Projekttag in der Oberschule mit „Kleine Eule“ – und „Plappernder Biber“

Ein richtiger Indianer im Klassenzimmer

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Bevor in der Wildnis hinter der Schule gekocht wurde, fertigten die Oberschulindianer ihre eigene Tonschüssel. ·

Langwedel - In der Langwedeler Oberschule am Goldbach waren jetzt die Indianer los. „Kleine Eule“ gab unbestritten der Häuptling und sah auch eindeutig so aus: Lange Haare, mit indianischem Schmuck gebändigt. Lederhose. Ein richtiges Fahrtenmesser. Geduld ohne Ende. Was nicht heißen soll, dass „Plappernder Biber“ und seine rascheligen Kumpels nicht auch mal einen Anpfiff bekamen. Einen richtig lauten Pfiff. Kann „Kleine Eule“ auch.

Die heißt mit bürgerlichen Namen Torgeir Hatzel-Meimers, ist aber trotzdem ein richtiger Indianer, unter anderem weil von Lakota-Indianer adoptiert. Und ausgebildeter Reittherapeut. Außerdem kennt er sich bestens mit der Geschichte und dem Selbstverständnis der Indianer aus. Darum hatte ihn Lehrer Axel Mildenberger-Rutz auch zu diesem Projekttag in den Wahlpflichtkurs (WPK) Geschichte der 6. Klasse eingeladen. Der hat sich nun just mit indianischer Kultur beschäftigt, der Kurs.

Erst einmal fragten die Mädchen und Jungs „Kleine Eule“ über sein Leben als Indianer aus – und zwar richtig ausgiebig. Dann gab es: „kalt, nass, igitt“. Aber nur im ersten Moment. Aus frischem feuchten Ton fertigten sich die Langwedeler Indianer ihre eigenen Tonschüsseln. Die braucht man schließlich, wenn man sich im Laufe des Tages am offen Feuer hinter der Schule noch sein eigenes indianisches Essen kochen will.

Während der Tonarbeiten gab es eine Exkursion in die indianische Kultur. „Was ist Demokratie?“, wollte „Kleine Eule“ wissen. Angeblich ja eine Erfindung der alten Griechen. Die aber auch die Indianer schon kannten. Ein Häuptling ist/war nämlich mitnichten ein muskulöser Alleinherrscher.

So ein Häuptling wird gewählt, von einem Rat. Der wieder wird vom Stamm gewählt. Ein Häuptling muss redegewandt sein und sollte besser etwas im Kopf haben. Schließlich muss er den Stamm nach außen bestens vertreten. Da bedeutet Macht auch Verantwortung.

Und das Fußball spielen? Wer hat‘s erfunden? Auf alle Fälle haben die Indianer schon früh Fußball gespielt. Wenn auch in Süd- und Nordamerika nach unterschiedlichen Spielregeln. In Langwedel haben sie dann noch nach den nordamerikanischen Regeln gespielt. Die waren weit weniger blutrünstig als die aus Südamerika.

Traumfänger wurden auch noch selbst gebaut. Wenn die funktionieren sind sie sehr nützlich, und richtig über dem Schlaflager platziert, fangen sie die schlechten Träume ab.

Als nächstes Thema hat der WPK Geschichte übrigens „Wikinger und Piraten“. Nur so als Hinweis, falls einem mal auf dem Schulgelände oder an der Alten Aller Gestalten wie aus vergangenen Zeiten begegnen. Von derartigen Planungen ist zwar noch nichts bekannt, aber man kann ja nie wissen. · jw

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