Informationsabend im Rathaus

Diplompsychologin referiert über sexuelle Übergriffe und Gewalt

+
Sabine Kopp-Danzglock (li.) und Karin Sievers (re.) planen einen Informationsabend zum Thema Kinder- und Jugendschutz im Hinblick auf sexuelle Übergriffe und Gewalt.

Langwedel - Sexuelle Übergriffe, sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche – sind auch in Langwedel ein Thema. Und zwar ganz konkret am kommenden Dienstag, 24. Oktober, im Langwedeler Rathaus. „Es geht oft um die Anfänge“, sagt Sabine Kopp-Danzglock von der Beratungsstelle Horizonte aus Verden.

Die Diplompsychologin wird an dem Abend in Langwedel von 19 bis 21 Uhr über ihre Arbeit und die betreffenden Themenschwerpunkte berichten. Um „Präventionsarbeit“ gehe es dabei, so Karin Sievers. Die Gleichstellungsbeauftragte des Flecken Langwedel hat den Abend mit organisiert.

Man würde sich in eher kleinerem Rahmen treffen, so die ursprüngliche Erwartung von Karin Sievers, nicht nur weil Fragen, Austausch und Gespräche bei dem Treffen ausdrücklich erwünscht sind.

Es liegen aber längst über 30 Anmeldungen vor, vielleicht zieht man doch vom Sitzungsraum im Erdgeschoss des Rathauses nebenan in den Bürgersaal, um noch weiteren Interessierten die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben.

„Wie gehen Kinder und Jugendliche mit sexueller Gewalt um?“ Wie können Erwachsene dabei helfen?“, „Welche Rolle spielt das Internet?“ und „Was sind die Formen sexuellen Missbrauchs?“ sind so Fragen, um die es an besagtem Dienstagabend gehen soll.

„Kinder müssen merken, dass sie etwas sagen dürfen und gehört werden“, so Kopp-Danzglock. Da geht es dann um die möglichen eingangs erwähnten Anfänge und da geht es auch darum, Erwachsene dahingehend zu sensibilisieren, dass sie richtig zuhören, wenn Kinder und Jugendliche etwas sagen.

Das kann die leise Klage über die Tante sein, die immer so eklige feuchte Schmatzer verteilt. Oder die sehr herzlichen Umarmungen, die den Kindern irgendwie unangenehm sind. So etwas muss nicht sein. „Da sag ich als Erwachsener mal Bescheid, dass das nicht sein muss – und gut.“

Egal ob im privaten Umfeld oder auch im Sportverein, Mensch soll aufmerksam werden, wenn „etwas komisch ist“. Das kann einen harmlosen Hintergrund haben (siehe oben), muss es aber nicht. Dreiviertel der Fälle von sexuellem Missbrauch passieren im sozialen Nahbereich. „Viele Täter gehen strategisch vor“, so die Diplom-Psychologin. Sie bauen langsam eine Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen auf – und fangen dann an, Druck aufzubauen...

Und das Internet? Das Einstiegsalter der Kinder liegt hier via Handy schon bei zehn Jahren, hat Kopp-Danzglock beobachtet. Es wird spätestens dann gefährlich, wenn der Nachwuchs Fotos und Videos postet und teilt. „Wie und wo ist das okay und sinnvoll?“ Es gelte ein Bewusstsein zu wecken, wie man damit umgeht. „Alle Eltern versuchen, ihren Kindern gute Eltern zu sein.“ Nur manchmal stellen sich Eltern dann die Frage: „Wie mache ich das überhaupt?“ Warum soll man sich dann nicht Hilfe oder Rat holen?

Sexueller Missbrauch oder ähnliche Verhaltensformen fallen auch nicht vom Himmel. „Das ist oft über Generationen angelegt.“

Wenn sexueller Missbrauch passiert ist, jedes fünfte bis sechste Mädchen, jeder siebte bis neunte Junge sind betroffen, so Kopp-Danzglock, dann kann Traumaarbeit helfen. „Es gibt Wege da raus, neue Wege.“

Seit gut zehn Jahren ist Sabine Kopp-Danzglock bei Horizonte in der Beratung im wahrsten Sinne des Wortes unterwegs. Sie wartet nicht nur, darauf, dass Hilfesuchende in die Beratungsstelle kommen. Immer wieder geht es auch darum, sich und die eigene Arbeit vorzustellen.

Warum? Damit Eltern, Kinder und Jugendliche, Betroffene, Nichtbetroffene überhaupt wissen, an wen sie sich wenden können. Es ist immer hilfreich, ein Gesicht zu kennen, zu wissen: Hier kann und darf ich reden. Da ist jemand, der nimmt sich Zeit zum Zuhören, klärt mit mir ab, was man überhaupt will. „Es ist das A und O nicht überstürzt zu handeln“, so Sabine Kopp-Danzglock. Auf alle Fälle geht es immer darum, früh Grenzen zu setzen.

Der Infoabend am kommenden Dienstag kostet keinen Eintritt, eine Spende für Horizonte nimmt man gern. Teilnehmen kann man auch ohne Anmeldung.

Schöner wäre es aber schon, wenn Interessierte sich anmelden. Wegen der besseren Planung. Ansprechpartnerin ist Karin Sievers, Telefonnummer 04232 / 3947; Emailadresse Karin.Sievers@Langwedel.de.  J jw

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Israels Armee riegelt Gazastreifen nach Raketenangriffen ab

Israels Armee riegelt Gazastreifen nach Raketenangriffen ab

Tödlicher Unfall zwischen Clues und Heiligenfelde

Tödlicher Unfall zwischen Clues und Heiligenfelde

Altpapiercontainer gerät in Brand

Altpapiercontainer gerät in Brand

„Helene Fischer Show“ 2017: Alle Infos zu Gästen, Sendetermin und Live-Stream

„Helene Fischer Show“ 2017: Alle Infos zu Gästen, Sendetermin und Live-Stream

Meistgelesene Artikel

Bessere Konditionen für Verwaltungs-Vize Roland Link

Bessere Konditionen für Verwaltungs-Vize Roland Link

Fahrplanwechsel auch für Schulbus

Fahrplanwechsel auch für Schulbus

Rotary Club spendet Geburtshilfe der Aller-Weser-Klinik Hightech-Simulationspuppe

Rotary Club spendet Geburtshilfe der Aller-Weser-Klinik Hightech-Simulationspuppe

Stadtschülerrats-Sprecherin Saskia Zwilling strebt Führungsposition an

Stadtschülerrats-Sprecherin Saskia Zwilling strebt Führungsposition an

Kommentare