Renate Reinke ist Vorlese-Oma in der Kita Berkels / „Kinder geben so viel zurück“

Seit elf Jahren schon

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Renate Reinke ist seit elf Jahren Vorlese-Oma im Kindergarten Cluvenhagen. Und zwar mit viel Vergnügen.

Etelsen - Ihre eigenen Enkel sind schon längst aus dem Kindergarten raus. Aber Renate Reinke kommt immer noch in die Kindertagesstätte Berkels. Seit elf Jahren schon. Anfangs alle 14 Tage, jetzt immer dienstags. „Wenn sie ihr Fahrrad rein schiebt, winken die Kinder schon“, erzählt Kita-Leiterin Marion Haase. Was Renate Reinke eigentlich macht? Sie ist die die Vorlese-Oma des Kindergartens.

An diesem Morgen ist „De Grüffelo“ dran. In plattdeutscher Sprache. Die spricht Reinke zwar leider nicht frei und fließend. Aber verstehen und vorlesen geht sehr gut. Und die Kinder lieben die Geschichte von der kleinen Maus im Wald und dem Ungeheuer Grüffelo.

„Und die Geschichte ist wunderschön ins Plattdeutsche übersetzt“, findet Renate Reinke. Gelesen hat sie von der Übersetzung im Achimer Kreisblatt. Im Urlaub und auf Flohmärkten guckt sie auch immer nach schönen Büchern. Mit dem Kindergartenteam wird abgesprochen, wenn es Bücher und Geschichten vorzulesen gibt, die zu Themen passen, die gerade im Kindergarten behandelt werden.

„Das ist schon wie ein kleines Zuhause hier bei euch“, meint Renate Reinke in Richtung Marion Haase. Wenn Feste oder ähnliches anstehen, dann hilft sie schon mal mit.

„Ich wusste, wenn ich in Rente gehe, dann möchte ich etwas Soziales tun“, sagt die 74-Jährige. Dann las sie beim Arzt so einen Flyer, dass der Kindergarten Berkels Vorleser sucht. Den lies sie noch liegen. In der Apotheke lagen die Zettel auch. Da hat sie dann einen mitgenommen, hin und her überlegt, hat sich schließlich im Kindergarten Berkels gemeldet – und ist geblieben. „Weil mit das sehr viel Freude macht. Die Kinder geben so viel zurück“, erklärt Renate Reinke, warum sie immer noch Vorlese-Oma ist und stellt klar: „Das ist etwas, was ich für mich tue.“

Dass sie dabei dem Kindergarten Berkels auch tüchtig hilft, daraus macht Marion Haase gar keinen Hehl. „Wir haben selbst das Personal nicht, in kleinen Gruppen mit fünf, sechs Kindern vorzulesen. Aber bei Renate kommen alle dran und wir arbeiten in den Gruppen dann damit weiter.“

Natürlich werden auch mit den Kindergärtnerinnen Bilderbücher, Bildergeschichten, Märchenbücher angeguckt und vorgelesen, die kleine Raupe Nimmersatt ist ein Klassiker. Renate Reinke hat die Geschichten von Leo Lausemaus mitgebracht, und wenn verschiedene Leute vorlesen, lernen die Kinder, das jeder Mensch auf seine eigene Art und Weise vorliest.

Ganz im Vertrauen: In den kleinen Gruppen bei Renate Reinke wird nicht nur vorgelesen, die Kinder erzählen auch eine Menge, etwa wenn Geburtstag war. „Das ist für uns Spracherziehung“, sagt Marion Haase. „Wir arbeiten nicht nach einem bestimmten Programm.“ Die Kinder haben auch noch richtig Spaß dran. Und wenn eine Sache Spaß macht, lernt sich das erwiesenermaßen gleich viel besser.

jw

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