Roland Pöllnitz stellt neuesten Gedichtband vor / Hofcafé hat Geburtstag

Ein Dichter und sein Rausch

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Roland Pöllnitz las aus seinem Gedichtband „Im Rausch des Daseins“.

Haberloh - „Seid ihr alle soweit?“, fragte Roland Pöllnitz und verschaffte sich mit lautem Klingeln Gehör. Die Gespräche verstummten – bei einem guten Essen hatten die Gäste angeregt miteinander geplaudert. Mit einem Menü wurde die „Buch-Weltpremiere“ eingeleitet, zu der Dichterwirt Roland Pöllnitz ins Hofcafé Haberloh eingeladen hatte.

Dazu kamen Freunde von Dichtkunst und gutem Essen. „Die Premiere ist der Höhepunkt einer langen Schreibensgeschichte“, sagte Pöllnitz. „Im Rausch des Daseins“ lautet der Titel seines 15. Gedichtbands. Inhalt: Gedichte quer durch die Jahreszeiten, Untertitel „Frühling, Sommer, Herbst und Winter und die Liebe“.

Die sind in den vergangenen beiden Jahren entstanden. „Ich hatte 600 Gedichte, und davon wählte ich 250 für den Band aus“, sagte der Dichter und ergänzte: „Wenn man ein Buch mit dem Titel schreibt, gibt es Themen, die da einfach nicht hineinpassen. Aber das macht nichts – die heb ich für das folgende Buch auf.“ Zu einer Buchpräsentation gehört eine Laudatio. Die hielt der Bremer Kulturmanager Gennady Kuznetsov und verblüffte das Publikum mit einem Geständnis: „Ich hatte weder Zeit noch Muße für das Buch, aber ich habe es gelesen.“ Und sich Gedanken darüber gemacht. „Mit dem Rausch des Daseins, mit deiner nie endenden Euphorie gehst du hochgestimmt in den Tag. Wer das Buch liest, befindet sich mittendrin im Rausch, in der Euphorie. Es ist deine Lebenseinstellung, die man annimmt und in die man eintaucht, und irgendwann glaubt man sogar wie du ans Paradies auf Erden.“

Pöllnitz versteht sich als Volksdichter – das sieht Kuznetsov ebenso: „Deine Gedichte sind auf dem besten Wege, ins Volk zu gehen.“ Was macht Volksdichtung aus? „Gedichte, die wohl gereimt sind, die den Moment beschreiben und denen eine Melodie zugrunde liegt“, sagte der Bremer, griff zur Gitarre und intonierte das Gedicht „Anfeuern“. „Genau das macht die Lyrik von Roland Pöllnitz: Sie inspiriert uns, sie feuert uns an.“

Dann der große Moment: Pöllnitz las einige Gedichte vor. Kurze Gedichte, die gute Laune machen. „Hoffnung“, „Morgendämmerung“, „Stiller Zeitgenuss“, „Heute ist mein Lieblingstag“, „Alles gut“, „Sommermorgen“, „Rosenkönigin“, „Glücksfluss“, „Tiefer Frieden“, „Im Sonnenschein“ und natürlich das Titelgedicht „Im Rausch des Daseins“. Für jedes Gedicht gab es Applaus. Wer einen Gedichtband haben möchte, meldet sich im Hofcafé unter der Rufnummer 04297/ 816558.

Dass Pöllnitz sein neues Buch gerade in dieser Zeit vorstellt, hat einen Grund: das zehnjährige Bestehen des Hofcafés. Das feiern die Wirte Lydia und Roland Pöllnitz mit einer Festwoche. Die Geburtstagswoche ist noch nicht zu Ende. Weiter geht es am Donnerstag, 12. November, mit der „Tortenschlacht“ und am Freitag, 13. November, mit dem Dinner „Schlemmerei“. Mit dem „Martinsgansessen“ und der Bekanntgabe der Gewinner des Gewinnspiels „Tortenkönigin“ am Sonntag, 15. November, klingt die Woche aus.

Lydia und Roland Pöllnitz übernahmen das Hofcafé im Juli 2011. „Unsere Vorgänger sind nach Süddeutschland gezogen, und wir haben leider keinen Kontakt zu ihnen. Außer dem Gründungsdatum wissen wir aus den ersten fünf Jahren des Cafés nichts“, sagte der Wirt.

Frühstück, Brunch, Familienfeiern, aber auch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte gehören zum Programm. Das soll auch so bleiben. „Wir wollen nicht größer werden“, verkündete Pöllnitz. Einen Wunsch möchte er sich noch erfüllen. „Im kommenden oder darauf folgenden Jahr wollen wir einen kleinen ‚Tempel der Liebe‘ errichten und darin alle Religionen friedlich vereinen.“ Ein Treffpunkt der Ruhe, Gelassenheit und Besinnlichkeit soll es werden. „Ansonsten wollen wir gesund bleiben und mit unseren Gästen lachen.“

is

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