugang zu den Leistungen in der Eingliederungshilfe ausgeschlossen ist, wenn er in weniger als fünf von neun Lebensbereichen eine Einschränkung aufweist. Diese Hürde empfinden die beiden Vorstandsmitglieder Dieter Haase und Carl-Georg Issing als zu hoch.  

hu

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