Reinigung von Lagerstättenwasser / Besuch der TU Clausthal-Zellerfeld

Bürgerinitiativen sehen sich mehr als bestätigt

+
Die Bürgerinitiativen treten vehement für eine dezentrale Reinigung des Lagerstättenwassers ein, die DEA hat die Entsorgung in der alten Lagerstätte Völkersen Z3 Nord beantragt.

Völkersen - Was passiert mit dem Lagerstättenwasser? Eine Frage, die den Bürgerinitiativen vor Ort keine Ruhe lässt – und ein Punkt, in dem sie dem hiesigen Erdgasförderer Deutsche DEA auch nicht von der Pelle gehen. Auf der Suche nach Antworten waren Vertreter von Bürgerinitiativen aus dem Landkreis jetzt in der Technische Universität (TU) Clausthal-Zellerfeld.

Im Frühjahr diesen Jahres kam bei dem Besuch des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies in einem hiesigen Erdgasförderbetrieb der DEA unter anderem das Thema Lagerstättenwasser auf den Tisch.

„Insbesondere wurden die möglichen Alternativen zum bisher praktizierten Verpressen des giftigen Abfallproduktes diskutiert“, so Andreas Noltemeyer von der Völkerser Bürgerinitiative (BI) „No Fracking“. Dabei kam im Frühjahr auch zur Sprache, das seit 2004 eine Pilotanlage zum Reinigen von Lagerstättenwasser, es enthält unter anderem Quecksilber und Benzol, in Clausthal-Zellerfeld an der dortigen TU existiert.

Und diese Pilotanlage wollte nun eine Delegation aus MdB Christina Jantz, den Bürgermeistern von Langwedel und Kirchlinteln, Andreas Brandt und Wolfgang Rodewald, sowie diversen BI-Vertretern aus dem Landkreis Verden in Augenschein nehmen.

Zu sehen bekam man einen Versuch anhand einer Laboranlage, doch Dr.-Ing. Jörg Kähler vom Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik der TU, wies darauf hin, dass eine praktischen Umsetzung relativ einfach realisiert werden könnte.

Sowohl Technik als auch Energieaufwand seien nach Ansicht der TU-Vertreter, anders als die Energieunternehmen es der Bevölkerung glauben machen wollten, nicht nur ökologisch vertretbar sondern wegen des gebotenen Grundwasserschutzes zwingend einzusetzen. „Es ist fahrlässig, das so nicht zu machen“, so Dr. Kähler. Allein der hohe Salzgehalt stelle noch ein gewisses Problem dar, so Kähler. Einmal wegen der großen Menge, zum anderen weil bei der Trennung vom Wasser relativ viel Energie verbraucht werde.

Beim Besuch in Clausthal waren übrigens auch Vertreter der DEA dabei, wie auch die Förderindustrie bei einer entsprechenden Studie der TU zur Aufbereitung von Lagerstättenwasser beteiligt war.

Nach dem Besuch in Clausthal-Zellerfeld sehen sich die ortsansässigen Bürgerinitiativen in ihrer seit langem gestellten Forderung nach einer dezentralen obertägigen Reinigung mehr als bestätigt.

Besonders den Teilnehmern der Bürgerinitiative Völkersen gibt diese Reise neue Hoffnung, das von der DEA angestrebte „Verpressprojekt Nord Z3“ verhindern zu können, so Noltemeyer. „Denn auch Andreas Sikorski, Präsident des LBEG (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie), der staatliche Behörde, bei der zur Zeit der Antrag auf Verpressung von bis zu 100.000 m³ Lagerstättenwasser zur Genehmigung vorliegt, vernahm die Ausführungen mit Interesse.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Arbeiten in den Grundschulen Leeste und Kirchweyhe

Arbeiten in den Grundschulen Leeste und Kirchweyhe

Zwei Tote und viele Verletzte nach Seebeben vor Kos

Zwei Tote und viele Verletzte nach Seebeben vor Kos

„Summer in the City“ trotz Regenwetter in Weyhe 

„Summer in the City“ trotz Regenwetter in Weyhe 

56-Jähriger nach Schussgeräuschen in Kassel festgenommen

56-Jähriger nach Schussgeräuschen in Kassel festgenommen

Meistgelesene Artikel

22 Tonnen Äpfel auf Fahrbahn: A27 bei Verden gesperrt

22 Tonnen Äpfel auf Fahrbahn: A27 bei Verden gesperrt

Vom Männerballet bis Lucky Luke: Kirchlinter Schützen feiern unkonventionell

Vom Männerballet bis Lucky Luke: Kirchlinter Schützen feiern unkonventionell

Der brennende Mönch zündet in Verden

Der brennende Mönch zündet in Verden

Vorsicht gegenüber der Weser-Robbe

Vorsicht gegenüber der Weser-Robbe

Kommentare