120 Tieren droht die Tötung

Rumänische Findelhunde suchen ein Zuhause

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Die Menschen hatten eine Menge zu gucken und zu schnacken. Und den Hunden ging es auch so richtig gut. Den ganzen Tag über herrschte Hochbetrieb beim Sommerfest des Vereins für rumänische Findelhunde.

Daverden - Von Wiebke Bruns. Beim Sommerfest des Vereins „Rumänische Findelhunde“ standen am Sonnabend die Hunde im Mittelpunkt. Jede Menge Vierbeiner, die mit Hilfe von Tierschützern der osteuropäischen Hundehölle entkommen sind, tobten fröhlich über das Grundstück der Vereinsgründer Rolf Kleemann und Gaby Dziuballe in Daverden. Der Erlös des Festes soll den Tieren zu Gute kommen, die von so einem Hundeleben nur träumen können.

Hundespielzeug, Futter, außergewöhnliche Körbchen und sogar Hundemassagen gab es an den verschiedenen Ständen. Hundeschulen demonstrierten wie man seinen Hund sinnvoll beschäftigen und mit ihm gemeinsam viel Spaß haben kann. Bei einer Verlosung gab es viele tolle Preise zu gewinnen.

Zeitweise wurden 250 Hunde betreut

Die Menschen erfreuten sich am Spiel der Vierbeiner und schienen das Fest, bei dem auch reichlich für das leibliche Wohl der Zweibeiner gesorgt war, vollends zu genießen. Den ganzen Tag herrschte Hochbetrieb. Eine rundum gelungene Veranstaltung. „Wir haben viele interessante Gespräche geführt und es waren viele Besucher da, die sich gezielt informieren wollten“, sagte der Vereinsvorsitzende Rolf Kleemann.

Das Fest sollte auch Geld in die Vereinskasse spülen, denn rumänische Tierschützer, mit denen der Verein zusammenarbeitet, brauchen jede Menge Unterstützung. Angereist aus Rumänien waren Christina Hüttemann und ihr Mann Fili von der „Arche Noah Transilvania“ sowie Christina Blaj. Für sie gab es ein hocherfreuliches Wiedersehen mit vielen ihrer einstigen Schützlinge.

Für die kleineren Hunde, wie diesen Kollegen, ist es nicht so schwer, ein neues Zuhause zu finden. Probleme haben da die großen Tiere.

Ganz besondere Glücksmomente für die Tierschützer. Ein schöner Tag? „Yes“, sagte Christina Blaj und strahlte über das ganze Gesicht.

Zuhause kümmerte sich die Mutter der 35-Jährigen derweil um die rund 120 Hunde, denen sie Schutz bieten. Zeitweise hatten sie bis zu 250 Hunde. Grund war die Auflösung einer Aufbewahrungs- und Tötungseinrichtung in Mizil. „Die Gemeinde hatte gesagt, dass es binnen 96 Stunden geschlossen wird“, erklärt Kleemann. Räumung oder Tötung der Hunde - das seien die Alternativen gewesen. Die 35-Jährige nahm daraufhin viele Hunde von dort bei sich auf.

Große Hunde sind schwer zu vermitteln

Doch dann drohte neuer Ärger. Christina Blaj wurde nach Beschwerden aus der Nachbarschaft behördlich auferlegt, die Hunde von 250 auf 10 zu reduzieren und dies binnen 30 Tagen. Die Frist ist abgelaufen, und durch die geschaffte Halbierung hofft sie, dass man ihr noch weitere Zeit gewährt. „Die Mizil-Hunde müssen am dringendsten vermittelt werden. Doch das Problem sind die großen Hunde, diese werden nicht so schnell adoptiert. Sie sind vielfach traumatisiert, ängstlich und schlecht sozialisiert“, sagt die Rumänin (übersetzt von ihrer Tante).

Wer ihr und dem Daverdener Verein helfen möchte, findet viele Information im Internet auf der Vereinshomepage. Im September ist wieder ein Hilfstransport geplant, sagt Rolf Kleemann und dafür sind Futterspenden, Decken und natürliche Geldspenden willkommen. Unterstützer können sich mit ihm unter 04232/2677174 in Verbindung setzen.

Immer gesucht werden Pflegestellen und Adoptanten für die geretteten Hunde.

Sommerfest des Vereins „Rumänische Findelhunde“ in Daverden

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