Absagen und Hoffnungen

Langwedel: Schlechte Zeiten für Schützenfeste

Himmelfahrt sollte im Flecken Langwedel traditionell in Holtebüttel die Saison der Schützenfeste beginnen. Die Holtebütteler mussten jetzt absagen. Andere Vereine, die später feiern, sagen ebenfalls ab, manche hoffen noch auf Feiern im kleinen Rahmen.

Das waren noch Zeiten: Adalbert Meyer mit dem Foto des Königshauses 2019

Holtebüttel – Zu Himmelfahrt beginnt im Flecken Langwedel die Serie der Schützenfeste, und zwar in Holtebüttel. Das war gefühlt schon immer so, ist es aber seit dem vergangenen Jahr nicht mehr. Corona machte dem Schützenverein (SV) Holtebüttel 2020 einen Strich durch die Rechnung und auch in diesem Jahr wird es am 13. und 14. Mai kein Schützenfest beim „Kleinen HSV“ geben.

Große Sorgen um die Tradition, um den Schießsport und um die gute Jugendarbeit im Verein macht sich der Vorsitzende Adalbert Meyer, gleichzeitig auch Ortsbürgermeister von Holtebüttel, wie jetzt in einem Gespräch mit ihm deutlich wurde.

So wie es dem Schützenverein Holtebüttel ergeht, so oder so ähnlich ist die Lage im Flecken Langwedel auch in den Schützenvereinen Cluvenhagen, Daverden, Hagen-Grinden, Etelsen, Langwedel, Langwedelermoor, Steinberg und Völkersen.

Die Mitglieder in Holtebüttel halten noch zur Stange, keine Austritte, viel Verständnis für diese Coronazeit mit ihren Vorschriften und Erlassen, berichtet Adalbert Meyer. Alle bedauerten natürlich den erneuten Ausfall des Schützenfestes. Die Menschen wünschen sich wieder Geselligkeit, das sportliche Schießen, die Traditionspflege. Ein weiterer Effekt der Absage des Schützenfestes: Das Königshaus 2019 bleibt in Holtebüttel ein weiteres Jahr bis 2022 in Amt und Würden.

Auch Adalbert Meyer bleibt noch mehr Zeit als Vorsitzender. Die Jahreshauptversammlung im Januar ist coronabedingt ausgefallen, angestrebt wird jetzt die Wahl eines neuen Vorsitzendenden im Herbst.

„Die Kosten im Verein laufen weiter“, so Meyer zur allgemeinen Lage. Gebäudeversicherung, Haftpflicht, Energiekosten, um hier nur Beispiele zu nennen, und die Abgaben an den Sport- und den Deutschen Schützenbund belasten den Vereinshaushalt durchaus.

Die Erkenntnis: kein Schützenfest, keine Einnahmen gilt natürlich auch für die Schausteller und die jeweiligen Musikgruppen.

Hermann Wahlers, Chef des Blasorchesters des TSV Daverden, berichtet auf Nachfrage von großen Einbußen. 2020 fielen von 24 geplanten Auftritten gleich 23 der Corona-Pandemie zum Opfer. Für 2021 hatte Wahlers mit seiner Gruppe ebenfalls 24 Auftritte in der Planung. Zur Zeit gibt es keine Buchungen, keine Auftritte, und bis zum Herbst dürfte es auch so bleiben, so Wahlers im Gespräch.

Sorgen bereitet Adalbert Meyer die bis dato gute Jugendarbeit in seinem Schützenverein. „Wie sollen wir die Jugend im Verein bei Laune halten? Es fehlen die Rundenwettkämpfe des KSV Verden. Schießsport und Geselligkeit wurden dabei stets großgeschrieben. Auch hier fehlen die Einnahmen.“

Mit Humor hat man vielerorts auf seine Feste hingewiesen, die mancher schmerzlich vermisst.

Natürlich leidet nicht nur die Jugend. Auch die in Holtebüttel beliebte Seniorenfeier des Vereins mit rund 45 Personen musste jetzt zu Ostern ein zweites Mal abgesagt werden.

Es gibt aber auch Positives beim „kleinen HSV“ zu berichten. Das Schützenhaus wurde jetzt mit fünf neuen elektronischen Meyton-Anlagen für den KK-Stand ausgerüstet. Vor der Corona-Krise konnte die moderne Anlage sogar noch in Betrieb genommen werden.

Vor 20 Jahren hatte Holtebüttel bereits eine Anlage dieser Art. Die Kosten trugen jetzt zu einem Drittel die Gemeinde Langwedel, der Landkreis Verden und der Schützenverein. Hinzu kam in Eigenarbeit eine neue energiesparende Lichtanlage.

Zurück zu den Schützenfesten im Flecken Langwedel und zum Norddeutschen Schützenbund (NSSV). Der Schützenverein Etelsen hat sein Schützenfest bereits abgesagt. Auch Langwedelermoor wird das Fest wohl absagen müssen. Langwedel hofft noch auf eine wenigstens kleine Feier am Sonntag, 4. Juli.

Das vom 9. bis 11. Juli geplante Schützenfest in Cluvenhagen dürfte nach Worten des Vorsitzenden Reiner Warnken ausfallen und auf 2022 verschoben werden.

Der Schützenverein Völkersen hat seine Planungen und Vorbereitungen abgeschlossen. Vom 17. bis 19. Juli möchte man feiern, falls es die Pandemielage und die Vorschriften zulassen. Gedanklich bereiten sich die Verantwortlichen aber darauf vor, dass alle diese Schützenfeste, ebenso die in Steinberg und Hagen-Grinden auch in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer fallen.

Beim Schützenverein Daverden lebt noch die Hoffnung auf eine Feier. Die Daverdener sind traditionell die Letzten im Reigen der Feste im Flecken Langwedel, ihr Schützenfest steht im August im Kalender. Auf der Internetseite läuft die Countdown-Uhr für die zwei tollen Tage im Daverdener Holz noch herunter.

Sollten alle diese Schützenfeste im Flecken Langwedel ausfallen, so wollen einige Vereine im Herbst zumindest im kleinen Rahmen einen geselligen internen Tag organisieren, war auf Nachfrage zu erfahren.

Einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Sportschützenverbandes (NSSV) aus Hannover zufolge, dürften wohl alle Schützenfeste für 2021 zumindest in der gewohnten Form mit vielen Gästen ausfallen. Man hofft wieder auf Normalität für das Jahr 2022.

Der Schützenverein Holtebüttel hat auch einen Plan B in der Schublade. Sollte es die Pandemielage im Herbst zulassen, so soll es im Schießstand zumindest eine kleine Feier mit einem Schießwettkampf geben. „Es geht dann eben um den Coronakönig 2021. Der Optimismus bleibt“, so Adalbert Meyer.

Von Waldemar Rohrberg

Rubriklistenbild: © Rohrberg

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