„Unnötige Bohrungen vermeiden“

Dea plant Messungen: Mit Schallwellen in den Untergrund

Langwedel-Holtebüttel - Die Dea Deutsche Erdoel AG plant nach eigenen Angaben für Januar und Februar kommenden Jahres seismische Messungen in den Landkreisen Verden, Osterholz, Rotenburg und Diepholz. Ein entsprechendes Genehmigungsverfahren beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) läuft.

Diese Messungen sollen das bereits bestehende Modell des geologischen Untergrundes durch bislang fehlende Details ergänzen. „Dann können vorhandene Erdgaspotenziale weitaus besser als heute bewertet, unnötige Bohrungen vermieden und in der Folge die Belastungen von Mensch und Natur weiter minimiert werden“, teilt Unternehmenssprecher Heinz Oberlach mit.

Bei den geplanten Messungen senden sogenannte Vibro-Trucks, die sich überwiegend auf öffentlichen Straßen und Wegen bewegen, kurzzeitig Schallwellen in die Tiefe. Spezielle Erdmikrofone (Geophone) zeichnen die von den Schichten im Untergrund reflektierten Wellen auf. Die kabellosen Geophone werden vor den Messungen am Rande der von den „Vibro-Trucks“ genutzten Fahrtrouten in den Boden gesteckt und nach der Messung wieder eingesammelt. Prinzipiell funktioniere das Verfahren wie eine medizinische Ultraschalluntersuchung beziehungsweise wie ein in der Schifffahrt eingesetztes Echolot, so die Dea.

Gemessen werden soll in der Regel tagsüber, von Montag bis Samstag, auf insgesamt acht Strecken, die durchschnittlich knapp 14 Kilometer lang sind. Auf diesen Linien arbeiten sich die Vibro-Trucks und ihre Begleitfahrzeuge – ähnlich einer Wanderbaustelle – mit kurzen Stopps langsam vor.

An der Unterseite der Spezialfahrzeuge angebrachte, hydraulisch betriebene Vibrationsplatten erzeugen die Schallwellen. „Dadurch entstehen vor Ort zum einen deutlich wahrnehmbare Motorengeräusche. Zum anderen können je nach Bodenbeschaffenheit in der unmittelbaren Nähe der Fahrzeuge leichte Vibrationen an der Oberfläche zu spüren sein“, teilt Oberlach mit.

Die Dea weist darauf hin, dass bei allen Arbeiten und Messungen die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände und -maßnahmen eingehalten, überwacht und dokumentiert würden.

Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wird Dea während der Arbeiten vor Ort moderne Schwingungsmessgeräte einsetzen. Deren Sensoren registrierten lückenlos die unmittelbar an den Häusern ankommenden Schwingungen und zeichnen sie auf. „Sollten sich die gemessenen Schwingungen den zulässigen Grenzwerten nähern, wird die Messung vor Ort sofort gestoppt und an anderer Stelle fortgesetzt“, heißt es in dem Schreiben der Dea.

Zur Vorbereitung der Arbeiten vor Ort habe ein Forschungsinstitut in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden bereits einen sogenannten „Umweltfachbeitrag“ erstellt. In diesem umfangreichen Dokument sind alle potenziellen Beeinträchtigungen der Umwelt zusammengestellt. Darauf aufbauend habe die Dea konkrete Maßnahmen ausgearbeitet, um negative Einflüsse auf die Umwelt zu vermeiden beziehungsweise um diese so gering wie möglich zu halten. Zusätzlich werden die Feldarbeiten von einem Ökologen begleitet.

Anwohner der acht Messlinien, betroffene Kreis- und Gemeindeverwaltungen sowie die Medien würden zeitgerecht informiert, wenn feststehe, wo und wann genau die seismischen Messungen stattfinden.

Weitere Informationen

www.seismik-unterweser.de sowie bei der Dea (Heinz Oberlach), Telefon 04232/933-141, mobil 0162/273 2932, E-Mail heinz.oberlach@dea-group.com.

Rubriklistenbild: © DEA

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