Schmuddelwetter und Braunen Kohl lange vermisst

1957 ausgewanderte Bremerin feiert Silvester mit Verwandten in Langwedel

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Margret Kramer (weiße Bluse), die vor 60 Jahren mit ihrem Mann nach Nordamerika ausgewandert ist, sitzt hier beschwingt an der Theke des Schützenvereins Langwedel. Ein tolles Erlebnis für die 82-Jährige, mal wieder norddeutsche Lebensart zu genießen. 

Langwedel - Jenseits des „großen Teiches“ wird der Jahreswechsel doch anders begangen als hierzulande. Eine Besucherin aus den Vereinigten Staaten, die aus Bremen stammt, erlebte jetzt die gemeinsame Silvesterfeier der Langwedeler Heimatfreunde und des Schützenvereins Langwedel.

Neben Gästen aus Hoya und der näheren Umgebung begrüßten die Organisatoren, nämlich Heinrich Osmers, Helmut Kruse und Waldemar Rohrberg, besonders Margret Kramer aus Kalifornien auf der Party in der Schützenhalle. Bevor es an das warme Büfett ging, zubereitet vom Gasthaus Klenke, gab es einen Empfang für die Besucher und viel Gesprächsstoff.

Margret Kramer, die in der Nähe von Los Angeles wohnt, weilt zurzeit bei der Familie Kramer in Langwedel. Die Schwägerin von Marlies und Manfred Kramer ist für zwei Wochen bei ihnen zu Gast und freut sich besonders, einmal wieder Silvester in der alten Heimt erleben zu dürfen. Deutsches Essen, Geselligkeit und Gemütlichkeit sind nach ihren Worten schon etwas Besonderes.

Wirtschaftliche Lage trieb Eheleute über den großen Teich 

Margret Kramer wurde 1935 in Bremen geboren. Sie heiratete ihren „Bremer Rolf“, einen Bruder von Manfred Kramer, und wanderte 1957 nach Nordamerika aus. Aber warum bloß?

In Bremen habe es seinerzeit an Wohnungen gefehlt und der wirtschaftliche Aufschwung sei für die jungen Eheleute noch nicht in Sicht gewesen, erläuterte die 82-Jährige. So entschloss sich das Paar, über Kanada, wo eine Tante wohnte, das „große Glück“ in den USA zu suchen. Ehemann Rolf gründete im südlichen Kalifornien eine Autowerkstatt mit Tankstelle. Familien- und firmenmäßig seien die Jahre in Kalifornien gut verlaufen. Rolf Kramer starb Ende 2016.

Der Wunsch, Verwandte und Freunde in Deutschland zu besuchen, war bei Margret Kramer groß. Und so fand sie jetzt, ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes, den Weg nach Bremen und zu der Verwandtschaft in Langwedel.

Das typisch norddeutsche „Schmuddelwetter“, das im Sonnenstaat Kalifornien ein Fremdwort ist, hat Margret Karmer hier in diesen Tagen schon reichlich erlebt. Da fehlt ihr zu ihrem Glück nur noch der Genuss von „braunem Kohl“ mit Pinkel und Kochwurst. Da auch Bremer Gäste unter den Feiernden in Langwedel waren, gab es reichlich Gesprächsstoff über die „alte Heimat“. 

roh

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