Ortsgemeinschaften in Völkersen und Holtebüttel räumen Wohlstandsdreck weg

Reichlich Müll, eine Schmuckschatulle und ein Gebiss

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In Völkersen und Holtebüttel waren am Sonnabend die freiwilligen Müllsammler unterwegs – und die wurden gerade auch im Raum Völkersen viel zu oft fündig.

Völkersen/Holtenbüttel - Schönes Frühlingswetter, da macht das Aufräumen in der Natur schon eher Spaß. Die Holtebütteler und Völkerser Dorfgemeinschaften trafen sich am Sonnabend zu einer gemeinsamen Müllsammelaktion, zu der die beiden Ortsbürgermeister Heiko Haase und Andreas Noltemeyer aufgerufen hatten.

In Holtebüttel wurde diese Reinigungsaktion gemeinsam mit der Ortsfeuerwehr durchgeführt, in Völkersen unterstützte der Förderverein der Grundschule Völkersen mit etwa 60 Schulkindern die Säuberung der Landschaft.

Schulleiterin Angelika Bernstein-Janßen freute sich, dass so viele Kinder dabei waren. Sie betreute auch eine syrische Flüchtlingsfamilie, die seit Anfang Februar in Völkersen wohnt und sich aktiv beteiligte.

Start der Aktion war auf dem Schulhof der Grundschule Völkersen und auf dem Dorfplatz in Holtebütel neben dem Schützen- und Feuerwehrhaus. „In Holtebüttel hatten wir nur Kleinkram und viele Reifen“, berichtete Adalbert Meyer hinterher. Da lag in Völkersen schon etwas mehr Müll in der Landschaft.

„Wir waren erschreckt, was alles weggeschmissen wird“, war von einigen Sammlern zu hören. „Bei einigen Stellen sah es so aus, als ob der Müll erst am Vorabend entsorgt wurde.“ beklagten sich die Müllsammler.

Nicht nur auf dem Parkplatz an der Landesstraße in Richtung Allerdorf fanden sie in die Landschaft geschmissene Windeln und benutztes Toilettenpapier: schlicht ekelig.

„Innerhalb der Wohnbebauung sah es noch ganz gut aus, aber außerhalb war dann viel Müll zu finden“, berichteten die beiden Ortsbürgermeister Heiko Haase und Andreas Noltemeyer. „McDonald und Burger King lassen grüßen.“

„Am besten ist der Müll, der gar nicht entsteht“, findet Andreas Noltemeyer. Zur leidvollen Erfahrung der Völkerser und Holtebütteler fanden sich an der Fastfood-Einflugschneise zwischen Posthausen und Dauelsen reichlich weggeworfene Verpackungen von bekannten Burgerbratern, aber auch diverse Zigarettenschachteln. Auch die Hinterlassenschaften so mancher Kohlfahrer wurden in der Landschaft gefunden, nämlich reichlich Flaschen, vor allem Bierflaschen.

Einen besonderen Fund machte Petra Henke in der Verlängerung der Straße „Im Lustigen Strump“.

Dort lag im Seitenstreifen eine Schmuckschatulle mit Perlenketten und Ringen – und einem Gebiss. Ob der Schmuck echt war, konnte nicht geprüft werden, aber die Polizei wurde eingeschaltet, und zwei Beamte nahmen den Fund auch gleich in Gewahrsam. Aber auch einen Fernseher und einen Laptop fanden die fleißigen Sammler.

Der Langwedeler NABU-Vorsitzende Herbert Feder beteiligte sich ebenfalls an der Müllsammelaktion. „Es wird immer schlimmer mit der Vermüllung der Landschaft“, findet er. Auch in der Daverdener und Langwedeler Marsch sind es vermutlich Kohlfahrt-Gruppen, die ihre Spuren hinterlassen.

Besonders schlimm sah es aber nach Himmelfahrt aus, als dort viele jugendliche Gruppen mit lauter Musik unterwegs waren und ausgetrunkene Flaschen gleich entsorgen. „Bei dem Lärm der Musikwagen flüchten die Vögel von ihren Brutstätten“, beklagte Herbert Feder.

Die Holtebütteler und Völkerser trafen sich nach getaner Arbeit auf dem Schulhof in Völkersen, wo die Ortsfeuerwehren der Ortschaften zu Bratwurst, Bier und anderen Getränken einluden. Der Müll war inzwischen in die bereit gestellten Container gelandet.

hu

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