Ronja und der Genuss am Essen

Therapie hat bei Zweijähriger aus Daverden Erfolg

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Oliver Wolf (li.) und Mario Dei (re.) vom Verein „Hafensänger und Puffmusiker“ stießen relativ spät auf die Spendenaktion für Ronja und ihre Familie – stellten dann aber 2.000 Euro bereit. 

Daverden - „Hafensänger und Puffmusik“? Da hatten Jennifer und Marc Sommer noch nie von gehört. Dabei gibt es den Verein schon seit acht Jahren, 650 Mitgliedern hat man mittlerweile. Die Truppe mit Sitz in Eystrup, singt nicht und macht auch keine Musik, sondern hilft Kindern und Jugendlichen, die sozial oder körperlich benachteiligt sind. So wie die fast zweijährige Ronja mit ihren massiven Essstörungen (wir berichteten).

Familie Sommer setzte ihre Hoffnung auf eine ambulante Therapie, die zuhause in Daverden durchgeführt werden konnte, ohne Ronja von ihrer Familie und damit natürlich auch von ihrem Zwillingsbruder Lasse zu trennen.

„Acht Tage lang war der Therapeut da“, erzählt Jennifer Sommer. Am vergangenen Sonnabend ist Stephan Echtermeyer wieder gefahren. Und? Wie sieht es aus?

„Es hat schon total geholfen“, strahlt Jennifer Sommer. „Ronja isst.“ Und das auch noch mit Genuss. Die kleine Maus wird nicht mehr von Mama oder Papa abgelenkt, damit man sie füttern kann.

Ronja hält ihr Gewicht

„Wenn es dann etwas gibt, was sie gern mag, Nudeln mit Tomatensoße, dann wird geschaufelt“, freut sich Papa Marc. Okay, mit ihrem Bruder Lasse hält Ronja noch nicht mit. Mama Jennifer deutet an, dass ihre Tochter gern ein bisschen mehr essen könnte. „Aber sie nimmt nicht mehr ab, sie hält ihr Gewicht.“ 

Bis zu sechs Monate könnte es dauern, bis Ronja dann von allein zunimmt, hat Therapeut Stephan Echtermeyer gemeint. Er ist für eine überglückliche Jennifer Sommer nun der „beste Therapeut der Welt, ohne den wir es nicht geschafft hätten. Es waren tolle, zum Teil ziemlich anstrengende, vor allem aber sehr lehrreiche Tage.“

Jetzt müssen die Eltern selbst auf ihre Verhalten aufpassen, an sich arbeiten, damit der tolle Erfolg gehalten und ausgebaut werden kann.

Therapie wurde durch Spender möglich

Da sich die Sommers die Therapie nicht leisten konnten, haben ganz viele Menschen mit einer Spende geholfen. „Da hätte ich nie mit gerechnet“, sprudelt es aus Marc Sommer heraus. „Das war schon ein Knüller. Traumhaft.“ Zuletzt hatten Langwedeler Oberschülerinnen und Oberschüler 530 Euro mit Kakao- und Kuchenverkauf zusammenbekommen. Jetzt stehen noch die „Hafensänger und Puffmusiker“ den Sommers mit 2.000 Euro zur Seite. Das Geld für Ronjas ambulante Therapie ist dank all der Hilfe zusammengekommen. Für die bis zu einem halben Jahr lange Nachsorge könnte man noch Hilfe gebrauchen.

Und hier hatten dann gestern Oliver Wolf (1. Vorsitzender) und Mario Dei von „Hafensänger und Puffmusiker“ eine Idee, die auch die Sommer richtig gut fanden: Wer noch spenden möchte, der tut das mit dem Stichwort „Ronja“ auf das Konto des Vereins. 

Der begleicht die nächsten Therapierechnungen. Sollte am Ende mehr Geld eingegangen sein, als für Ronja benötigt, gehen die Spenden in eines der anderen Projekte der „Hafensänger“, die in diesem Jahr nach eigenen Angaben schon mit 50.000 Euro hilfreich unterwegs waren und als Verein auch Spendenbescheinigungen ausstellen können. „Bis 200 Euro reicht dem Finanzamt auch der Kontoauszug“, so Oliver Wolf.

Mehr über die „Hafensänger und Puffmusiker“ erfährt man auf ihrer Internetseite „hup-verein.de“.

Das Spendenkonto ist bei der Volksbank Aller-Weser eG, IBAN: DE34256635840825825200; BIC: GENODEF1HOY, Stichwort „Ronja“ - jw

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