Ärger über Müll am Cluvenhagener See

Seeufer mutiert zum Schrottplatz

Auf und um diesen Fernseher, der vor etwa einer Woche am Cluvenhagener See abgeladen wurde, haben Unbekannte im Laufe der vergangenen Woche noch leere Flaschen gestellt.

Cluvenhagen - Von Lisa Duncan. Ein Fernseher liegt im Rasen, an anderer Stelle rottet ein offensichtlich selbstgebauter, nun ausrangierter Bierkoffer vor sich hin. Fundstücke, die nicht von einem Schrottplatz stammen, sondern vom Cluvenhagener See.

Eine Spaziergängerin ist dort buchstäblich darüber gestolpert – und die Fotos zeigen nicht bloß Momentaufnahmen. Schon mehrfach habe sie versucht, Landschaftsverschmutzer über das direkte Gespräch zur Vernunft zu bringen. Doch es sei schwierig, den Schuldigen ausfindig zu machen: „Da ist dann plötzlich keiner Schuld“, ärgert sie sich. Darum will sie jetzt über die Zeitung auf das Müllproblem am Cluvenhagener See hinweisen.

„Der bunte Bierkasten liegt schon seit dem Vatertag dort“, weiß die Passantin, die gelegentlich mit ihrem Hund den See umrundet. Ihren Beobachtungen zufolge muss der Fernseher erst in der vergangenen Woche nahe des Ufers entsorgt worden sein. Die Spaziergängerin, die gerne anonym bleiben möchte, hat Verständnis für Badegäste und möchte niemandem den Sprung ins Wasser madig machen. „Aber das mit dem Fernseher finde ich schon extrem. Der wurde hier gezielt abgeladen.“

Dieser bemalte Bierkasten liegt schon seit Mai am Cluvenhagener See – vermutlich Reste einer Vatertagstour. Wer erkennt ihn?

Der Cluvenhagener See befindet sich auf Privatgelände, die Nutzung als Badesee wird geduldet. Regelmäßige Gäste kommen auch vom benachbarten Schullandheim. Darüber hinaus liegt das Gewässer aber in einem Landschaftsschutzgebiet, genauer: dem Landschaftsschutzgebiet „Alte Aller und Weiße Berge“, das unter anderem offene Sandflächen, Sandtrockenrasen, Grünlandflächen und Altgewässer umfasst. Für solche Flächen gibt es vom Fachdienst Wasser, Abfall und Naturschutz des Landkreises Verden bestimmte Verordnungen, die festlegen, was dort erlaubt ist und was nicht. Gestatttet ist etwa das Spazierengehen auf den gekennzeichneten Wegen. „Man darf die Gebiete besuchen und die schöne Landschaft genießen“, betont Antje Mahnke-Ritoff, Mitarbeiterin in der Naturschutzbehörde des Landkreises.

Für den motorisierten Verkehr ist der Weg rund um den See allerdings gesperrt, Ausnahme: Anlieger. Ungeachtet des Verbots fahren viele mit dem Auto direkt bis zum See, wie die Spaziergängerin festgestellt hat.

Gemäß der Verordnung des Landkreises ist darüber hinaus auch das Müll abladen, Campieren und Feuermachen verboten. Letzteres nicht nur aus Naturschutzgründen, sondern auch wegen der Waldbrandgefahr: Am letzten Vatertag löste eine Gruppe selbsternannter Waldgrillmeister einen Feuerwehreinsatz aus.

Zudem müssten Seebesucher jederzeit damit rechnen, dass die Naturschutzbehörde Kontrollen durchführt, so Mahnke-Ritoff: „Die Leute sollen die Natur erleben können, aber wer sie zerstört, muss mit einem nicht unerheblichen Bußgeld rechnen.“ Auch die Hundebesitzerin appelliert an die Vernunft der Seebesucher und hofft, dass sie ihren Müll mitnehmen. „Ich bin wirklich nicht der Pingel vor dem Herrn, aber ich liebe die Natur.“

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