Margot und Erich Stünker feiern ihre eiserne Hochzeit

Schnaps für den Standesbeamten und der Fotograf fällt vom Stuhl

+
Erich und Margot Stünker sind heute seit 65 Jahren miteinander verheiratet.

Langwedel - 65 Jahre Ehe – ihr eisernes Ehejubiläum feiern heute Margot und Erich Stünker .

Erich Stünker, geboren am 13. Januar 1930 in Langwedel, und seine fast gleichaltrige Ehefrau Margot, geboren am 13. November 1930 in Bremen, werden mit ihren Gästen in Klenkes Gasthaus feiern – mit dem gleichen Essen wie vor 65 Jahren: Hühnerfrikassee und Schweinebraten.

Erich Stünker, der mit drei Brüdern und zwei Schwestern aufwuchs, fing 1944 seine Lehre als Bauschlosser bei der AG Weser an, wechselte dann nach dem Krieg die Firma, weil Schiffe noch nicht wieder gebaut werden durften. Margot Schreck, die eine Schwester hatte, musste ein Pflichtjahr machen, arbeitete ab 1946 bei einem Bauern in Bremen. Später lernte sie dann in einer Wäscherei.

Hochzeitsnacht in getrennten Räumen

Die Beiden lernten sich im Februar 1948 in einem Tanzlokal in Bremen-Burg kennen – eine Freundin hatte Margot mitgenommen. Zunächst traf man sich einmal wöchentlich im Café oder im Kino. Schnell stellten sie fest, dass sie für immer beisammen sein wollten. Am 30. Mai 1952 wurde beim Langwedeler Standesbeamten Hermann Haar die Ehe geschlossen, nur wenige Schritte vom Elternhaus Stünkers auf dem Moorberg entfernt. Für den Standesbeamten gab es wie damals üblich eine Flasche Schnaps. Abends war Polterabend und danach die Hochzeitsnacht – aber in getrennten Räumen, denn für die Eltern galt nur die kirchliche Trauung. Die nahm am nächsten Tag Pastor Viktor Kühn in der Daverdener Kirche vor.

Gefeiert wurde zu Hause. Lachend erinnerte sich das Paar jetzt daran, dass der Fotograf von Stuhl fiel, als er Aufnahmen machen wollte. Gewohnt haben die Stünkers dann in der ausgebauten Wohnung im Obergeschoss im Elternhaus. Unten wohnte Bruder Karl Stünker mit Familie. Erich Stünker arbeitete inzwischen bei der Firma Borgward.

Arbeit in der Volksschule

Die Familie wuchs schnell, sodass es in der Oberwohnung bald zu klein wurde. Am 9. Oktober 1953 wurde Sohn Frank geboren, am 18. Dezember 1956 Sohn Jens und am 7. Oktober 1959 Tochter Sabine, inzwischen gehören auch vier Enkelsöhne zur Familie.

Erich Stünker wurde vom damaligen Gemeindedirektor Karl Beckmann am 1. Januar 1957 als Hausmeister der Volksschule und als Gemeindearbeiter angestellt und die Familie bezog die geräumige Dienstwohnung neben der Schule, dort wo heute das Feuerwehrhaus steht.

„Wir hatten einen Riesenflur“, erinnerten sich die Kinder. Mit der Klingel lief Erich Stünker durchs Dorf, um wichtige Neuigkeiten der Gemeinde zu verbreiten. Er erinnerte sich an die Grabenschauen, besonders in Langwedelermoor, und lobte das tolle Verhältnis zu den Lehrern, auch als 1968 die neue Schule an der Suhrfeldstraße bezogen wurde.

Erster gemeinsamer Familienurlaub nach 21 Jahren Ehe

Ein ganz besonderes Arbeitsklima herrschte, als dann Diethelm Benecke (Ben) Schulrektor wurde. Später wurde auch Margot Stünker in der Schule angestellt. Auch Bademeister im neuen Langwedeler Freibad war Erich Stünker ab 1965. Am 1. Januar 1993 ging Erich Stünker in Rente, nachdem er seinen Nachfolger Horst Schünemann als Schulhausmeister eingearbeitet hatte. Im Haus von Bruno Rohrberg am Daverdener Kirchweg fand man schnell eine neue Wohnung, sodass schon am 24. Oktober 1992 der Umzug erfolgte.

Im Laufe des Gesprächs kamen immer mehr Vereine zusammen, in denen die Stünkers aktiv waren und teilweise noch sind. Margot kegelte, Erich sang im Gesangsverein „Hilaritas“. Er war im MTV Langwedel aktiv, spielte dort auch in der Theatergruppe und ist Mitglied der Feuerwehr. Einen Kartenklub hatten sie, mit dem sie auch in Urlaub fuhren. Den ersten Familienurlaub gab es 1974 im Sauerland, wo später immer wieder Urlaub gemacht wurde. Margot war als Kind in der Kinderlandverschickung ein Jahr in Österreich und ein Jahr in der Nähe von Dresden. Diese Ziele suchten die Stünkers als Rentner wieder auf. Bienen und Tauben gehörten ebenfalls zum Hobby von Erich Stünker, der auch Handballtrainer einer Mädchenmannschaft war. Der Gewerkschaft (früher IG Metall und heute Verdi) sowie der SPD gehört er seit Jahrzehnten an. 

hu

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sportwerbewoche des TSV Süstedt

Sportwerbewoche des TSV Süstedt

Die Waffen sind weg: Farc-Krieg ist endgültig Geschichte

Die Waffen sind weg: Farc-Krieg ist endgültig Geschichte

Bund und Niedersachsen streiten über Zahl der Fipronil-Eier

Bund und Niedersachsen streiten über Zahl der Fipronil-Eier

Vorsicht: Im Straßenverkehr dieser Länder geht es gefährlich zu

Vorsicht: Im Straßenverkehr dieser Länder geht es gefährlich zu

Meistgelesene Artikel

Das Gefühl, Gutes zu tun, gab’s für Gäste gratis dazu

Das Gefühl, Gutes zu tun, gab’s für Gäste gratis dazu

Riverboatparty bis Sansibar

Riverboatparty bis Sansibar

Postfiliale „bis auf Weiteres geschlossen“

Postfiliale „bis auf Weiteres geschlossen“

Verdener Fahrschülerin kollidiert mit mehreren Bäumen

Verdener Fahrschülerin kollidiert mit mehreren Bäumen

Kommentare